Land- & Forstwirtschaft

Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger
Frauen übernehmen Verantwortung, entwickeln neue Geschäftsideen und gestalten die Zukunft der bayerischen Landwirtschaft aktiv mit. Hier setzt der 2. Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin des Deutschen LandFrauenverbands und der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband an: Er bringt Frauen aus der Landwirtschaft zusammen, fördert den Wissenstransfer zwischen Praxis und Beratung und trägt die Anliegen der Unternehmerinnen in den Dialog mit der Politik.

Die Veranstaltung in Beilngries bot den rund 50 Teilnehmerinnen aus ganz Bayern Raum für Austausch, neue Perspektiven und die Diskussion darüber, wie Frauen in der Landwirtschaft gezielt gestärkt und ihre Chancen auf Führungsverantwortung und Hofnachfolge verbessert werden können. „Frauen sind wichtige Gestalterinnen der bayerischen Landwirtschaft. Sie führen Betriebe, entwickeln neue Geschäftsideen und verbinden Tradition mit Innovation“, sagt Christine Singer, Landesbäuerin des Bayerischen Bauernverbands. „Angesichts vieler anstehender Hofübergaben müssen wir die Voraussetzungen schaffen, dass Männer und Frauen gleichermaßen in die Hofnachfolge einsteigen, um die Betriebe in die Zukunft zu führen. Als Landesbäuerin freue ich mich über jede junge Frau, die auf unseren Betrieben Verantwortung übernimmt. Jetzt gilt es, Frauen gezielt zu unterstützen, damit sie Führungsverantwortung übernehmen, die betriebliche Weiterentwicklung aktiv mitgestalten und sich in die Hofnachfolge einbringen. Der Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg.“

Führung beginnt bei der eigenen Rolle

Einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen bedeutet weit mehr, als wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Unternehmerinnen tragen Verantwortung für Mitarbeitende, die eigene Familie und nicht zuletzt für sich selbst. Gerade auf landwirtschaftlichen Familienbetrieben sind unternehmerisches Denken, klare Kommunikation und ein bewusster Umgang mit den eigenen Ressourcen entscheidende Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg. Der Unternehmerinnentag sprach diese Herausforderungen an und lud dazu ein, die eigene Führungsrolle zu reflektieren, persönliche Stärken und Potenziale zu erkennen und neue Impulse für die betriebliche wie persönliche Entwicklung mitzunehmen. Lehrcoach und Trainerin Marianne Hartmann widmete sich der Frage: Was bedeutet es in der heutigen Gesellschaft, als Unternehmerin souverän zu führen und selbstsicher aufzutreten? Sie gab Impulse zu Selbstbestimmung, Mindset und der Verbindung von weiblicher, selbstverständlicher Führung und Erfolg. Mit fundierten Erkenntnissen machte sie den Teilnehmerinnen Mut, ihre Rolle authentisch und souverän zu gestalten.

Gezielte Förderung und starke Netzwerke

Damit Frauen ihre unternehmerischen Potenziale entfalten können, brauchen sie Zugang zu qualifizierter Beratung, Coaching und tragfähigen Netzwerken. Der Unternehmerinnentag stellte deshalb konkrete Unterstützungsmöglichkeiten vor und zeigte auf, wie Frauen bei betrieblichen Veränderungen, strategischen Entscheidungen, der finanziellen Absicherung und ihrer persönlichen Weiterentwicklung begleitet werden können.  Ein Angebot ist das neue Frauencoaching des Bayerischen Bauernverbands. Die Seminarreihe „Mein Betrieb. Mein Weg. Meine Zukunft. – Vernetzung und Coaching von Frauen in der Landwirtschaft“ startet am 16. Februar 2027. Sie unterstützt Frauen dabei, ihre betrieblichen Ziele zu schärfen, Veränderungsprozesse bewusst anzugehen und unternehmerische Entscheidungen auf einer fundierten Grundlage zu treffen. Der Austausch mit Kolleginnen, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen einbringen, sowie die Begleitung durch erfahrene Coaches bieten dabei wertvolle Unterstützung. Denn neue Geschäftsideen, betriebliche Neuausrichtungen oder anstehende Hofübergaben werfen häufig komplexe Fragen auf. Gemeinsam lassen sich Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, Lösungsansätze entwickeln und neue Handlungsmöglichkeiten erschließen.

UN-Jahr der Landwirtin als Auftrag

Das UN-Jahr der Landwirtin 2026 rückt die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft weltweit in den Fokus. Es macht sichtbar, welchen Beitrag Frauen zur Ernährungssicherung, zur Entwicklung ländlicher Räume und zur Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe leisten. Zugleich lenkt es den Blick auf die Rahmenbedingungen, die Frauen benötigen, um ihre unternehmerischen Fähigkeiten einzubringen und Führungsverantwortung zu übernehmen. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber: „Unsere Bäuerinnen sind längst starke Unternehmerinnen – eigentlich waren sie das schon immer. Sie haben Ideen, packen an und übernehmen Verantwortung für ihre Höfe. Aber noch immer stehen viel zu wenige Frauen offiziell an der Spitze eines landwirtschaftlichen Betriebs. Das müssen wir ändern! Bei der Hofnachfolge darf nicht entscheidend sein, ob jemand Tochter oder Sohn ist. Entscheidend müssen Können, Leidenschaft und der Wille, Verantwortung zu übernehmen sein. Dafür brauchen Frauen gute Beratung, starke Netzwerke und vor allem die Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen. All das bieten wir. Und mir ist wichtig, dass wir ihre Leistungen nicht nur im Internationalen Jahr der Landwirtin sichtbar machen, sondern ihnen dauerhaft den Rücken stärken. Denn unsere Landwirtschaft braucht den Mut, die Tatkraft und den Unternehmergeist unserer Frauen.“ Für die Landfrauen ist das Aktionsjahr deshalb zugleich Auftrag und Ansporn: Mehr Sichtbarkeit muss zu besseren Rahmenbedingungen, mehr weiblicher Führung und konkreten Perspektiven für die nächste Generation führen. Dazu gehören verlässliche Unterstützungsangebote ebenso wie eine stärkere Anerkennung der unternehmerischen Leistungen von Frauen und gleichberechtigte Chancen bei der Hofnachfolge.

Über den Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin

Mit dem „Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin“ wollen der Deutsche LandFrauenverband und die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband die unternehmerische Stärke und Sichtbarkeit von Frauen in der Landwirtschaft gezielt stärken. Die positive Resonanz der Teilnehmerinnen zeigt, dass der Bedarf an Austausch, Weiterbildung und Vernetzung groß ist.

Bericht und Foto: BBV /  Brigitte Scholz 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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