Während in den Chiemgauer Alpen in der Regel mit dem Ende des Monats September die Weidetiere von den Almen wieder zurück ins Tal gebracht worden sind, sind auf der Krautinsel im Chiemsee noch die im Frühjahr mit einem Transportschiff gebrachten Schafe vorhanden.
Seit 25 Jahren hat Michael Berneder aus Schörging in der Gemeinde Bernau die Schafe auf der Krautinsel im Chiemsee, derweil die Landwirtschaft in Schörging von seiner Enkelin Christine Perl als Bio-Schäferei geführt wird. Seit dem Auftrieb im Mai mittels Fähre ab Gstadt schaut er immer wieder nach dem Rechten, bei einer jüngsten Spätsommertour konnten wir ihn begleiten. Zur Betreuung der Schafsherde gehört auch eine alte Hütte, die Berneder vor vielen Jahren renovierte und in der er auch für Not-Zeiten Heu-Futter hat. Der Weidegrund ist Staatsgrund und ist nach uraltem Recht von den Insulanern gepachtet. Zu den Auflagen gehört, dass es keinen Zaun für die Schafe gibt, so dass diese die Insel als Paradies genießen können und ob der Insellage auch nicht von einem Wolf Angst haben müssen. Letztlich sind die Schafe auf der Insel die besten Landschaftspfleger. Für heuer – so der rüstige 85jährige Schäfer bei der Fahrt von Bernau-Felden mit dem Boot zur Krautinsel – reicht das Futter noch für einige Wochen. Einen Termin zur Heimkehr gibt es noch nicht zumal bei diesem Einsatz mit der Fähre auch der Wasserstand des Chiemsees eine Rolle spielt. 28 Schafe waren und sind heuer über den Sommer auf der Krautinsel gewesen, alles ist gut gegangen. Dass auch die weiteren Wochen gut gehen und auch wie in den letzten 24 Jahren auch der Heimtransport wieder einwandfrei klappt – das wünscht sich Michael Berneder natürlich ganz besonders.
Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Krautinsel-Beweidung durch die Schafsherde von Michael Berneder aus Bernau-Schörging.










