Land- & Forstwirtschaft

Mühldorfer Hart erhält Staatspreis

Die Vertreterinnen und Vertreter der Sieger des Staatspreises 2026: 1. Reihe v.l.n.r.: Franz Langstein (Verein für das Erinnern), Maximilian Heimerl (Landrat Mühldorf a. Inn), Sebastian Gaigl (ALE OB), StMin Michaela Kaniber, Dr. Heinz Utschig (BaySF a.D.), Balthasar Baumann (ALE OB), M.d.L. Sascha Schnürer, Martin Hartinger (BaySF); 2. Reihe v.l.n.r.: Heinrich Baumert (Verein für das Erinnern), Tobias Gehrmann (ADBV Mühldorf a.Inn), Edin Hamberger (Verein für das Erinnern), Dr. Jascha März (Stiftung Bayerische Gedenkstätten), Korbinian Baumann (Geschichtszentrum Mühldorf a.Inn), Monika Löffelmann (BaySF), StM a.D. Dr. Marcel Huber, Josef Grundner (1. Bgm. Ampfing), Josef Eisner (1. Bgm. Mettenheim), Barbara Donaubauer (ALE OB), Thomas Einwang (1. Bgm. Markt Buchbach)
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Dank eines freiwilligen Landtausches konnte die Grundlage für die KZ-Gedenkstätte am Bunkerbogen im Mühldorfer Hart gelegt werden. Der Erinnerungsort erhält dafür den diesjährigen Staatspreis Land.Dorf.Zukunft. Staatsministerin Michaela Kaniber würdigte bei der Preisverleihung am 22. Oktober 2026 in der Münchner Residenz Gemeinden und Initiativen, die mit Ideenreichtum, Engagement und gemeinschaftlichem Handeln neue Perspektiven für den ländlichen Raum geschaffen haben.

Insgesamt elf Projekte erhielten den Staatspreis. Die Auszeichnungen wurden in drei Kategorien vergeben: für umfassende Leistungen der Dorfentwicklung, für herausragende Lösungen von Landnutzungsansprüchen mithilfe der Bodenordnung sowie für besondere Leistungen in der sozialen Dorf- und Gemeindeentwicklung. Der Staatspreis machte vor allem eines sichtbar: Zukunft im ländlichen Raum entsteht dort, wo Menschen gemeinsam handeln – und aus Herausforderungen konkrete Chancen für ihre Heimat machen. Dass Bodenordnung weit mehr sein kann als die Neuordnung von Grundstücken, machten die Preisträger der zweiten Kategorie deutlich. Ein herausragendes Beispiel lieferte das „Mühldorfer Hart“ im Landkreis Mühldorf am Inn. Im Mühldorfer Hart entsteht – 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – ein zentraler Ort des Erinnerns und der Begegnung. Ein Ort, der mahnt, aufklärt und unsere demokratischen Werte stärkt.

Der Weg dorthin war alles andere als einfach. Das historische Bunkergelände im Mühldorfer Hart war über Jahrzehnte hinweg zersplittert, in privater Hand und von ungelösten Rechtsfragen geprägt. Ein außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement und die jahrelange, intensive Zusammenarbeit von Vereinen, Stiftungen, Behörden, Ministerien und Gemeinden haben diesen Konflikt in vorbildlicher Weise gelöst. So dokumentiert und vermittelt der Verein „Für das Erinnern – KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart e.V.“ seit vielen Jahren die Geschichte des Mühldorfer Harts und das Schicksal der dort inhaftierten Menschen. Bereits bevor die historischen Stätten dauerhaft gesichert und als Gedenkorte gestaltet werden konnten, erforschte der Verein deren Geschichte, ordnete sie in ihre historischen Zusammenhänge ein und hielt die Erinnerung an die Opfer wach. Bis heute begleitet er den Erhalt der Gedenkorte und die Vermittlung ihrer Geschichte.

Einen zentralen Beitrag leistete dabei auch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern. Durch einen freiwilligen Landtausch konnten 17 Hektar der noch sichtbaren Bunkerbaustelle einvernehmlich in öffentliches Eigentum überführt werden. Die dazu benötigten Tauschflächen stellten die Bayerischen Staatsforsten zur Verfügung. Die Bodenordnung schuf damit eine wesentliche Voraussetzung, um den Bunkerbogen als Teil einer KZ-Gedenkstätte dauerhaft als Erinnerungs- und Bildungsort zu sichern.

Weitere Informationen zum Mühldorfer Hart: https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=XjeFzFB8hUM

Text: Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern – Bildquelle: Fotos © Matthias Balk, StMELF (Fotos 1, 2, 4) / Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern (Foto 3)


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Toni Hötzelsperger

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