Neuer Sammelband beleuchtet Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter
Manche Fürstinnen erreichten im Mittelalter mehr Macht und Wirksamkeit, als ihnen gemeinhin zugetraut wird. Ein neuer Sammelband gibt faszinierende Einblicke in das Leben spätmittelalterlicher Fürstinnen und ihrer Netzwerke. Damit rückt die Publikation aus dem Universitätsverlag Hildesheim die weibliche Perspektive von Dynastie- und Herrschaftsgeschichte in den Mittelpunkt. Der Sammelband entstand im Rahmen des bundesweiten, von der Bayerischen Schlösserverwaltung initiierten Forschungs- und Ausstellungsprojekts „WIRKSAM. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter“ und erscheint pünktlich zur öffentlichen internationalen Projekttagung, die am 3. und 4. Juli auf der Burg Trausnitz in Landshut stattfinden wird.
Anhand hohenzollerischer Fürstinnen des 15. Jahrhunderts verbindet der Sammelband biographische Annäherungen mit systematischen Fragestellungen: Was verraten einzelne Lebensläufe über die Struktur dynastischer Herrschaft? Welche Handlungsspielräume standen diesen Frauen offen – und wie nutzten sie diese? Der Band zeigt deutlich, welche politische und gesellschaftliche Wirksamkeit die Frauen aufgrund der von ihnen wesentlich getragenen und mitgestalteten dynastischen Netzwerke entfalteten.
In 14 Beiträgen werden Biographien und Querschnittsthemen von Expertinnen und Experten beleuchtet, darunter Autorinnen der Museumsabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung sowie Partnerinnen und Partner des Forschungsprojektes „WIRKSAM“. Unter anderem werden in den Beiträgen unbekannte historische Quellen vorgestellt. Die Autorinnen und Autoren analysieren das heute oft befremdlich wirkende Leben in damals typischen „Frauenräumen“ und sie berichten von Orten, an denen auch gegenwärtig das Wirken der Hohenzollerinnen noch nachvollzogen werden kann. Es sind vor allem die fesselnden Biographien sowie drei umfangreiche Beiträge zu den Themen Frauenzimmer-Architektur, Erziehung und fürstliche Ehepolitik, die den Band zu einem faszinierenden Leseerlebnis werden lassen.
Der Sammelband ist ab sofort digital und als Druckexemplar erhältlich. Ein besonderes Element der digitalen Ausgabe ist die Verlinkung anhand sogenannter „Netzwerkkategorien“. Diese machen auf technischer Ebene deutlich, auf welch vielfältigen Wegen die Fürstinnen untereinander ihre Verbindungen stärkten. Dadurch werden die Frauennetzwerke in der Online-Version der Publikation besonders sichtbar. Die anschauliche Bebilderung mit eigens erstellten Karten, Grafiken und Abbildungen von Exponaten und Ausstellungsituationen vermittelt eindrucksvolle Einblicke in die Welt der hohenzollerischen Fürstinnen.
Die Buchvorstellung findet am 2. August im Rahmen des Abschlusstages der Sonderausstellung „Fürstliche Hochzeiten – Netzwerke für die Zukunft“ von 17 bis 18 Uhr auf der Burg Trausnitz in Landshut statt. Dort werden Autorinnen und Autoren des Bandes Kostproben der Inhalte geben.
Die Publikation umfasst 412 Seiten und rund 100 Abbildungen. Das Buch [978-3-96424-145-0 (Hardcover), 978-3-96424-151-1 (Softcover)] ist zum Preis von 75,- Euro für das Hardcover bzw. 60,- Euro für das Softcover erhältlich. Die kostenfreie Online-Version ist zugänglich über: https://doi.org/10.18442/353.
Bericht und Plakat: Bayerische Schlösserverwaltung – www.schloesser.bayern
Auf einen Blick
Titel: WIRKSAM. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter
ISBN: 978-3-96424-145-0 (Hardcover), 978-3-96424-151-1 (Softcover)
DOI (kostenfrei zugänglich): https://doi.org/10.18442/353
Buchhandelspreise: 75,- Euro Hardcover, 60,- Euro Softcover
Seitenzahl: 412 Seiten
Abbildungen: 102
Auflage: 1. Auflage
Herausgeber: Lisa-Marie Liebig-Micko (BSV), Mario Müller (Universität Hildesheim), Uta Piereth (BSV)
Das Projekt „WIRKSAM. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter“
Das von der Bayerischen Schlösserverwaltung initiierte umfangreiche Ausstellungs- und Forschungsprojekt „WIRKSAM. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter“ hinterfragt gängige Annahmen und eröffnet innovative Perspektiven auf die Bedeutung und Wirksamkeit weiblicher Netzwerke in der spätmittelalterlichen Gesellschaft. Ausstellungen an zehn authentischen Schauplätzen laden seit 2025 und noch bis Sommer 2026 in Deutschland und darüber hinaus zu einer faszinierenden Reise in die Geschichte ein. Aktuell läuft bis 2. August die Ausstellung „Fürstliche Hochzeiten – Netzwerke für die Zukunft“ auf der Burg Trausnitz in Landshut. Weitere Informationen unter: https://www.schloesser.bayern.de/deutsch/aktuell/aktuell/wirksam.htm
Die Bayerische Schlösserverwaltung
Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen ist eine der traditionsreichsten Verwaltungen des Freistaates Bayern. Als Hofverwaltung der Kurfürsten und der Könige entstanden, ist sie heute mit 45 Schlössern, Burgen und Residenzen sowie weiteren Baudenkmälern einer der größten staatlichen Museumsträger in Deutschland. Dazu kommt noch ein ganz besonderes geschichtliches Erbe: die vielen prachtvollen Hofgärten, Schlossparks, Gartenanlagen und Seen. Die einzigartigen Ensembles europäischer Architektur gepaart mit reichhaltiger künstlerischer Ausstattung ziehen jährlich ein Millionenpublikum aus aller Welt an.




