Freyung. Mehr als 600 Menschen haben daran mitgebaut, unzählige Hände haben geschliffen, geleimt und gestaltet – jetzt hat sie einen Namen: FreYa heißt die Gitarre, die während der Bayerischen Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern“ in der Werkstatt im GewölbeHof in Freyung unter Anleitung des aus Südböhmen stammenden Instrumentenbauers Libor Pražan entstanden ist.
Der Name ist dabei fast so besonders wie das Instrument selbst: Gleich sechs Einsendungen schlugen unabhängig voneinander FreYa vor. Für Libor Pražan und Roland Pongratz, musikalischer Leiter der Volksmusikakademie in Bayern und Organisator des Musikprogramms zur Landesausstellung, war damit schnell klar: So soll die Gemeinschaftsgitarre heißen.
Ein Name mit doppelter Bedeutung
Die Namenssuche hatte viele kreative Vorschläge hervorgebracht. Doch FreYa überzeugte gleich aus zwei Gründen. Zum einen erinnert der Name an Freya, die nordische Göttin, die unter anderem für Liebe, Schönheit, Glück und Fruchtbarkeit steht. Zum anderen steckt darin ein Wortspiel mit der Stadt Freyung. Das charakteristische große Y greift ein Gestaltungselement des städtischen Marketings auf, das angehängte A steht für die Ausstellung. Eine Verbindung aus Mythologie, Musik und Heimat – passend für ein Instrument, das in Freyung von so vielen Menschen gemeinsam geschaffen wurde. „Schon beim ersten Lesen hat mir der Name FreYa gefallen. Als dann noch fünf weitere Einsendungen mit demselben Vorschlag kamen, war die Entscheidung eigentlich schon gefallen“, erzählt Roland Pongratz. Gemeinsam mit Libor Pražan wählte er den Namen aus den eingegangenen Vorschlägen aus.
Eine Taufe mit einem Augenzwinkern
Normalerweise tragen Instrumente keine offiziellen Namen, allenfalls einen liebevollen Kosenamen. Doch bei einer Gitarre, an dessen Entstehung mehr als 600 Menschen beteiligt waren, darf es ruhig etwas Besonderes sein. Deshalb wurde FreYa nicht nur benannt, sondern auch ganz offiziell getauft – mit einem Spritzer Wasser aus einem Bierkrug. „Wenn wir für diese Gitarre schon einen Namen suchen, dann soll sie auch richtig getauft werden“, meinte Roland Pongratz augenzwinkernd. Ein ungewöhnlicher Taufakt für ein ebenso ungewöhnliches Instrument, das von Anfang an für Gemeinschaft und Begeisterung stand.
Ein überraschend voller Klang
Wie gut FreYa klingt, zeigte sich unmittelbar nach ihrer Fertigstellung. Als Erster nahm Harti Pilsner, ein bekannter Gitarrist und Komponist, das Instrument in die Hand und spielte es an. Sein Urteil fiel positiv aus: Die Gitarre ist ausgesprochen leicht, hat eine gute Tonansprache und einen schönen, lauten Klang. Besonders bemerkenswert: Normalerweise benötigt eine neue Gitarre einige Monate, bis sich ihr Klang vollständig entwickelt und das Holz seine Schwingungseigenschaften entfaltet. FreYa überraschte bereits jetzt mit einem satten, vollen Ton. Für Libor Pražan ist das Ergebnis eine Bestätigung der sorgfältigen handwerklichen Arbeit und der außergewöhnlichen Materialqualität. Der Klangholz-Hersteller Kölbl aus Oberösterreich hatte für das Projekt kostenlos ausgewählte Hölzer aus dem Böhmerwald zur Verfügung gestellt.„Ich bin stolz und froh, dass dieses Gemeinschaftswerk gelungen ist“, sagt Libor Pražan. Über Monate hinweg hatte er in seiner Werkstatt im GewölbeHof Besucherinnen und Besucher an der Entstehung der Gitarre beteiligt. Vom ersten Arbeitsschritt bis zu den letzten Verzierungen konnten sie selbst Hand anlegen und so ein Stück des Instruments mitgestalten.
FreYa bekommt ein neues Zuhause
Mit ihrer Taufe ist die Geschichte der Gitarre noch lange nicht zu Ende. Im Rahmen eines Gitarrenworkshops wurde FreYa an die Volksmusikakademie in Bayern mit Sitz in Freyung übergeben. Dort probierten die Gitarrenreferenten das neue Instrument gleich aus – und waren ebenfalls begeistert. Künftig gehört FreYa zum Bestand der Volksmusikakademie und kann bei verschiedenen Angeboten und Workshops ausgeliehen werden. Eine Einschränkung gibt es allerdings: „Nur an gute Gitarrenspieler“, betont Roland Pongratz mit einem Schmunzeln. Schließlich soll sichergestellt sein, dass das besondere Instrument sorgsam und fachgerecht behandelt wird. FreYa ist weit mehr als eine neue Gitarre im Instrumentenbestand der Volksmusikakademie. In ihr stecken die Ideen, die Begeisterung und die Arbeit von mehr als 600 Menschen. Jede Hand hat ein kleines Stück beigetragen, jede Begegnung ihre eigene Geschichte hinterlassen. Und vielleicht schwingt genau das künftig bei jedem Ton ein wenig mit. Wenn FreYa in ein paar Monaten ihren vollen Klang entwickelt hat, bekommt sie ihren großen öffentlichen Auftritt: Bei einem Konzert steht sie im Mittelpunkt und mit ihr die sechs Namensgeber: Irene Kriegl, Günter Kilger, Sylvia Lankl, Marco Schrottenbaum, Peter Hutmann und Melanie Traxinger.
Bericht und Bilder: Stadt Freyung, Veranstaltungs gGmbh – Dietmar Manzenberger – Libor Pražan und Roalnd Pongratz haben gemeinsam den Namen für die Gitarre, die während der Bayerischen Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern“ entstanden ist, aus den Einsendungen ausgewählt: FreYa.
Als erster durfte Harti Pilsner auf FreYa spielen. Er war begeistert.





