Trotz angespannter Haushaltslage wird im Landkreis Rosenheim der Öffentliche Personennahverkehr moderat ausgebaut. Der Kreistag entschied heute (09.09.26) nach ausführlicher Debatte, dass im Haushalt 2027 die für den ÖPNV zur Verfügung stehende Summe um 400.000 Euro angehoben wird. Aktuell stehen 3,3 Millionen Euro im Haushaltsplan.
In ihrem Beschluss erkennen die Kreisrätinnen und Kreisräte die Bedeutung des ÖPNV für die weitere Entwicklung der Region hinsichtlich Wirtschaft, Umwelt, Verkehr und sozialer Teilhabe an. Dieser wünschenswerten Entwicklung des ÖPNV steht allerdings die angespannte Haushaltslage der Kommunen entgegen. Um entscheiden zu können, wie es mit dem Öffentlichen Personennahverkehr weitergehen und wie ein künftiger Nahverkehrsplan aussehen könnte, stellte der Mobilitätsbeauftragte des Landkreises Martin Aerzbäck Ende Juli dem Umweltausschuss vier Varianten vor.
In der ersten soll der jährliche Aufwand von 3,3 Millionen Euro unverändert beibehalten werden. Die Folge wäre, dass das Angebot aufgrund der steigenden Kosten reduziert werden müsste und perspektivisch wohl nur noch Schülerverkehre möglich wären. In der Variante zwei bleibt das aktuelle ÖPNV-Angebot unverändert, dadurch entstehen bis 2032 Mehrkosten von gut 8 Millionen Euro. Ein moderater Ausbau des ÖPNV um etwa 4 Prozent jährlich würde im gleichen Zeitraum für Mehrkosten von knapp 13 Millionen Euro sorgen. Und in Variante vier, das eine Angebotserweiterung um etwa 15 Prozent jährlich vorsieht, steigt der Aufwand bis 2032 um mehr als 38 Millionen Euro.
Die Mitglieder des Kreistages entschieden heute, dass die Variante eins als praktisch unrealistisch verworfen wird. Die Landkreis-Verwaltung und der MVV wurden beauftragt, unter Einbindung des Umweltausschusses, die Varianten zwei, drei und vier näher auszuarbeiten. Für den kommenden Landkreis-Haushalt wollten die Kreisrätinnen und Kreisräte, dass dort ein Mittelwert der Varianten zwei und drei eingeplant wird. Deshalb die Erhöhung des bisherigen Haushaltsansatzes von 3,3 Millionen Euro auf 3,7 Millionen Euro.
Der 2019 vom Kreistag verabschiedete Nahverkehrsplan des Landkreises Rosenheim soll fortgeschrieben bzw. weiterentwickelt werden. Landrat Otto Lederer kündigte an, dass der Kreistag im kommenden Jahr die Rahmenbedingungen festlegen wird für die Ausschreibung des Nahverkehrsplanes. In der Sitzung hatten zuvor Dr. Markus Haller und Detlev Metzner vom MVV die Neuaufstellung des Nahverkehrsplanes empfohlen, vorausgesetzt, das Angebot im ÖPNV solle ausgebaut werden.
Bericht: LRA Rosenheim – Archiv-Foto: Hötzelsperger


