Natur & Umwelt

Japankäfer in Lindau und Kiefersfelden

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

In Bayern sind auch 2026 erneut Japankäfer (Popillia japonica) nachgewiesen worden. Vergangene Woche wurden in den Fallen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) nahe Lindau am Bodensee sieben Käfer sowie im Raum Kiefersfelden ein weiterer Käfer gefangen. Nachdem der Quarantäneschädling bereits 2024 und 2025 in beiden Regionen festgestellt worden war, ist dies das dritte Jahr in Folge mit Funden. Die LfL wird die Nachweise nun näher untersuchen und auf Grundlage der Ergebnisse über mögliche weitere Maßnahmen entscheiden.

Die aktuellen Nachweise erfolgten im Rahmen des nationalen Monitorings zur Früherkennung von Quarantäneschadorganismen, das seit 2021 für den Japankäfer durchführt wird. Hierfür sind bayernweit mehr als 100 Lockstofffallen entlang wichtiger Verkehrswege sowie an weiteren Risikostandorten installiert.

Eine etablierte Population in Bayern konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Einzelne Käferfunde bedeuten noch nicht, dass sich der Japankäfer dauerhaft angesiedelt hat. Hinweise auf eine Etablierung können sich ergeben, wenn neben einzelnen Käfern auch fortpflanzungsfähige Tiere oder verschiedene Entwicklungsstadien, beispielsweise Larven, nachgewiesen werden. Zur Einordnung der aktuellen Funde wird die LfL zusätzliche Untersuchungen im Umfeld der Fundorte durchführen und die Situation weiterhin eng überwachen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Nachweise des Japankäfers in Baden-Württemberg und Hessen beobachten die Pflanzenschutzdienste die Entwicklung aufmerksam. Sollten weitere Funde in Bayern erfolgen oder Hinweise auf eine Etablierung des Schädlings vorliegen, kann auch hier gemäß den rechtlichen Vorgaben des Bundes und der EU die Ausweisung von Befalls- oder Pufferzonen erforderlich werden.

Der ursprünglich aus Nordostasien stammende Japankäfer gilt in der Europäischen Union als prioritärer Unionsquarantäneschädling und ist meldepflichtig. Sein breites Wirtspflanzenspektrum und sein hohes Schadpotenzial machen ihn zu einem besonders risikoreichen Quarantäneschädling. Der Käfer befällt mehr als 400 Pflanzenarten, darunter zahlreiche landwirtschaftliche Kulturen, Obstgehölze, Weinreben, Bäume, Sträucher sowie Zier- und Wildpflanzen. Die erwachsenen Käfer verursachen Fraßschäden an Blättern, Blüten und Früchten, während die im Boden lebenden Larven Gras- und Pflanzenwurzeln schädigen können.

In seinem Herkunftsgebiet wird der Japankäfer durch natürliche Gegenspieler reguliert. In Europa fehlen diese Regulationsmechanismen weitgehend, sodass sich der Schädling rasch vermehren und größere Populationen aufbauen kann. Um eine Ausbreitung frühzeitig zu erkennen und eine Etablierung zu verhindern, unterliegt der Japankäfer umfangreichen Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen. Da der Käfer als „blinder Passagier“ über Fahrzeuge, Gepäck oder Campingausrüstung eingeschleppt werden kann, bittet die LfL insbesondere zu Beginn der Reisezeit um erhöhte Aufmerksamkeit. Nach Reisen in Befallsgebiete sollten Fahrzeuge und Gepäck kontrolliert sowie keine Pflanzen, Erde oder Samen mitgebracht werden.

Mit einer Körperlänge von etwa acht bis elf Millimetern ist der Japankäfer ungefähr so groß wie eine Kaffeebohne. Kennzeichnend sind der metallisch grün glänzende Kopf, die kupferbraunen Flügeldecken sowie fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei weitere am Hinterleibsende.

Wer in Bayern einen Käfer entdeckt, der diese Merkmale aufweist, wird gebeten, das Tier einzufangen und zusammen mit einem Foto sowie der Angabe des Fundortes per E-Mail an popillia@lfl.bayern.de zu senden. Weitere Informationen zum Japankäfer, seinen Erkennungsmerkmalen und möglichen Verwechslungen sind auf der Internetseite der LfL unter https://www.lfl.bayern.de/ips/pflanzengesundheit/281716/index.php verfügbar.

Bericht und Foto: LfL / Florian Stahl, LWF – Kennzeichnend für den Japankäfer sind der metallisch grün glänzende Kopf, die kupferbraunen Flügeldecken sowie fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei weitere am Hinterleibsende  


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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