Solidarität & Lichtblicke

VHS und AWO: Projekthilfe Mali

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Gemeinsam mit der vhs Chiemsee lud der AWO-Ortsverein Chiemgau-West zu einer Informationsveranstaltung über die Entwicklungsarbeit in Mali der Landesarbeitsgemeinschaft Bayern Entwicklungshilfe Mali e.V. (LAG Mali) ein. Elisabeth Girg, für die vhs, und Lorenz Ganterer, für die AWO, konnten als Referentin Gudrun Kahl, Projektleiterin der LAG Mali, in der vhs begrüßen.

Mali zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung in dem westafrikanischen Land im Sahel liegt bei 59 Jahren. Mit den globalen Krisen und dem Klimawandel haben die Notlagen der Menschen in Mali zugenommen.

Die LAG Mali verfolgt nach Frau Kahl mit ihren Projekten im ländlichen Mali folgende Ziele: sauberes Trinkwasser, den Gemüseanbau und die Bildung zu fördern. Der LAG ist es wichtig, dass die Ideen von den Dorfbewohnern kommen und sie gemeinsam umgesetzt werden. „Für uns steht die Hilfe zur Selbsthilfe unter Einbeziehung der jeweiligen Kultur im Mittelpunkt unseres Handelns.“ führte die Projektleiterin aus.

 

Die Projektdörfer liegen im Südwesten des Landes, 200 km im Umkreis der Hauptstadt Bamako. Im Mittelpunkt stehen die malischen Landfrauen. Gudrun Kahl ging auf die einzelnen Projekte ein. „Die Frauen werden im Gartenbau, zur Sicherung der Ernährung, unterstützt. Damit der Gartenbau in der trockenen Region auch machbar ist, wird der Bau von Bewässerungsbrunnen gefördert. Durch die Brunnen können sie in der Trockenzeit mehr und länger Gemüse anbauen.“ Die schwere und gefährliche Arbeit, Brunnen zu bauen, werden von den malischen Männern übernommen.

Der Gemüsegarten in Chietou wird zum Beispiel von 50 Frauen bewirtschaftet. Sie produzieren gesunde Nahrungsmittel, die direkt ihren Familien zu Gute kommen. Es werden Erdnüsse, Paprika, Zwiebeln und Auberginen angebaut. Unter Anleitung einer Fachkraft legen sie Kompostgräben an und stellen ihren Dünger selbst her.

Ein neuer Trinkwasserbrunnen versorgt die 1000 Einwohner im Dorf mit sauberem Wasser.

Ein weiteres Beispiel: Die Dorfbewohnerinnen haben angeregt, dass die LAG Mali sie bei der Seifenproduktion unterstützt. Mit der Herstellung und Vermarktung ihrer Produkte erzielen sie ein wichtiges Einkommen. Von der LAG werden sie geschult und die LAG stellt die Rohmaterialien sowie die Schutzkleidung zur Verfügung.

Ein besonderes Projekt ist die Aufklärung über die gesundheitlichen Folgen der Mädchen-beschneidung. Mit Workshops für Frauen und Männer, Radiosendungen und Versammlungen werden die Menschen vor Ort über die Gefahren und vielen Nachteile für die Frauen durch die Beschneidung informiert. „Hier sind wichtige Partner die jeweiligen Dorfchefs. Gemeinsam ist es inzwischen gelungen, dass in den Projektdörfern keine Bescheidung mehr durchgeführt wird.“ so die Referentin.

Wichtig für den Erfolg der Entwicklungsarbeit ist, dass sie nicht nur gemeinsam im Interesse der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner sondern auch mit Partner vor Ort – AMSOPT, STOP SAHEL und VIDE – durchgeführt wird.

Der Bericht über die Arbeit der LAG Mali stieß bei den Teilnehmenden auf große Zustimmung und es gab einen regen Austausch.

Fotos: LAG Mail   – Vorbereitung des Gartens in Chietou (Foto: LAG Mali)

-Frauen in Chietou bei der Seifenherstellung (Foto: LAG Mali)

-Brunnen in Chietou (Foto: LAG Mali)



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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