Wie vielfältig und wirkungsvoll LEADER im ländlichen Raum sein kann, konnten die Mitglieder der LEADER-Aktionsgruppe Landkreis Kelheim bei einer Exkursion in den Nachbarlandkreis Landshut erfahren. Vier unterschiedliche LEADER-geförderte Projekte standen auf dem Programm. Neben den Projektinhalten tauschten sich die Entscheidungsträger auch über Abstimmungsmodalitäten, Kofinanzierungsmöglichkeiten und Bürgerbeteiligungsprozesse aus.
Landrat Alfred Holzner begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zeigte sich erfreut darüber, dass die LEADER-Regionen ihr Wissen und ihre Erfahrungen untereinander austauschen. Gegenseitiges Lernen, Weiterentwickeln und der Austausch von Ideen am Beispiel konkreter Projekte seien wichtige Aspekte, um die EU-Förderung auch in Zukunft optimal für die Landkreise zu nutzen. Der Vorsitzende des Wasserzweckverbandes Rottenburger Gruppe, Peter Dreier, wies auf die spürbaren Veränderungen des Klimawandels und die wachsenden Herausforderungen für die Wasserversorger hin. Stetige Anpassung der Filtertechnik oder die Minimierung von Wasserverlusten seien Kernaufgaben, die durch die extrem hohen Temperaturen und die damit verbundene Bodentrockenheit oftmals neue Problemlösungen nötig machen. Im Wissenszentrum WasserWertSchätzen in Pattendorf bekam die Exkursionsgruppe detaillierte Einblicke in den Wasserkreislauf. Erfreulich sei die intensive Nachfrage und Nutzung der interaktiven Ausstellung insbesondere durch Schüler- und Jugendgruppen.
Anschließend besuchte die Gruppe das Kulturzentrum in Neufahrn in Niederbayern, wo die sanierte Friedenskirche heute neben ihrer ursprünglichen kirchlichen Funktion auch für weltliche Veranstaltungen zur Verfügung steht. Diese Doppelfunktion ermögliche eine bessere Auslastung der Gebäudenutzung und verbessere das Zusammenkommen engagierter Bürger aus Vereinen, Organisationen und Kirche. Im Goldbach MUSEUM in Ergoldsbach wurde die Gruppe von Bürgermeisterin Heike Berger begrüßt. Im Mittelpunkt standen Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Lebens im Goldbachtal. Beeindruckend sei das ehrenamtliche Engagement, mit dem dort ein ortsbildprägendes Gebäude wiederbelebt wurde. Den Abschluss bildeten der barrierefreie Schaukräutergarten und die Schaubrauerei mit Gastronomie in Furth. Das Kommunalunternehmen der Gemeinde hatte das Areal des Maristenklosters 2015 erworben und über die Jahre zu einem Schmuckstück entwickelt, das von den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde mitgetragen wird. Ein neues Zentrum für Bildung und Kulinarik mit hohen ökologischen Ansprüchen sei nach einem intensiven Entscheidungsprozess entstanden und halte die Wertschöpfung in der Region – beispielhaft für den LEADER-Gedanken.
„Gerade diese Vielfalt und die unterschiedlichsten Herangehensweisen machen den besonderen Wert und auch den Reiz von LEADER aus. Wir nehmen viele neue Ideen mit in den Landkreis Kelheim, wie Gemeinden, Wasserzweckverbände oder auch kirchliche Einrichtungen gestärkt werden“, so Klaus Amann zum Abschluss der Exkursion. Besonders bedankte er sich bei Karoline Bartha, LAG-Geschäftsführerin des Landkreises Landshut, die die Exkursionsstationen zusammengestellt und die jeweiligen Projektverantwortlichen organisiert hatte. Ein Gegenbesuch wurde bereits vereinbart.
LEADER zeige damit eindrucksvoll: Europa beginne nicht erst in Brüssel, sondern vielmehr direkt vor der eigenen Haustür.
Text: Landkreis Landshut – Bildquelle: Tanja Weinberger – Vertreter der LEADER-Aktionsgruppen aus Landshut und Kelheim vor der Schaubrauerei in Furth.




