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Übersee: Flächennutzungsplan und Ortsheimatpflege

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Übersee. Mit einem Totengedenken an Wolfgang Langhammer eröffnete der erste Bürgermeister Herbert Strauch (FBL, Freie Bürgerliste) die jüngste Gemeinderatssitzung. Langhammer war lange Mitglied des Gemeinderats und engagierte sich sowohl in öffentlichen Ämtern als auch in vielen Vereinen für das Wohl von Übersee.

Wichtiger Tagesordnungspunkt war die Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich Deutz-Straße/Wolferstraße, dessen Billigungs- und Auslegungsbeschluss zuvor im Bauausschuss beschlossen worden war (darüber wurde zuvor ausführlich berichtet). Auch im Gemeinderat mussten dafür noch einmal die Stellungnahmen der Behörden, sonstiger Träger öffentlicher Belange und die von Privatpersonen verlesen werden. Einstimmig wurden die Schreiben zur Kenntnis genommen und mit einer Gegenstimme, der von Alexander Rank, fiel der Beschluss, den vorliegenden Entwurf zur 61. Änderung des Flächennutzungsplans öffentlich auszulegen.

Alexander Rank (CSU) sprach sich als einziger gegen so viele Wohnungen im Bereich des früheren Deutz-Geländes aus, weil der Bedarf eigentlich gar nicht vorhanden sei. Wie berichtet, sind rund 200 Wohnungen in mehreren Mehrfamilienhäusern und Reihenhäusern geplant. Die genaue Zahl wird von der Größe der Wohnungen abhängen. Diese Anzahl an Wohnraum habe ortsbildprägenden Charakter, sagte Rank; der errechnete Bedarf an Wohnungen sei geringer. „Wollen wir ein Dorf sein oder eine Stadt?“, fragte er. „Bauen wir für die Überseer oder den Investor?“ Hans Thullner (Grüne) sagte, er verstehe die Argumentation, aber die vorherrschende Meinung im Gemeinderat war die generelle Notwendigkeit für Wohnraum in Übersee. Florian Ober (Grüne) sagte, er kenne genug Leute, die von Übersee wegziehen müssten, weil sie keine Wohnungen finden. Der Bürgermeister meinte, es sei gelungen, die Grundflächenzahl von 0,65 einzuhalten. Die Planung setze sich aus vielen kleinen Teilen zusammen, und es sei eine große Chance gewesen, dass sich die Bürger bei einer Bürgerwerkstatt und anderen Beteiligungen mit einbringen konnten. Vieles davon werde umgesetzt.

Ortsheimatpflege groß geschrieben

Zuvor hatte Ortsheimatpflegerin Annemarie Kneissl-Metz über die Aufgaben eines Heimatpflegers informiert, wie es im Überseer Gemeinderat einmal jährlich üblich ist. Nach den Richtlinien über die Heimatpflege sei sie eine staatliche und kommunale Aufgabe, wobei nach der Verfassung der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der kulturellen Überlieferung dazu gehöre. Das betreffe nicht nur Kulturlandschaften, Siedlungen, bauliche Anlagen, Denkmäler oder Trachten, sondern auch immaterielle Kulturgüter wie Bräuche, Feste, Volksmusik oder Dialekte. Schutz bedeute nicht nur Bewahrung und Pflege, sondern auch verantwortungsvolle Weiterentwicklung. Der Ortsheimatpfleger sei nicht weisungsgebunden und habe zahlreiche Aufgaben.

Seit 2018 wurden vier Ausstellungen zur Heimatgeschichte in Übersee veranstaltet, nämlich „200 Jahre Gemeinde Übersee“, „Ca45 – Großereignisse bestimmen das Leben im kleinen Dorf zwischen 1938 und 1955“, im Jahr 2023 die große Ausstellung „Malerdorf Übersee 1918 bis 1955“ und zuletzt vor wenigen Wochen die Erinnerungsausstellung an die Heinrich-Porzellan-Manufaktur. Jeweils entstanden dabei umfangreiche Publikationen. Interessierte können sich jederzeit auf der Homepage der Gemeinde informieren.

Bürgermeister Strauch dankte der Ortsheimatpflegerin und dem Arbeitskreis Kultur für ihre sehr erfolgreiche Arbeit.

Text: Christiane Giesen


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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