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Neu: Rosenheimer Weidefleisch e.V.

Rosina und Sepp Gabriel mit Familie vor der Alpenkulisse.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Vereinsgründung „Rosenheimer Weidefleisch e.V.“ Ein Verein für das Vieh, für die Almwirtschaft und unsere Region

Wer hätte das gedacht: Aus einer kleinen Gruppe von Landwirten und der Ökomodellregion Hochries‑Kampenwand‑Wendelstein (ÖMR) entstand innerhalb weniger Jahre ein neuer Verein. Angefangen hatte alles damit, dass keine Kälbertransporte ins Ausland unterstützt werden sollten. Steffi Adeili, Managerin der ÖMR, gewann daraufhin viele neue Mitstreiter, um regionale Vermarktungsstrukturen aufzubauen. Mit dem LEADER-geförderten Umbau des Schlachthauses samt Erweiterung zur mobilen Schlachtung durch Hubert Nagele in Brannenburg wurde 2022 ein weiterer Schritt getan. Andre Schumann als engagierter Metzger schließt den Kreis. So entstand durch „Inntaler Einsatzbereitschaft“ etwas Einmaliges: eine hochqualitative Direktvermarktung, die auch von Landwirten über das Inntal hinaus genutzt werden kann.

Die Initiative „Rosenheimer Weidefleisch“ wuchs stetig weiter. Aus Soyen, Rimsting, Frasdorf, Rohrdorf und weiteren Orten schlossen sich Bauern an, um ihr (Bio-)Weiderindfleisch und ihre Rinderwurstwaren zu vermarkten. Inzwischen wird das Fleisch regelmäßig in Prechtl EDEKA-Märkten angeboten. Als eine Vereinsgründung notwendig wurde, fanden sich sofort 25 ordentliche Mitglieder und 12 Fördermitglieder – darunter viele Almbauern und Almbeschicker. Zu den Vorständen zählen unter anderem Kaspar Gasteiger als erster und Hubert Nagele als zweiter Vorstand.

Motivation der Mitgliedsbetriebe  – Die Beweggründe der Betriebe im Rosenheimer Weidefleisch sind vielfältig, doch verfolgen sie ein ähnliches Ziel: artgerechte Tierhaltung, stressfreies Schlachten und ein würdevoller Abschluss des Lebens. Das spiegelt sich in der besonderen Qualität des Fleisches und den hochwertigen Produkten wider. Die wertschätzende Verwertung von Altkühen oder männlichen Kälbern sowie das gute Gewissen, keine Kälber mehr auf unbekannte, weite und oftmals qualvolle Wege zu schicken, gehören ebenfalls dazu. Die Betriebe wünschen sich, dass noch mehr Verbraucher direkt beim Landwirt einkaufen und somit die regionale Fleischvermarktung unterstützen, statt ein anonymes Produkt aus aller Welt im Supermarkt zu erwerben.

Sophie und Hubert Nagele, Lechner Alm, Brannenburg Sophie und Hubert Nagele bewirtschaften den Lechnerhof samt Lechner Alm, auf der Kälber, Jungvieh und einige Kühe den Sommer verbringen. 2022 haben sie das bestehende Schlachthaus erweitert, modernisiert und einen mobilen Schlachtanhänger angeschafft. Barbara und Werner Maurer, Bichahof Nußdorf Barbara und Werner Maurer besitzen 15 Bio‑Mutterkühe. Sie schicken ihre Rinder im Sommer auf die Zenznalm in Pension. Vier Rinder pro Jahr vermarkten sie nach der Schlachtung mit der mobilen Schlachtbox ab Hof, auch an Gastronomiebetriebe wie das Spitzsteinhaus. Rosina und Sepp Gabriel, Baschtlhof Frasdorf Rosina und Sepp Gabriel lassen ihre Tiere beim örtlichen Metzger schlachten und vermarkten sie ab Hof übers BergbauernWagal beziehungsweise Rosenheimer Weidefleisch. Zudem beliefern sie den Prientaler Bergbauernladen, das Seniorenheim Priental sowie mehrere Gasthöfe in der Region.

Theresa und Sepp Steinmüller, Sockhof Oberaudorf Der Betrieb bewirtschaftet Vertragsnaturschutzflächen am Steilhang. Kraftfutterreduzierte Fütterung, muttergebundene Kälberaufzucht, Almwirtschaft, Weidehaltung und mobile Schlachtung am Hof sind wichtige betriebliche Bestandteile. Alle Kälber, auch männliche, werden am Betrieb aufgezogen; das Rindfleisch wird zweimal pro Monat ab Hof sowie an ausgewählte Gastronomiebetriebe verkauft.

Pia und Michi Astl, Riederhof Oberaudorf Nach Beendigung der Milchviehwirtschaft widmen sich Pia und Michi Astl seit 2020 der Fullblood‑Wagyu‑Zucht. Zunächst mit 20 Mutterkühen, inzwischen mit rund 60 reinrassigen Wagyu‑Rindern. Das Fleisch wird über einen Onlineshop sowie ab Hof und per Versand vermarktet. Evi und Kaspar Gasteiger, Aicherhof Brannenburg Evi und Kaspar Gasteiger bewirtschaften den Aicherhof und vermarkten etwa zwölf Stück Vieh pro Jahr ab Hof; ihr Fleisch ist zudem in ihrer Almwirtschaft erhältlich. Mit Rosenheimer Weidefleisch wollen sie etwas Gutes für die Region aufbauen und schätzen den Erfahrungsaustausch mit Kollegen.

Unterstützer gesucht – Der Verein freut sich über neue Mitglieder, die (Bio‑)Weiderindfleisch direkt vermarkten, sowie über Fördermitglieder. Abnehmer wie Gastronomie (auch Almwirtschaften und DAV‑Hütten), Verbraucher, Supermärkte und Kantinen sind für die Initiative besonders wichtig. Den Mitgliedsantrag gibt es auf der Homepage von Rosenheimer Weidefleisch.

Eine Herzensangelegenheit für Steffi Adeili ist, dass Rosenheimer Weidefleisch dazu beiträgt, die Region attraktiv zu halten. Ein Rindergulasch oder eine Rinderbratwurst sollte nach ihrer Ansicht Standard auf einer Speisekarte am Berg sein. So lasse sich zeigen, dass jeder mit der Auswahl seines Essens einen Beitrag zur Landwirtschaft leistet: Hier entscheide sich, ob weiterhin Rinder auf den Bergen zu sehen seien oder nicht.

Hons im Glück – Wer den Verein kennenlernen möchte, ist am 24. Oktober 2026 in der Wendelsteinhalle in Brannenburg willkommen. Es tritt der Kabarettist und Social‑Media‑Star Hons Petutschnig auf. Der Kultbauer aus Schlatzing spricht über persönliche Erkenntnisse, bäuerliche Lebensrealitäten und gesellschaftliche Herausforderungen mit einer Mischung aus Witz, Tiefgang und bäuerlicher Perspektive. Nach der Veranstaltung wird zu einem Gespräch im Anschluss eingeladen.

Bericht: Christiane Voggenauer – Bildder : jeweilige Landwirte / Rosenheimer Weidefleisch


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Toni Hötzelsperger

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