Land- & Forstwirtschaft

RO: Besuch bei Öko-Modellregion

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Kurze Transportwege, mehr Tierwohl und starke regionale Wertschöpfungsketten – dafür stehen die Betriebe der Familien Nagele in Brannenburg und Steinmüller in Oberaudorf in besonderer Weise. Bei einem Besuch der beiden Höfe im Landkreis Rosenheim informierte sich Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber über deren zukunftsweisende Konzepte. Vertreter des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO) begleiteten die Ministerin genauso wie Stefanie Adeili, Managerin der Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein.

Auf dem Betrieb von Sophie und Hubert Nagele besichtigte Kaniber das EU-zugelassene Schlachthaus und ein Schlachtmobil, das der Betrieb mit Förderung durch das Programm LEADER angeschafft hat. Es steht inzwischen zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben der Region zur Verfügung. „Das Schlachtmobil und die hofnahe Schlachtung ersparen den Tieren lange Transportwege und unnötig viel Stress. Genau das ist gelebtes Tierwohl“, betonte Kaniber. „Gleichzeitig erhalten wir damit wichtige Schlachtmöglichkeiten im ländlichen Raum. Unser Förderprojekt stärkt die bäuerlichen Betriebe, hält die Wertschöpfung in der Region und sichert die Versorgung mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln. Das ist gut für die Tiere, gut für unsere Bauernfamilien wie auch für die Verbraucher.“

Anschließend besuchte Ministerin Kaniber den Bio-Bergbauernhof der Familie Steinmüller in Oberaudorf. Josef Steinmüller, zugleich zweiter Vorsitzender des AVO, setzt seit vielen Jahren auf Ökolandbau, Weidehaltung und kuhgebundene Kälberaufzucht. Gemeinsam mit seiner Familie verbindet er auf seinem Hof Berglandwirtschaft und Ökolandbau mit Direktvermarktung, Urlaub auf dem Bauernhof und Bildungsangebote im Rahmen des Programms „Erlebnis Bauernhof“.

„Was die Familie Steinmüller hier auf die Beine stellt, ist beeindruckend: Sie bewahrt Tradition, setzt auf mehr Tierwohl und zeigt echten unternehmerischen Mut“, sagte Kaniber. „Unsere Bergbauern bewirtschaften nicht nur ihre Höfe. Sie pflegen unsere einzigartige Kulturlandschaft, schützen die natürlichen Lebensgrundlagen und machen unsere Heimat für Einheimische und Gäste lebenswert. Diese Leistungen sind für Bayern von unschätzbarem Wert.“

Beide Familien engagieren sich im Verein „Rosenheimer Weidefleisch“. Gemeinsam mit der Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein schafft der Verein für Verbraucher Transparenz darüber, wo und unter welchen Bedingungen die hochwertigen Lebensmittel entstehen. „Rosenheimer Weidefleisch steht für echten Geschmack, nachvollziehbare Herkunft und verantwortungsvolle Tierhaltung“, erklärte Kaniber. Und weiter: „Wer bewusst zu regional erzeugtem Weidefleisch greift, entscheidet sich nicht nur für herausragende Qualität. Er oder sie unterstützt zugleich die Bauernfamilien, stärkt die heimische Wirtschaft und sorgt dafür, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Regional einzukaufen ist praktizierte Heimatliebe.“

Mit Blick auf die Verhandlungen über die künftige Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union sicherte die Ministerin den Bergbauern ihre Unterstützung zu: „Unsere Berglandwirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen, eine starke finanzielle Ausstattung und Regelungen, die zur Praxis auf den Höfen passen. Dafür werde ich mich mit ganzer Kraft einsetzen.“

Bericht und Fotos: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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