Vom Hof auf den Ludwigsplatz
Äpfel kaufen, Käse probieren, einer Kuh begegnen: Die Rosenheimer Schmankerlstraße zeigte, wie nah die Menschen hinter unseren Lebensmitteln sein können.
Rosenheim – Am Obststand reicht ein junger Verkäufer einer Kundin eine Tüte Äpfel. Vor ihm stehen volle Kisten, in seiner anderen Hand liegen bereits die Münzen. Solche Begegnungen gab es am Freitag auf dem Rosenheimer Ludwigsplatz immer wieder. Bei der Schmankerlstraße konnten die Besucher einkaufen und zugleich mit denen sprechen, die ihre Produkte mitgebracht hatten.

Mehr als 30 Aussteller aus der Region beteiligten sich an dem Markt des Bayerischen Bauernverbandes. Es gab Fleisch und Fisch, Brot, Milchprodukte, Käse, Honig, Obst und Säfte. Wer Hunger mitgebracht hatte, fand unter anderem Weidefleisch-Ochsenfetzenburger von der Schlipfgrubalm und frisch ausgebackene Schmalznudeln. An anderen Ständen wurden Käsewürfel zum Probieren gereicht oder Speiseeis vom Milchbauern angeboten. Tausende Menschen nutzten im Laufe des Tages die Gelegenheit für einen Rundgang über den Platz.

Gerade für Kinder bot die Schmankerlstraße mehr als einen gewöhnlichen Markteinkauf. Eine Mutter hielt ihr Baby vor eine Kuh, die neugierig den Kopf aus ihrem Gehege streckte. Auch Kälber und Schafe waren zu sehen; über Bienen gab es ebenfalls etwas zu erfahren. Mehr als 300 Kinder aus Schulklassen und Kindergartengruppen kamen auf den Ludwigsplatz. Für sie wurde anschaulich, dass Milch und Käse eine Herkunft haben und dass zu einem landwirtschaftlichen Betrieb Tiere, Menschen und tägliche Arbeit gehören.

Diese Arbeit war auch an den Ständen sichtbar. Obst muss angebaut und geerntet werden, Tiere brauchen Versorgung, Lebensmittel werden verarbeitet und schließlich verkauft. Auf dem Markt standen die Betriebe selbst mit ihren Produkten vor den Besuchern. Wer wissen wollte, wie etwas hergestellt wird oder woher es kommt, konnte nachfragen. Und wer etwas probiert hatte, konnte es gleich mit nach Hause nehmen.

Oberbürgermeister Abuzar Erdogan eröffnete die Schmankerlstraße. Unter den Gästen waren Landrat Otto Lederer, Landtagsabgeordnete sowie die Bayerische Milch- und Honigkönigin und die Bad Feilnbacher Apfelkönigin. Erdogan brachte in seiner Ansprache einen Gedanken auf den Punkt, der an diesem Tag an vielen Ständen zu erleben war: „Regionalität wird dann greifbar, wenn wir wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen und wer dahintersteht.“

Die Schmankerlstraße gab den Höfen und Betrieben Raum, sich und ihre Arbeit zu zeigen. Für die Besucher war sie zugleich ein Ort zum Genießen und Ratschen. Zwischen Obstkisten, Milchausschank und den Tieren auf dem Ludwigsplatz kamen beide Seiten miteinander ins Gespräch.
Fotos: Rainer Nitzsche




