Brauchtum

Gaufest Dahoam in Bad Feilnbach

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Die beiden Gebirgstrachtenerhaltungsvereine GTEV „D´Jenbachtaler Bad Feilnbach“, gegründet 1884, und GTEV „D´Sulzbergler“ Litzldorf, auf 136 stolze Lenze zurückblickend, stehen fest zu ihren Werten Tracht, Brauchtum, Tradition und Heimat. Beide bodenständige Kulturträger erinnerten am vergangenen Sonntag an das erste Gaufest des Gauverband I., das 1891 mit 15 angegliederten Trachtenvereinen in Wiechs, heute zur Gemeinde Bad Feilnbach gehörend, gefeiert wurde.

Eigentlich hatten sich Bad Feilnbachs erster Trachtenvorsitzender Sebastian Gasteiger (Schutzä) und sein Gegenüber aus Litzldorf, Thomas Kreitmayr und die jeweiligen Ausschüsse nach umfangreichen Planungen und Zusammenkünften ein herrliches und unbeschwertes kleines „Gaufest Dahoam“ der beiden Patenvereine unterm Wendelstein vorgestellt. Die Veranstaltung war als Ersatz für das eigentliche diesjährige Gaufest angedacht, für das sich heuer kein Verein vom „Gauverband I.“ zu einer Ausrichtung zur Verfügung stellte. Vor allem herrschte an der kleinen Filialkirche, „St. Laurentius und St. Sixtus“ in Wiechs als historischer Ort an den Vortage emsiges Treiben das Umfeld würdevoll zu gestalten.

Nur machte der Himmel dem Unterfangen einen regenreichen Strich unter die Rechnung und sorgte in den frühen Morgenstunden des Sonntags notgedrungen für Umplanungen. Starke Gewitterschauer ließen buchstäblich den vorgesehenen Kirchenzug von der Mosterei der Familie Christian und Gerti Seebacher zum Altar unter freiem Himmel vor dem Rokokohaus des Herrn ins Wasser fallen. Den Festgottesdienst umrahmt von der Musikkapelle Bad Feilnbach zelebrierte Pfarrer Ernst Kögler vor Mitgliedern beider Trachtenvereine sowie aus den Pfarreien dafür in der Pfarrkirche Herz Jesu.

Die bewegten Jahre von den Anfängen des Trachtenwesens bis zur Gegenwart verglich Bad Feilnbachs katholischer Geistlicher in Anlehnung an das Matthäus-Evangelium einem Senfkorn das sich vom kleinsten Samen zur großen Pflanze entwickelte. Durch Gemeinsamkeit, Miteinander, Zusammenarbeit, Pflege und Erhalt von Werten an jüngere Generationen seien Bäume mit vielen fruchttragenden Zweigen und Ästen entstanden. Unverzichtbare Voraussetzungen lieferten die Dörfer eines vorbildlichen und guten Gemeinschaftslebens mit Herz und Liebe zur Heimat., wie Pfarrer Ernst Kögler seine prägende Predigt abschloss.

Überzeugende Qualität nachwachsender Früchte lieferten schneidig herausgeputzt und sauberes Erscheinungsbild bezeugend, Kinder- und Jugendgruppen mit verschiedenen Plattlern und Tänzen beim geselligen Beisammensein im Saal der Tafernwirtschaft Kistlerwirt. Begeisterung löste die hochmotivierte Trachtenjugend nicht nur bei Vorständen und Mitgliedern der beiden Trachtenvereine und beim frisch gewählten Gebietsvertreter für das Gebiet Mangfall im Gauverband I., Alois Huber aus und von den beiden Vorsitzenden Sebastian Gasteiger und Thomas Kreitmayr vorgestellt wurde. „Alois Huber“ ist Nachfahre des legendären Moosmüllers „Franz-Xaver Huber“ der einst mit beherzten Männern aus Wiechs, Derndorf und Feilnbach den Verein „D´Jenbachtaler“ gründete und als geschickter Organisator 1890 die Wurzeln für den Gauverband I. der Oberbayerischen Gebirgstrachten-Erhaltungsvereine legte und darin auch das Amt des „Ersten Vorstands“ bekleidete. Den Kreis in Sachen Tragen von Verantwortung für Vereine und Mitglieder für das Gebiet Mangfall schließend, will Alois Huber, das Amt seines Vorgängers Hans Schaberl mit Freude wahrnehmen.

Bericht und Bilder: Peter Strim

 


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Toni Hötzelsperger

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