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Starbulls-Aus im 6. Viertelfinalspiel

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein ärgerlich zustande gekommener Gegentreffer in doppelter Unterzahl in der siebten Minute der Verlängerung beendete am Sonntagabend die Eishockey-Saison der Starbulls Rosenheim in der DEL2 – Viertelfinalgegner Eisbären Regensburg darf sich hingegen auf das Halbfinale freuen. Einmal mehr war es Regensburg Topscorer Bryce Kindopp, der den Siegtreffer für die Donaustädter zum 2:1 erzielte, nachdem die Grün-Weißen die schwierige Situation eigentlich fast schon erfolgreich überstanden hatten. Dass in der regulären Spielzeit diesmal nur zwei Tore fielen – den Rosenheimer Ausgleichstreffer zum 1:1 noch im ersten Drittel erzielte Johannes Achatz – war den beiden sehr gut aufgelegten Torhütern Oskar Autio und Jonas Neffin zu verdanken.

 Die Grün-Weißen hätten das sechste Spiel der Playoff-Viertelfinalserie gegen die Eisbären Regensburg, in der es zuvor ausschließlich Auswärtssiege gab, gewinnen müssen, um das alles entscheidende siebte Duell auf Rosenheimer Eis zu erzwingen. Doch mit dem dritten Auswärtserfolg in der Regensburger Donau-Arena, diesmal vor 4.701 Zuschauern, wurde es für die Starbulls nichts. Für die Eisbären entschieden am Ende des Tages die Specialteams: Beide Regensburger Treffer fielen in Überzahl, die Starbulls hingegen konnten bei vier Situationen nicht an die guten Powerplayleistungen zu Beginn der Serie anknüpfen.

Rosenheims Cheftrainer Jari Pasanen holte nach der bitteren 5:6-Heimniederlage im fünften Spiel zwei Tage zuvor wieder Oskar Autio ins Tor sowie C.J. Stretch und Jordan Taupert in den Sturm zurück – Teemu Pulkkinen und Wyatt Schingoethe rotierten dafür aus der Aufstellung raus.Im Gegensatz zu den letzten Spielen der Serie wurde das sechste und schließlich letzte Viertelfinalduell zwischen den Starbulls und den Eisbären nicht zum Torfestival. Beide Teams legten ihre Aufmerksamkeit auf die Defensive, beide Torhüter boten starke Leistungen.

Zahlreiche Strafzeiten auf beiden Seiten, die Mehrzahl aus der Kategorie unnötig, ließen im ersten Drittel nur phasenweise Spielfluss zu. Die Starbulls ließen die Chance liegen, bei knapp eineinhalb Minuten doppelter Überzahl den Führungstreffer zu erzielen – und gerieten in Unterzahl in Rückstand. Regensburgs Powerplaydruck war enorm und schließlich fand die Scheibe nach einem scharfen Schrägpass von Donat Peter in den Slot den Weg vom Bein von Sam Payeuer über die Linie (11.).

Rosenheims vierte Sturmreihe reparierte aber bereits zwei Minuten später: Dominik Kolb setzte sich zentral durch, sein Schuss wurde genau vor den Schläger von Johannes Achatz geblockt, der reaktionsschnell ins offene kurze Eck einschob – 1:1 (13.).   In den verbleibenden 47 Spielminuten der regulären Spielzeit fielen keine Treffer mehr. Die Abschlüsse hielten sich die Waage, die Mehrzahl der hochkarätigen Torchancen hatten aber die Starbulls: Scott Feser noch im ersten Drittel, Lewis Zerter-Gossage (29.) und Charlie Sarault (33.) konnten allesamt Alleingänge auf Jonas Neffin nicht zur Rosenheimer Führung nutzen.

Kurz vor der zweiten Pause lieferten sich Scott Feser und Sam Payeur einen Fight, den der Rosenheimer Topscorer für sich entschied – beide Spieler mussten für fünf Minuten in die Kühlbox. Die schwer nachvollziehbare zweiminütige Unterzahl, die aus dieser Situation resultierte, verteidigten die Starbulls erfolgreich.  Im dritten Drittel war es C.J. Stretch, der nach einem Rückpass aus kurzer Distanz (41.) und nach einem Puck-Klau bei einer Zwei-gegen-Eins-Situation (48.) den sicheren Regensburger Keeper Neffin nicht überwinden konnte. Ein letztes Rosenheimer Powerplay in den Schlussminuten verpuffte.

In der Verlängerung tankte sich Lukas Laub über rechts durch und hätte den Eisbären-Torwart fast per Rückhand überrascht, Sekunden später verhinderte Neffin mit einem Fanghand-Reflex den Rosenheimer Siegtreffer, als Ville Järveläinen nach Pass von Stretch aus nächster Nähe frei zum Abschluss kam (63.).

Dann wurde es bitter für die Starbulls: Joel Keussen und Leon van der Linde mussten zeitgleich auf die Strafbank. Über eineinhalb Minuten der doppelten Unterzahl verteidigten die Grün-Weißen leidenschaftlich, geschickt und erfolgreich – um sich dann nach einer uninspiriert gestalteten Befreiungsaktion übertölpeln zu lassen: Die Hausherren nahmen die Einladung zum Gegenstoß an, über Alex Berardinelli und Jeremy Bracco kam der Puck zu Bryce Kindopp und der „Goldhelm“ traf per Onetimer ins kurze Eck (67.).Bereits zwei Tage zuvor hatte Kindopp den Regensburger Siegtreffer bei doppelter Überzahl erzielt und auch im Rekordspiel eine Woche zuvor war es der 26-jährige Kanadier, der in der Verlängerung traf – damals in der 123. Spielminute zu Beginn der vierten Overtime.

Insgesamt wurden in der Playoff-Viertelfinalserie zwischen den Starbulls Rosenheim und den Eisbären Regensburg 428 Minuten und 54 Sekunden Eishockey gespielt. Die Torbilanz lautet 25 zu 22 für die Starbulls. Rosenheimer Siege konnten die Starbulls-Fans aber nur zweimal bejubeln – beide auswärts (5:1 und 7:4). Regensburg schaffte das Kunststück, in dieser Saison fünf Mal das Rosenheimer Eis als Sieger zu verlassen – zwei Mal in der Hauptrunde (2:1 und 3:2 nach Shootout), drei Mal in den Playoffs (3:2, 6:5 nach Verlängerung und 6:5).

Im Playoff-Halbfinale der DEL2 trifft Regensburg ab Gründonnerstag auf die Krefeld Pinguine. Die Kassel Huskies müssen auf ihren Semifinalgegner noch warten: In der Viertelfinalserie zwischen den Ravensburg Towerstars und den Bietigheim Steelers fällt die Entscheidung erst im siebten Spiel am Dienstag.

Pressemitteilung Starbulls Rosenheim e.V. / Archiv-Foto: Michael Anner junior, Prien a. Chiemsee 

 



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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