„Man soll die Feste feiern wie sie fallen“ ein altes Sprichwort, denn so jung kommt man nicht mehr zusammen. Vier ein halb Jahrzehnte Gemeinschaft feiern die Motorrad-Fahrer-Obing. Fast ein halbes Jahr Hundert sind vergangen, seit 1981 die „MFG Obing“ ins Leben gerufen wurde. Mit einem dreitägigen Fest wird dieses Jubiläum in Thalham gefeiert. Traditionell ist die Wiese vom Hausern-Hof ab Freitagabend mit bunten Zeiten gefüllt. Inzwischen wird von einigen Teilnehmern der Campingplatz mit einem Bett in den umliegenden Hotels getauscht. Die Leute werden ja auch immer älter so Jakob Stadler sen. und möchten es dann ein wenig komfortabler haben, aber sie kommen. Die Motorräder teils auf den Auto-Anhängern, aus Nah und Fern wird a Geboten ist natürlich wieder einiges. Gekommen sind die Biker aus überall, schon zum festen Bestandteil der Veranstaltung gehören die Biker Freunde aus Itzehoe, aus dem Großraum Nürnberg, wie auch die Biker Clubs aus Greding und Österreich.
Sehr gut besucht war der „Tag der Vereine“ am Freitagabend, mit einer ausgelassenen 80er Party & DJ Seppo waren die Vereine der VG Obing eingeladen.
Am Samstag steht das große Motorradtreffen im Mittelpunkt des Tages. Mit einem Weißwurstfrühstück wird ab 10.00 Uhr in den Tag gestartet. Für musikalische Unterhaltung sorgt in bekannter und bewährter Weise die Live Band „Die Barhocker“. Gemeinsam geht’s dann zur Fahrzeugweihe nach Obing, die um 14:00 Uhr auf dem Rathausplatz stattfindet.
Standesgemäß wird Diakon Wolfgang Mösmang im Beiwagen zu den Klängen von „Take me home“ von John Denver zur Andacht und Fahrzeugsegung auf den Rathausplatz chauffiert. „Take me good home“ ist das Thema der Veranstaltung so Diakon Mösmang in seiner Begrüßung, denn es ist wichtig, dass alle Ausfahrten mit einer guten Heimkehr enden. Gerade Obing bietet für die Motorradler einen guten Boden, hier hat das Motorradfahren eine lange Tradition die bis in die heutige Zeit mit Markus Reiterberger fortsetzt.
Mit einem sehr amüsanten Rückblick lies Angela Utz die vergangenen 45 Jahre Revue passieren. „Kein Handy, kein Navi und doch das Interesse und die Freud am Motorradfahren, sich zusammensitzen und miteinander was unternehmen“. Helmut Bartlweber hat damals die Sach in die Hand genommen und den Grundstein für die Motorrad-Fahrer-Gemeinschaft gelegt. Für viele eine besondere Freude, dass auch Helmut Bartlweber zur Andacht gekommen ist. Helmut Bartlweber, der treibende Geist für die MFG und neben Herbert Bernauer, Jakob Stadler und Alfons Rieder und dem bereits verstorbenen Konrad Liebl, Mitglied der ersten Vorstandschaft. Die Gemeinschaft der MFG ist stetig gewachsen und ein großes Anliegen war immer „und das auch noch heute den Rennsport zu unterstützen“ so Angela Utz. Früher war es Adi Stadler der 1987 Europameister wurde und über die Jahre hinweg noch mehrere Rennfahrer auf den Rückhalt der MFG zählen und heute ist es Markus Reiterberger, dem diese Unterstützung zu Teil wird. „Bei der Motorradfahrergemeinschaft läuft es wie geschmiert, ab und zu is ah bisserl holprig, die Gemeinschaft ist ein großer Teil unserer Heimat, mir san z‘sammgwachsen und älter geworden“ so Utz in ihrer Laudatio. Eine Freude sei es zu sehen wie immer wieder Junge nachkommen und sich der Gemeinschaft anschließen.
Die Chefin des Vereins, Andrea Matter holte das Vereinsleben, die gemeinsame Leidenschaft, das Motorradfahren und die damit verbundene Freiheit in Erinnerung. In den anschließenden Fürbitten wird der verstorbenen Vereinsmitglieder Mitglieder Konrad Liebl, Franz Vodermayer, dem langjährigen Freund aus Greding Hans Rößler, sowie Jakob, Martina und Evi Stadler aus Thalham gedacht.
Mit viel Weihwasser und Weihrauch hat Diakon Wolfgang Mösmang die vielen auf dem Rathausplatz aufgereihten Motorräder und ihre Fahrer gesegnet und um Rücksicht, Gelassenheit und Schutz im Straßenverkehr gebeten. Kleine rote Satinbänder werden dazu ausgeteilt, die an den Segen erinnern sollen.
Nach der Feierstunde am Obinger Rathausplatz ging es gemeinsam zurück nach Thalham und dazu wurde die Strecke um den Obinger See gewählt. Der „ganz obere Herr“ hat gemeint, er muss zum Weihwassersegen vom Diakon noch einiges an Wasser von oben dazugeben. Nachdem alle Fahrer wohlbehalten in Thalham eingetroffen sind, hat es wie aus Eimern gegossen. Das konnte aber der guten Stimmung um Weißbierinsel, oder in der Partyhalle mit herzhaftem vom Grill, verführerischen Kuchen, Torten und Kaffee keinen Abbruch geben.
Abwechslung war geboten und das auf allen Ebenen, sei es die Trail-Vorführung, die vielen interessanten Begegnungen, oder auch beim Wetter, vom unwetterartigen Regen bis hin zu sommerlichen Temperaturen und strahlend blauen Himmel war alles vorhanden. Gefeiert wird, das ist klar und wie die MFG’ler so schon sagen: „wer ned kimmd is saim schuid“.
Zu der Stimmung in der Partyhalle sorgten dann bei strahlendem Sonnenschein, der MSC Engelsberg mit seinen Vorführungen für Spannung und atemberaubende Momente.
Gleich zu Anfang fuhr der Konvoy in einheitlicher MSC- Vereinskleidung durch den Festplatz u. die Menschenmenge zu dem eigens für die Vorführung gestalteten Trial-Parcours. Die Kids zeigten das saubere Fahren um die eng aufgestellten Pylonen, was sich bis zum Überfahren von kleineren Hindernissen und ersten Auffahrten auf einen Anhänger steigert. Lorenz Ibel, ältester Trialfahrer des MSC Engelsberg zeigt, dass man auch im höheren Alter den schönen Trialsport noch ausüben, und auch größere Hindernisse bewältigen kann. Nach den ersten Sprüngen auf Palletten und Baumstümpfen steigerte es sich dann mit den Profis mit dem Überfahren von starren Betonblöcken mit einer Höhe von 1,30m. Was bei dem nassen u. rutschigen Wiesenboden gar nicht so einfach war. Durch die Anleitungen von Anton Hellmeier und die professionelle Moderation von Tobi Bauer, der die Menge immer wieder zum Anfeuern aufrief, funktionierte alles bestens. Mit viel Applaus dankten die Zuschauer den Engelsberger Trialern.
Abends sorgt die Band „Red-blooded“ für beste Stimmung und eine kurze Nacht. Nach einer Schlafrunde und einem ausgiebigen Frühstück geht’s dann am Sonntag für alle Festivalbesucher wieder Richtung Heimat und mit einem „Servus – mach’s guad und bis nächstes Jahr“ hat man sich verabschiedet.
Bericht und Bilder: Emmy Künzner-Hingerl









