Natur & Umwelt

RO: Zum Tag der Streuobstwiese

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Passend zum europaweiten „Tag der Streuobstwiese“ am 24. April 2026 hat die Gartenfachberatung des Landkreises Rosenheim eine neue Broschüre veröffentlicht. Unter dem Titel „Empfehlungsliste Gehölze. Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen für das oberbayerische Voralpenland“ richtet sich die Publikation an Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer, die ihre Grünflächen nachhaltig, standortgerecht und naturnah gestalten möchten.

Der Aktionstag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gutes aus Streuobst“ und rückt die Bedeutung der Streuobstwiesen als wertvolle Kulturlandschaft in den Fokus. Sie sind nicht nur Lieferanten regionaler Produkte wie Obst, Säfte, Edelbrände oder Most, sondern auch Hotspots der Artenvielfalt. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten finden hier Lebensraum – ein Aspekt, der auch bei der Auswahl geeigneter Gehölze für den eigenen Garten zunehmend von Bedeutung sein sollte.

Genau hier setzt die neue Broschüre an: Sie bietet einen fundierten Überblick über Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen, die mit den besonderen klimatischen Bedingungen im oberbayerischen Voralpenland gut zurechtkommen. Hohe Niederschläge, starke Temperaturschwankungen sowie zunehmende Hitze- und Trockenperioden stellen hohe Anforderungen an die Pflanzenwahl. Die zusammengestellten Empfehlungen basieren auf langjährigen Erfahrungen im Raum Rosenheim und berücksichtigen sowohl die Standortverträglichkeit als auch den ökologischen Wert der Gehölze.

„Wer langfristig Freude an und in seinem Garten haben möchte, sollte auf robuste und standortgerechte Pflanzen setzen“, betonen die Fachberater des Landkreises. Gehölze prägen Gärten über Jahrzehnte hinweg, schaffen Struktur, spenden Schatten und tragen zu einem angenehmen Kleinklima bei. Eine sorgfältige Auswahl ist daher entscheidend – nicht zuletzt, um den Pflegeaufwand zu reduzieren und stabile, sich weitgehend selbst erhaltende Pflanzbestände zu entwickeln.

Ein besonderer Fokus liegt in der Broschüre auf heimischen Arten. Diese sind an die regionalen Bedingungen angepasst und spielen eine zentrale Rolle im ökologischen Gefüge. Während viele nicht-heimische Pflanzen zwar als Nahrungsquelle dienen, sind zahlreiche Insektenarten – insbesondere in ihren Larvenstadien – auf einheimische Gehölze spezialisiert. Sie bilden wiederum die Grundlage für funktionierende Nahrungsketten.

Auch das im Landkreis Rosenheim aktive Projekt „Apfel-Birne-Berge“ unterstreicht die Bedeutung traditioneller Obstsorten und regional angepasster Gehölze. Im Rahmen dieses Projekts werden unter anderem Sortenerhaltungsgärten gepflegt, die einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der genetischen Vielfalt leisten. Rund um den Tag der Streuobstwiese wird dieses Engagement mit verschiedenen Aktionen gewürdigt.

Die neue Broschüre soll Gartenbesitzern eine praxisnahe Orientierung bieten und zugleich das Bewusstsein für nachhaltige Pflanzkonzepte stärken. Sie versteht sich als ergänzendes Werkzeug zur fachlichen Beratung, etwa in Baumschulen oder durch Experten vor Ort.

Die kostenlose Broschüre „Empfehlungsliste Gehölze“ liegt im Foyer des Landratsamtes Rosenheim (Wittelsbacherstraße 53,  83022 Rosenheim)  aus und kann auf der Webseite des Landkreises Rosenheim als PDF heruntergeladen werden: https://www.landkreis-rosenheim.de/umwelt/#naturschutz-baeume-und-straeucher

Bericht und Foto: LRA Rosenheim / Daniel Richter – Spitz-Ahorne in der Herbstfärbung bei Babensham. 


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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