Kirche

Jahrtag der KSK in Pittenhart

Fahnenabordnungen und Teilnehmer am Kriegerdenkmal während der Heldenehrung.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Pittenhart: Mit Böllerschüssen und Blasmusik wurde am vergangenen Sonntag der Kriegerjahrtag der örtlichen Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) begangen. Zusammen mit den Brudervereinen aus Obing, Albertaich und Eggstätt sowie den Pittenharter Ortsvereinen mit ihren Fahnenabordnungen zogen die Teilnehmer in die Pfarrkirche St. Nikolaus ein.

Der feierliche Gottesdienst wurde von Pfarrer David Mehlich und Gemeindereferentin Jacqueline Egold zelebriert und von der Seeoner Blaskapelle mit Liedern der Deutschen Messe von Franz Schubert untermalt. Inmitten aktueller globaler Konflikte und historischer Tragödien mahnten die Gedenkfeiern nicht nur an die Opfer von Krieg und Gewalt, sondern waren zugleich ein Appell und eine Besinnung auf Frieden und Menschlichkeit. Vor dem Altar zeugten ein aufgebarter Stahlhelm und der davor liegende Ehrenkranz der örtlichen Krieger- und Soldatenkameradschaft von Erinnerung und Mahnung.

Wie Pfarrer Mehlich eingangs des Gottesdienstes betonte, sei ein Kriegerjahrtag nicht nur ein Gedenktag an die verstorbenen und vermissten Opfer der Kriege und Gewalttaten, es sei auch wichtig, dass die Christen in der Kirche um den Frieden bitten. „Friede ist keine Sache der Ewigkeit im Jenseits, sondern Friede kann auch in der Gegenwart Wirklichkeit werden, dafür stehen wir ein und wenden wir uns von Krieg und Gewalt ab und bitten den Herrn um sein Erbarmen“ waren die Worte von Pfarrer Mehlich.

Als äußeres Zeichen für eine innere Haltung spielten bestimmte Gewänder, wie Vereinsuniformen und festliche Kleidung, eine maßgebende Rolle für das „Dabei sein“ und die innere Ausrichtung. Wer sich einem Verein zugehörig fühle, solle auch mitmachen; beim Gottesdienst gilt: Wer ihn besucht, soll mitfeiern und sich innerlich darauf einlassen. Kleidung sei nur das Äußere, entscheidend sei die innere Haltung. „Heute beim Kriegerjahrtag soll es auch darum gehen, die innere Haltung der Menschen zu ändern, es reicht nicht zu sagen wir wollen keinen Krieg mehr“ vielmehr sei es die innere Haltung der Menschen, die sich dahin gehend ändern müsse, zum Frieden bereit zu sein, so Pfarrer Mehlich in seiner bewegenden Predigt.

Dieses Jahr ist das Gedenkjahr des heiligen Franziskus, und anstelle des Glaubensbekenntnisses ließ Mehlich ein Gebet des Heiligen für Frieden und Gerechtigkeit sprechen. „Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens“, so ergänzte er seine Predigt. Nach dem Schlusssegen und den von der Empore kommenden feierlichen Klängen der Seeoner Blaskapelle zog der Festzug über die Rosenheimer Straße zum Kriegerdenkmal am östlichen Ortseingang. Gemeindereferentin Jacqueline Egold erinnerte in Gebeten an die vielen Menschen, die unter Angst und Terror leiden, und dass das Kriegerdenkmal an die erinnert, die in Kriegen ihr Leben verloren haben, und dazu ermahnt, dass Frieden werde und Frieden bleibe.

Mit sehr bewegenden Worten wandte sich Reinhard Schreiner, 1. Vorstand der KSK, an die umstehenden Kameraden, Mitglieder der Ortsvereine und die weiteren Zuhörer. Er erinnerte daran, dass inzwischen mehr als 110 Jahre vergangen seien, seit der Erste Weltkrieg begonnen habe, ein Krieg, von dem man glaubte, er werde nur wenige Wochen dauern, der sich jedoch über Jahre hinzog. 21 Jahre später begann erneut ein Krieg, der sechs Jahre lang Leid brachte, wie die Welt es bis dahin nicht gekannt hatte; beide Kriege forderten viele junge Soldaten aus der Gemeinde, die das Elend ein Leben lang in sich trugen. „Frieden ist nicht selbstverständlich und ist das höchste Gut, das wir haben“, mahnte der erste Vorsitzende der KSK-Ortsgruppe Pittenhart angesichts der weltweiten Lage.

Während die Kameraden der Veteranenvereine Jahr für Jahr an den Kriegerdenkmälern stehen, um für Frieden und Versöhnung einzutreten, machten es die Mächtigsten der Welt oft mit einfachen Sätzen zunichte. „Mahnen wir für Frieden“, so Schreiner.Als Zeichen der Erinnerung und des Gedenkens an die über 120 gefallenen und vermissten Krieger der Gemeinde legte Reinhard Schreiner im Namen der KSK Pittenhart einen Kranz nieder. Zu den Klängen des „Guten Kameraden“, gespielt von der Seeoner Blaskapelle, senkten sich die Fahnen, und drei Böllerschüsse hallten über den Ort.

Abschließend richtete Reinhard Schreiner Dankesworte an den kirchlichen Dienst, an die Kameraden aus Obing, Albertaich und Eggstätt sowie an die Pittenharter Ortsvereine, die mit ihren Fahnenabordnungen am Gedenken teilgenommen hatten, an die Blaskapelle Seeon, den Kononjer Markus Weindl sowie an die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Pittenhart, die die Straßenabsperrung übernommen hatten. Ein herzlicher Dank ging an Hans Stöcklhuber, der das Kriegerdenkmal das ganze Jahr über pflegt und es speziell für den Kriegerjahrtag schön herrichtete.

Nach der Bayernhymne zogen die Vereine und alle Mitwirkenden zum gemütlichen Beisammensein in den Landgasthof Alte Zollstation.

Bericht und Bilder: Emmy Künzner-Hingerl


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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