Natur & Umwelt

BGL: Ein Fluss geht in die Breite

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Wasserwirtschaftsamt Traunstein schließt Ausbau der Ufersicherung an der Salzach ab – Wege in der Lebenau sind ungehindert nutzbar

Positive Nachrichten aus der Lebenau zwischen Laufen und Freilassing: Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein hat die Arbeiten zur Uferaufweitung der Salzach abgeschlossen. Nach zweijähriger Bauzeit sind alle Ufersicherungen entfernt, auf der Strecke vom dem Einlauf des Unterwasserkanals des Kraftwerks Lebenau bis Höhe Osing. Der Fluss kann sich frei entfalten und bekommt mehr Raum. Auch die Wegeverbindungen können wieder ungehindert genutzt werden.

Fluss wird seine Gestalt ändern

Mit dem Ausbau der Ufersteine wird sich die Gestalt der Salzach in der Lebenau verändern: Sie wird nach und nach vom Ufer Kies und Sand abtragen und an anderer Stelle anlagern. Steilere und flachere Uferzonen werden sich abwechseln, der Fluss wird an Breite zunehmen. Ein eher mäandrierender Gewässerverlauf wird die kanalartige Struktur ablösen. Ziel dieser „No-Regret-Maßnahme“ ist es, das Eintiefen der Gewässersohle zu bremsen und zugleich die Renaturierung voranzutreiben, ohne der diskutierten Wasserkraftnutzung wenige Kilometer flussabwärts vorzugreifen.

Entwicklung vom Wasserstand abhängig

Welche Wirkung der Ausbau von Ufersicherungen haben kann, zeigt sich an der Salzach unterhalb von Tittmoning. Hier hat sich der Fluss sehr zügig deutlich in die Breite entwickelt, sogar mehr als ursprünglich angenommen. Dies ist in der Lebenau nicht zu erwarten: Die Breitenentwicklung wird sehr viel langsamer verlaufen. Grund dafür sind unterschiedliche geologische Bedingungen: Zum einen liegt an den Böschungen die Grenze zwischen Schwemmsand und unterlagerndem Kies deutlich höher als in Tittmoning. In der Folge kann die Salzach das Material aber erst ab einem gewissen Wasserstand auswaschen und mitnehmen. Zum anderen steht insbesondere am bayerischen Ufer in vielen Abschnitten festes Gestein am Böschungsfuß an, der sogenannte Flinz.

An diesen Stellen kann sich die Salzach kaum weiter in die Tiefe arbeiten, die Böschung unterspülen und damit größere Anbrüche verursachen . Wie weit Veränderungen stattfinden, hängt daher maßgeblich von der Anzahl und Größe von Hochwässern in den kommenden Jahren ab.

Wichtig zu wissen ist: Sollte sich die Salzach in der Lebenau einmal bis etwa zehn Meter vor den Forstweg aufgeweitet haben, wird das Wasserwirtschaftsamt das Ufer sichern, bevorzugt in natürlicher Bauweise – wenn nötig aber auch mit Wasserbausteinen.

Offenes Deckwerk bekommt vierte Stützschwelle

Die Sicherung des offenen Deckwerks unmittelbar stromauf ist derweil nicht abgeschlossen: Im kommenden Herbst beginnen die Arbeiten für den Einbau einer vierten Stützschwelle. Sie soll mit Material aus der ausgebauten Ufersicherung gebaut werden. Doch dieses Material reicht nicht aus und wird daher ergänzt um Material aus dem Uferrückbau im Freilassinger Becken. Dieser soll zeitnah beginnen.

Im Zuge des Projekts wurde auf österreichischer Seite ebenfalls die Ufersicherung entfernt, sie war am Böschungsfuß bereits freigespült. Statt ihrer entstand ein Steilufer, an dem Anbrüche schneller möglich werden.

Bericht und Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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