Leitartikel

Glanz für Breitbrunner Kirchenmodell

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Breitbrunn – Vor über 100 Jahren hatte der Gottesmann Johann Baptist Kratzer den Neubau der Kirche St. Johannes vorangetrieben. Ein Bittgesuch der Kirchen- und Gemeindeverwaltung von 1895 an das Ordinariat beinhaltete unter anderem den Wunsch, einen Geistlichen für die katholische Pfarrei zugeteilt zu bekommen, der „mit Lust und Liebe die Beschwerden eines Kirchenbaus auf sich nehmen würde“, so der damalige Wortlaut. Bereits im April 1899 wurde der Grundstein zum Neubau des Gotteshauses auf dem Moränenhügel über dem Dorfweiher gelegt.

Dass der „neue“ Gottesmann mit enormem Elan und beeindruckender Geschwindigkeit an das Bauvorhaben heranging, belegt die erste Messe bereits am Leonhardstag, 6. November, des gleichen Jahres, allerdings noch im Rohbau des neuen Gotteshauses. Endgültig fertiggestellt und eingeweiht konnte die Pfarrkirche dann im Jahr 1903 werden.

Nach verschiedenen Planungen begann 1994 der Breitbrunner Heinz Frank mit dem Bau eines Modells der Pfarrkirchen St. Johannes im Maßstab 1:20, das er 1996 gemeinsam mit dem Maler Helmut Falk zur Vollendung brachte.  Zum 90-jährigen Bestehen des Trachtenvereins „D´Chiemseer“ Breitbrunn kam es bereit im gleichen Jahrs das erste Mal zum Einsatz.  Als der Erbauer 2016 verstarb, überließ seine Frau Christa das “Kirchlein” den Vereinen der Rosserer und Trachtler, allerdings mit der Maßgabe, sich um die Erhaltung zu bemühen.

Dies geschah nun im März mit Unterstützung des Veteranen- und Soldatenvereins. Vorsitzender Wolfgang Lorenz, Hans-Dieter Gerlinger und Klaus Pfaffelhuber verhalfen dem Modell in einer Sisyphusarbeit von zirka 150 Stunden zu neuem Glanz. Dieser Tage übergaben die Tüfftler das gelungene Kirchenmodell den beiden Vereinen pünktlich für den anstehenden Feldgottesdienst zur Festwoche Ende Mai.

Bericht und Bilder: Tschali Wastl – Auf dem Foto freuen sich (alle von links) Modell-Stifterin Christa Frank, Franz Lorenz, Wolfgang Lorenz, Klaus Pfaffelhuber und Hans-Dieter Gerlinger über die gelungene Sisyphusarbeit.



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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