„Mit der neuen Ausbildungsordnung bringen wir die landwirtschaftliche Berufsausbildung auf den aktuellen Stand und bereiten junge Menschen gezielt auf die Anforderungen von morgen vor. Zugleich stärken wir die Attraktivität des Berufs und schaffen wichtige Voraussetzungen für eine leistungsfähige, nachhaltige, regional verankerte und innovative Landwirtschaft in Deutschland und in Bayern“, sagt Stephan Bissinger, Präsident des BBV Schwabens und Vorsitzender des Landesfachausschusses Bildung und Beratung.
Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Kommunikation gewinnen an Bedeutung
Seit der letzten grundlegenden Modernisierung im Jahr 1995 haben sich die landwirtschaftlichen Betriebsstrukturen und die gesellschaftlichen Anforderungen an die Landwirtschaft erheblich verändert. Die neue Ausbildungsordnung greift diese Entwicklungen auf und berücksichtigt insbesondere die wachsende Bedeutung von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Vermarktung. Eine besondere Bedeutung kommt den persönlichen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen zu, sie werden im Berufsalltag immer wichtiger und entsprechend in der Ausbildung bewusst verstärkt verankert. Gleichzeitig bleiben Tierhaltung und Pflanzenbau zentrale Bestandteile des Berufsbildes. Trotz zunehmender Spezialisierung in der Landwirtschaft ist es gelungen, den breit angelegten Charakter des Ausbildungsberufs zu bewahren und die unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen einzubeziehen. Damit schafft die neue Ausbildungsordnung die Grundlage für eine zeitgemäße, praxisnahe und vielseitige Berufsausbildung. „Uns war besonders wichtig, dass die Ausbildung trotz der zunehmenden Spezialisierung in der Landwirtschaft breit aufgestellt bleibt. Pflanzenbau und Tierhaltung gehören weiterhin zum Kern des Berufsbildes. So stellen wir sicher, dass die Vielfalt der landwirtschaftlichen Praxis auch künftig in der Ausbildung abgebildet wird“, betont Bissinger.
Praxis und Sozialpartner gestalten die Modernisierung gemeinsam
Die neuen Ausbildungsinhalte wurden in einem Sachverständigenverfahren gemeinsam mit acht Praktikern aus den Reihen der Landesbauernverbände sowie Vertretern der Arbeitnehmerseite, der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), erarbeitet. Die Koordination des Verfahrens lag beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Die Ausbildungsverordnung wurde vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) erlassen. Parallel dazu wurde der schulische Rahmenlehrplan durch Vertreter der Kultusministerkonferenz der Länder überarbeitet. Bissinger hebt die Bedeutung des gemeinsamen Engagements hervor: „Die erfolgreiche Modernisierung ist das Ergebnis einer engen und konstruktiven Zusammenarbeit. Die Landesbauernverbände haben mit ihrer frühzeitigen Vorbereitung und ihrer fachlichen Expertise wesentlich dazu beigetragen, die Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis in den Prozess einzubringen.“
Bericht und Foto: BBV




