„Dieses Stück ging wahrlich unter die Haut, gleichwohl es mit humorvollen Sätzen überraschte und es war sehr kurzweilig“ – dieses Stimmungsbild einer Stammbesucherin vom Bad Endorfer Volkstheater bei Religiösen Stücken und bei der traditionellen Premiere am Pfingstmontagnachmittag wurde noch vertieft vom abschließenden Segen von P. Karl Kern, SJ, dem Präses der Marianischen Männerkongregation und Rektor der Bürgersaalkirche in München als das Stück „Pater Rupert Mayer“ zur Aufführung kam.
Der Jesuitenpater Karl Kern erinnerte in seiner Grußbotschaft an den Lutherischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der Pater Rupert Mayer in seiner Gefangenschaft besuchte mit den Worten: „Beim Segen ist Gottes Nähe besonders spürbar“. Die Gottes-Nähe zog sich wie ein roter Faden durch das Leben von Rupert Mayer und durch die überaus abwechslungsreiche Handlung mit vielen verschiedenen Bühnenbildern und den zentralen Lebensstationen des Jesuiten-Paters. Für diese zeitgemäße Be- und Ausarbeitung des Stückes zeichneten in guter Abstimmung mit der Vorstandschaft der Bad Endorfer Theatergesellschaft Werner Hofmann und Franziska Deindl als Autoren und Spielleiter verantwortlich (nach einer Erst-Fassung von Hubert Bomba). Ihnen gelang es, die Persönlichkeit, die Schicksalsschläge und das bewundernswert aufrichtige Entgegensetzen gegen das menschenverachtende Regime des Nationalsozialismus darzustellen. Dazu diente auch eine eingangs und zwischendurch immer wieder eingeblendete Betrachtung von Jugendlichen in der heutigen Zeit, die auf Spurensuche zu Pater Rupert Mayer waren.
Um die 80 Kinder, Jugendliche und Erwachsene kamen auf die Bühne und sie alle trugen zum Gelingen des Gesamtbildes bei. Pater Rupert Mayer wurde als junger Student von Leonhard Kößlinger dargestellt, als alter Mann (der sich im Kloster Ettal – wie er selbst sagte – dort als lebendiger Toter fühlte, da er vom aktiven kirchlichen Dienst ausgeschlossen war) übernahm Gerhard Feichtner die Rolle des Erzählers und in der Hauptrolle Markus Krug, dessen schauspielerische Leistung unter anderem beim erschütternden Aufenthalt im Konzentrationslager Sachsenhausen zur Geltung kam. Den Charakter des Jesuitenpaters lernten die Besucher kennen, wie sich der Geistliche in harten Vorkriegs- und Kriegszeiten für die Armen und für die Soldaten an der Front einsetzte. Selbst schwer verwundet kehrte er als „Apostel von München“ nach Haft und Kriegsende wieder zurück zur Männerkongregation München, denen er lange als Präses voranstand. „Pater Rupert Mayer ist im Leben nie umgefallen – auch im Sterben nicht“ – in diesem Sinne und an die Erinnerung daran, dass er am Allerheiligentag 1945 stehend bei einem Gottesdienst in der Bürgersaalkirche verstarb, wollen die Bad Endorfer Theaterer nicht nur an eine starke Priester-Persönlichkeit erinnern. Ein Besucher drückte es beim Dank an den Verein mit den Worten aus: „Es hat mich sehr nachdenklich gemacht, weil die Handlung so wahr ist und weil weltweit sowie im eigenen Land Angst und Unruhe in der Luft liegen. Der Glaube und wahre Liebe gegenüber dem Nächsten können helfen, das hat uns dieses christliche Vorbild gezeigt“. Auch Pfarrer lic.jur.can. Philipp Werner vom Pfarrverband Bad Endorf fasste seine Gedanken in seinem Festschrift-Grußwort wie folgt zusammen: „Ich wünsche, dass das Theater Bad Endorf mit diesem ikonischen Beispiel christlicher Überzeugung uns allen eine Alternative zu Extremismus und Intoleranz zeigt. Trauen wir uns, ihm nachzumachen“.
Zu den zahlreichen Ehrengästen der Premiere im Volkstheater Bad Endorf gehörten Vertreter der Kirchen, von verschiedenen Orden und Klöstern, aus der Politik, von Kommunen sowie von Verbänden, Organisationen und Vereinen, die dem heimatlichen Brauchtum und einem religiösen Theater nahe stehen. Schirmherr Dr. Florian Herrmann hat sich ebenfalls zu einer der nächsten Vorstellungen angesagt, Kardinal Reinhard Marx wird am Sonntag, 31. Mai erwartet. Termine bis zum 28. Juni sind immer freitags um 20 Uhr und sonntags um 14 Uhr. Karten und weitere Informationen gibt es unter www.theater-endorf.de, Telefon 08053-3743.
Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke und Szenen von der Premiere „Pater Rupert Mayer“ in Bad Endorf
- Ehrengäste 1 v.l.: Markus Krug, Stv. Landrätin Marianne Loferer sowie Bad Endorfs Bürgermeister Alois Loferer mit Frau Cosima.
- Ehrengäste 2b v.l.: Bayernbund-Kreisvorsitzender Christian Glas, Pfarrer Philipp Werner, Leonhard Kößlinger, Markus Krug, P. Karl Kern SJ, Theatervorstand Konrad Schlaipfer
- Gruppenbild Mitwirkende
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