Drei neue Atemschutzcontainer und ein moderner Einsatzleitwagen sollen die Feuerwehren im Landkreis Rosenheim bei größeren Einsätzen künftig noch besser unterstützen. Der Kreisausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für die Beschaffung gegeben.
Die geplanten Investitionen belaufen sich auf insgesamt rund 1,45 Millionen Euro. Rund ein Drittel der Summe übernimmt der Freistaat Bayern. Mit den drei neuen Atemschutzcontainern baut der Landkreis Rosenheim sein Wechselladersystem für den überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz weiter aus. Die Container sollen bei den Feuerwehren in Bad Aibling, Prien am Chiemsee und Wasserburg am Inn stationiert werden. Jeder von ihnen wird mit 18 Atemschutzgeräten sowie weiterer Ausrüstung ausgestattet. Damit stehen den Feuerwehren im Landkreis künftig insgesamt 54 zusätzliche Atemschutzgeräte zur Verfügung. Die Ausstattung ist insbesondere für größere Brände und Schadenslagen vorgesehen, bei denen Einsatzkräfte über längere Zeit Atemschutzgeräte benötigen. Bislang greift der Landkreis in solchen Fällen auf einen Gerätewagen der Feuerwehr Rosenheim zurück. Dieser führt rund 30 Atemschutzgeräte mit sich. Das neue System soll die Stadtfeuerwehren entlasten und zugleich sicherstellen, dass die Feuerwehren im Landkreis nach einem Einsatz schnell wieder über einsatzbereite Geräte verfügen.
Die drei Standorte wurden gezielt ausgewählt: Dort sind bereits Wechselladerfahrzeuge, Atemschutzübungsanlagen und Einrichtungen zur Wartung und Pflege der Atemschutzgeräte vorhanden. Das ermöglicht kurze Wege bei der Instandhaltung und Wiederbefüllung sowie einen schnellen Transport der Container zum Einsatzort. Für die Beschaffung der drei Container sind insgesamt rund 750.000 Euro vorgesehen. Die Regierung von Oberbayern hat bereits Fördermittel in Höhe von 321.750 Euro zugesagt. Der Kreisausschuss beauftragte die Verwaltung einstimmig, das Vergabeverfahren vorbehaltlich der Bereitstellung der Mittel im Kreishaushalt 2027 einzuleiten.
Neuer Einsatzleitwagen für den Katastrophenschutz
Der Kreisausschuss hat einstimmig die Ersatzbeschaffung eines Einsatzleitwagens für die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) am Standort Kolbermoor beschlossen. Das bisherige Fahrzeug stammt aus dem Jahr 2010 und entspricht technisch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung kommt bei größeren Feuerwehr- und Katastrophenschutzeinsätzen zum Einsatz. Sie unterstützt die Einsatzleitung bei der Organisation und Koordination der Maßnahmen. Durchschnittlich wird die Einheit rund 50 Mal pro Jahr alarmiert. Aufgrund der Größe des Landkreises und der räumlichen Trennung durch den Inn werden zwei solcher Katastrophenschutzeinheiten vorgehalten: in Kolbermoor und Stephanskirchen. Der neue Einsatzleitwagen soll künftig auch im überörtlichen Hilfeleistungskontingent der Regierung von Oberbayern eingesetzt werden können. Für die Beschaffung sind rund 700.000 Euro eingeplant. Der Freistaat Bayern fördert das Fahrzeug mit 251.000 Euro. Die erforderlichen Haushaltsmittel stehen bereits 2026 zur Verfügung.
Wechselladersystem wird schrittweise aufgebaut
Kreisbrandrat Richard Schrank informierte den Kreisausschuss in der Sitzung außerdem über den aktuellen Stand beim Aufbau des Wechselladersystems. Den Grundsatzbeschluss dafür hatte der Kreisausschuss bereits im Dezember 2022 gefasst. Das Konzept sieht insgesamt acht Trägerfahrzeuge und 18 spezielle Abrollbehälter vor, die auf die vier Feuerwehrinspektionsbereiche des Landkreises verteilt werden. Vier Trägerfahrzeuge sind bereits im Einsatz. Je nach Lage können die Fahrzeuge unterschiedliche Container aufnehmen und transportieren. So lassen sich beispielsweise spezielle Ausrüstungen für größere Brände oder Katastrophenlagen flexibel an den jeweiligen Einsatzort bringen. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren zu steigern, ohne die Zahl der Fahrzeuge insgesamt zu erhöhen. Insgesamt engagieren sich im Landkreis Rosenheim rund 7.900 aktive Feuerwehrleute in 116 Freiwilligen Feuerwehren. Etwa 2.300 von ihnen sind als Atemschutzgeräteträger ausgebildet.
Text und Bildmaterial: Landratsamt Rosenheim – Wechselladerfahrzeug mit Abrollcontainer – erste Trägerfahrzeuge und Abrollsysteme des Wechselladersystems im Einsatz




