Kirche

Konzert zu Kirchweih Sinfonia Aschau

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Ein musikalischer Genuss auf hohem Niveau war das festliche Konzert zu Kirchweih mit der Sinfonia Aschau und dem Vokalensemble Chiemgau in der voll besetzten Pfarrkirche „Darstellung des Herrn“. Unter der Gesamtleitung von Rupert Schäffer spielte das Kammerorchester Sinfonia Aschau, und das Vokalensemble Chiemgau unter wechselnden Dirigenten und Dirigentinnen verschiedene kurze Stücke quer durch die Jahrhunderte. Angefangen von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525 bis 1594) mit „Sicut Cervus“ bis zu „Time after Time“ von Rob Hyman (Jahrgang 1950) und Cyndi Lauper (Jahrgang 1953) unter der Leitung von Birgit Detsch. Gastsolistin war die Sopranistin Roswitha Schmelzl, die mit ihrer klaren, sehr modulierfähigen Stimme schon seit langem die Konzerte der Sinfonia Aschau bereichert.

Beeindruckendes Stück gleich zu Anfang war aus der Kantate „Or che dórrido verno“ von Nicola Porpora das Allegro und die Arie „Nocchier che mira“ – mit Schmelzl als Solistin und Andreas Schäffer auf der Blockflöte, der im Folgenden noch mehrfach als Solist an der Klarinette zu hören war. Alle folgenden Stücke, angefangen von Edvard Griegs „Ave maris stella“ bis zum „Ave Maria“ des 1944 geborenen Karl Jenkins, beides unter der Leitung von Bernadette Osterhammer, waren innige, zu Herzen gehende Werke, die wunderbar in den herrlichen Kirchenraum mit seiner außergewöhnlich guten Akustik passten.

Nicht alle Stücke und Interpreten können hier genannt werden, aber erwähnt sei das Concerto D-Dur opus 6, Nr. 14 des wenig bekannten Barockkomponisten Valentin Rathgeber (1682 bis 1750), bei dem die Solisten Andi Wörndl und Andreas Hilger die Trompeten spielten. Klanggewaltig und schön war dann Georg Friedrich Händels Duett „As steals the morn“ aus „L´Allegro, il Penseroso ed il Moderato“ mit Roswitha Schmelzl (Sopran) und Rupert Schäffer (Tenor). Ein Höhepunkt war die von Andreas Schäffer (Jahrgang 1991) komponierte „Fantasie g-Moll“ mit dem Komponisten selbst und Sepp Schlemer (Klarinetten), Magdalena Baumgart (Horn) und Götz von der Bey (Cello).

Viele Zuhörer konnten sich schon bis dahin kaum zurückhalten, jeweils Beifall zu klatschen; dann aber brachen die Dämme, so dass einige bis zum Schluss nach jedem Stück applaudierten – schade, aus Sicht der Berichterstatterin, weil die sakrale, feierliche Atmosphäre dadurch zerrissen wurde. Das letzte Stück, „Sanctus C-Dur“ von Joseph Balthasar Hochreither (1669 bis 1731) aus seiner Messe „Jubilus sacer“ von 1731, ließ noch einmal das harmonische, virtuose Zusammenspiel aller Mitwirkenden und Solisten wunderbar zur Geltung kommen. Ein unvergessliches Konzert, bei dem am Schluss weder am Beifall noch an Spenden gespart wurde.

Bericht und Text: Christiane Giesen


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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