Land- & Forstwirtschaft

LfL: Schulungsrunde zur Gelegebehandlung

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bietet im Dezember erneut Schulungen zur Behandlung von Wildgansgelegen an. Die Gelegebehandlung ergänzt die Gänsejagd und trägt dazu bei, die Zahl der schlüpfenden Jungvögel und damit langfristig auch die Größe der Gänsepopulationen zu verringern. Eine Gelegebehandlung darf nur nach erfolgter Schulung und Genehmigung durchgeführt werden. Die Anmeldung für die kommenden Schulungen ist ab sofort möglich.

Wildgänse verursachen zunehmend Probleme in Bayern. Sie können erhebliche Schäden in der Landwirtschaft verursachen oder durch Verkotung von Liegewiesen und Badeständen zu Gesundheitsgefährdungen führen. Um diese Konflikte zu entschärfen, kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz. Dazu zählt auch die Behandlung von Wildgansgelegen. Sie kommt insbesondere bei hoher Brutdichte infrage, wenn Jagd, Vergrämung oder Biotopmaßnahmen allein keine zufriedenstellende Lösung bieten. Bei der in Bayern angewandten Methode zur Gelegebehandlung werden die Eier durch Anstechen unfruchtbar gemacht. Aus Tierschutzgründen erfolgt die Behandlung eines Eis nur bis zum 14. Tag der Eientwicklung. Mithilfe einer mobilen Durchleuchtungsstation (“Schierkasten”) wird das Entwicklungsstadium des Eis festgestellt. Je Gelege bleiben mindestens zwei Eier unbehandelt, damit für die Elterntiere ein normales Brut- und Aufzuchtverhalten weiterhin möglich ist und unerwünschte Nachbruten möglichst vermieden werden. Damit die Methode fachgerecht angewendet wird, ist eine vollständige Theorie- und Praxisschulung Voraussetzung. Mit der Teilnahmebestätigung können die Teilnehmenden bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde eine Genehmigung für die eigenständige Gelegebehandlung beantragen.

Weitere Informationen zur Gelegebehandlung, zum Schulungsangebot, zum Genehmigungsverfahren sowie zum Musterantrag und zu den Anforderungen an eine tierschutzgerechte Durchführung finden Interessierte auf der Internetseite der LfL unter https://www.lfl.bayern.de/iab/kulturlandschaft/158621/index.php.

Bericht und Foto: LfL / C. Wagner

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!