Land- & Forstwirtschaft

BBV zur Familien-Agrar-Politik

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger
Am 26./27. Oktober kommen die Landwirtschaftsminister/-innen der 27 EU-Staaten in Brüssel zusammen. Schwerpunktthema ist die Gestaltung der EU-Agrarpolitik (GAP) ab 2028 und darauffolgenden sieben Jahre. Dazu erklärt der Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes, Carl von Butler:

„Wir fordern den EU-Agrarrat und Bundesminister Alois Rainer auf, sich gemeinsam für ein künftiges Agrarbudget von 500 Milliarden Euro für den kommenden siebenjährigen Finanzierungszeitraum einzusetzen. Der Agrarrat muss zur Stärkung von landwirtschaftlichen Familienbetrieben und zur Stärkung junger Landwirte und Landwirtinnen wirksame Eckpunkte vereinbaren. Dafür muss unter anderem die Förderung der ersten Hektare als Umverteilungsprämie alternativ zur vorgesehenen Degression und Kappung zusätzlich umgesetzt werden. Gerade die Erste-Hektare-Regelung ergibt eine außerordentlich wirksame Unterstützung von kleineren und mittleren Landwirtschaftsbetrieben und sichert eine vielfältige Struktur der Landwirtschaft in Bayern. Für Junglandwirtinnnen und Junglandwirte braucht es ein Paket an wählbaren Maßnahmen, die den Generationenwechsel unter Berücksichtigung der nationalen Gegebenheiten bestmöglich fördern. Zudem müssen die bisherigen Vorschläge der EU-Kommission für zu erfüllende Auflagen im Rahmen der GAP, dem so genannten farm-stewardship vereinfacht werden. Außerdem müssen europaweit einheitliche, praxistaugliche Regelungen vorgesehen werden, um nationalen Wildwuchs auszuschließen”, so von Butler.

Die bayerische Landwirtschaft ist laut dem aktuellen Bayerischen Agrarbericht geprägt von 98.000 überwiegend familiengeführten Betrieben mit einer durchschnittlichen Größe von etwa 32 Hektar. Ein hoher Anteil an Nebenerwerbsbetrieben sowie u.a. rund 14.000 Bergbauernbetriebe stellen besondere Anforderungen an die Ausgestaltung der künftigen EU-Agrarpolitik. „In der von Unsicherheit und kritischer wirtschaftlicher Situation geprägten Zeit braucht es durch die künftige Agrarpolitik ein positives Signal an die Landwirtschaft und damit den gesamten ländlichen Raum. Die Landwirtschaft ist und bleibt systemrelevant. Europa braucht eine starke, gemeinsame Agrarpolitik mit klaren Leitplanken und einer zukunftsweisenden Finanzierung“, betont von Butler.

Dass diese Forderungen auch in der Gesellschaft Anklang finden, zeigt die jüngste Eurobarometer-Umfrage. So votierte von den 24.546 befragten Europäerinnen und Europäern jede zweite Person für eine Aufstockung der Mittel für die EU-Agrarpolitik in den nächsten zehn Jahren. Siebzig Prozent der Befragten erklärten, dass alle EU-Bürger von der EU-Agrarpolitik profitieren und ganze 82 Prozent sehen darüber die Ernährungssicherung gewährleistet. Carl von Butler sagt: „Eine Erhöhung der Mittel für die EU-Agrarpolitik ist für die Gesellschaft nicht nur nachvollziehbar, sondern jeder zweite Europäer unterstützt die Erhöhung.“

Bericht und Foto: BBV – Foto: Leonhard Simon (Generalsekretär Carl von Butler)


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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