Gut besuchte Vernissage des Samerberger Künstlerkreises in der Samer Halle – „Endton“ begeistert mit intensivem mehrstimmigem Gesang
Samerberg. Eine Besucherin betrachtet die schlanken Figuren auf einem weißen Sockel. Ein paar Schritte weiter beugt sich ein Gast näher an ein Bild heran. Zwischen den Stellwänden werden Eindrücke ausgetauscht, während drei Sängerinnen an einem gemeinsamen Mikrofon ihre Stimmen zusammenführen. Die Jahresausstellung des Samerberger Künstlerkreises e.V. begann am Freitagabend in der Samer Halle mit einer Vernissage, die dem Schauen ebenso Raum gab wie dem Zuhören und der persönlichen Begegnung.

Eine Halle voller Perspektiven: Zwischen Kunstwerken, Livemusik und herbstlich gedecktem Buffet wurde die Samer Halle zum Ort des Schauens, Zuhörens und der Begegnung.
Zahlreiche Gäste waren zur Eröffnung von „KuLiMu – Kunst, Literatur, Musik“ in die Mehrzweckhalle der Grundschule gekommen. Gemälde, fotografische Arbeiten und Skulpturen verwandelten den vertrauten Raum in eine vielseitige Ausstellung. Dazu kamen ein herbstlich geschmücktes Buffet, Getränke und die Musik der Gruppe „Endton“. So entstand ein Abend, an dem die Besucher in Ruhe durch die Ausstellung gehen, miteinander ins Gespräch kommen und sich von ganz unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen ansprechen lassen konnten.

Was fällt Dir auf, was sehe ich? Im Austausch über ein Kunstwerk eröffnen sich oft zusätzliche Perspektiven.
Eine Einladung zum Sehen, Hören und Fühlen
„Vui. Zvui. Gfui. – Gibt’s des überhaupt?“ Mit dieser Frage stellte Simone Saugspier, eine der drei Vorsitzenden des Künstlerkreises, die Gefühle in den Mittelpunkt ihrer Eröffnungsrede. Manche berührten unmittelbar, andere irritierten oder schienen zunächst keinen Platz in der eigenen Erlebniswelt zu haben. Doch gerade Emotionen machten Menschen lebendig, verletzlich und menschlich.

Kunst begegnet Neugier: Eine junge Besucherin betrachtet die Figuren und entdeckt ihre ganz eigene Sicht auf die ausgestellten Arbeiten.
Hier setzte Saugspier ihre Gedanken über die Wirkung von Kunst an: Sie könne Gefühle sichtbar machen, Gedanken anstoßen, Freude bereiten und ebenso zum Nachdenken bringen oder provozieren. In einer Zeit, in der technische Errungenschaften immer mehr Raum im Alltag einnähmen, wolle der Künstlerkreis dazu einladen, die eigenen Empfindungen wieder bewusst wahrzunehmen. Die Gäste ermunterte sie, mit allen Sinnen dabei zu sein: zu sehen, zu hören und zu fühlen.

Menschen vor einem Bild von Menschen: Die vielschichtige Figurengruppe lässt Raum für Gedanken über Nähe, Gemeinschaft und Individualität.
Dass dafür inzwischen ein vertrauter Ort gefunden ist, machte Saugspier ebenfalls deutlich. In der Mehrzweckhalle fühle sich der Künstlerkreis schon beinahe „dahoam“. Anfangs habe durchaus die Frage im Raum gestanden, ob sich die große Halle mit den Werken der Mitglieder beleben lasse, ohne dass diese darin verloren wirkten. Daraus sei inzwischen die Gewissheit geworden, den Raum in eine kreative Welt verwandeln zu können, in der Bilder, Skulpturen, Worte und Musik ihren Platz finden.
Für die Unterstützung dankte sie Schulleiterin Gegenfurtner, Hausmeister Gerd Osterhammer und Bürgermeisterin Susanne Kunze. Ihre Kooperation ermögliche es, die Ausstellung hier auszurichten.

Drei Stimmen treffen sich an einem Mikrofon: „Endton“ begeisterte mit ausdrucksstarkem Gesang und fein abgestimmten Harmonien.
Unterschiedliche Handschriften, viele Entdeckungen
Wie vielfältig diese kreative Welt ausfällt, zeigte bereits der erste Rundgang. Kräftige Farbflächen und bewegte abstrakte Kompositionen standen neben gegenständlichen Motiven, Landschaften und fein abgestuften Bildwelten. Menschliche Gestalten tauchten in Gemälden auf und begegneten den Besuchern zugleich als plastische Figuren auf Sockeln. Mal zogen leuchtende Farben den Blick an, mal waren es zurückhaltende Töne, ungewöhnliche Formen oder die Struktur einer Oberfläche.

Als würde sie selbst die Ausstellung betrachten: Die Figur im Vordergrund tritt in einen stillen Dialog mit den Farben des Gemäldes dahinter – eine reizvolle Begegnung von plastischer Form und Malerei.
Die weißen Stellwände gliederten die Halle in überschaubare Ausstellungsbereiche und eröffneten immer wieder neue Blickachsen. So ließ sich von Werk zu Werk gehen, vergleichen und entdecken. Gerade das Nebeneinander unterschiedlicher künstlerischer Handschriften machte den Rundgang abwechslungsreich.
Die Gäste nahmen sich dafür Zeit. Sie traten näher an Arbeiten heran, betrachteten Details und tauschten sich über das Gesehene aus. Zwischen konzentriertem Hinschauen und lebhaften Gesprächen wurde sichtbar, was eine gemeinsame Ausstellung auch leisten kann: Sie bringt Menschen über Kunst miteinander in Kontakt.

Kunst bringt ins Gespräch: Zwischen den ausgestellten Werken fanden die Gäste Zeit, Eindrücke und Gedanken miteinander zu teilen.
Drei Stimmen und viel Gefühl
Einen besonderen Akzent setzte „Endton“. Die drei Sängerinnen versammelten sich mit ihren Instrumenten um ein gemeinsames Mikrofon und begeisterten mit einem intensiven, ausdrucksstarken Auftritt. Ihr fein aufeinander abgestimmter mehrstimmiger Gesang und die Gitarrenbegleitung passten zu einem Abend, der die bewusste Wahrnehmung in den Mittelpunkt stellte.

Wenige Linien, markante Züge und eine ausdrucksvolle Oberfläche: Auch im kleinen Detail entfalten die ausgestellten Figuren ihre eigene Präsenz.
Musikalisch bewegt sich die Gruppe zwischen Folk und Singer-Songwriter. Amerikanischer Folk und die mehrstimmige Gesangskultur der 1960er- und 1970er-Jahre gehören zu ihren Inspirationsquellen. Daraus entwickeln die Musikerinnen einen eigenen Stil mit selbstgeschriebenen Liedern, persönlichen Geschichten und sorgfältig ausgearbeiteten Melodien.
Bei der Vernissage überzeugten sie mit hörbarer Intensität und großer Spielfreude. Die Besucher dankten ihnen mit begeistertem Beifall. Damit erhielt Saugspiers Einladung zum Sehen, Hören und Fühlen auch musikalisch einen eindrucksvollen Ausdruck.

Das Buffet mit herzhaften und süßen Kleinigkeiten sowie der herbstliche Blumenschmuck ergänzten den gastlichen Rahmen. Bei einem Glas Wein oder einem anderen Getränk bot sich Gelegenheit, Eindrücke zu vertiefen und den Abend gemeinsam zu genießen.
Saugspiers Antwort auf ihre eingangs gestellte Frage fiel schließlich eindeutig aus: „Es kann nie VUI. ZVUI. GFUI. geben!“ Die Vernissage lieferte dazu Bilder, Stimmen und Begegnungen.

Auf Augenhöhe mit der Kunst: Die kleine Figur mit dem weit ausladenden Hut lädt zum genauen Hinsehen ein.
Ausstellung bis 8. November geöffnet
Die Jahresausstellung „KuLiMu 2026“ des Samerberger Künstlerkreises e.V. ist vom 31. Oktober bis einschließlich 8. November täglich von 14 bis 18 Uhr in der Mehrzweckhalle der Grundschule Samerberg, Samerstraße 20, zu sehen.

Wo sonst Sport getrieben wird, gibt es nun Kunst zu entdecken: Die Jahresausstellung des Samerberger Künstlerkreises verwandelt die Samer Halle in eine vielseitige Galerie und einen Treffpunkt für anregende Gespräche.
Zur Finissage am Sonntag, 8. November, um 15 Uhr liest Bettina Jacobsen aus ihrem Buch „Die Abenteuer der Mopsbande“. Die humorvollen tierischen Geschichten richten sich an Kinder und alle Junggebliebenen. Damit erhält nach der Musik zur Eröffnung auch die Literatur ihren eigenen Platz im Ausstellungsprogramm.
Beitrag & Fotos: Rainer Nitzsche




