Vertreter südamerikanischer Schutzgebiete informieren sich über Umweltbildung – Junior Ranger im Fokus
Seit rund vier Jahren gibt es immer enger werdende Bande zwischen Brasilien und der Nationalparkregion im Landkreis Regen. Nun reisten abermals 14 Vertreter südamerikanischer Schutzgebiete in den Bayerwald, um sich vertieft mit den Themen Umweltbildung und nachhaltiger Tourismus auseinanderzusetzen. Im Fokus der Kooperation steht das Junior-Ranger-Projekt, welches deutschlandweit im Nationalpark Bayerischer Wald seinen Anfang nahm.
„Es freut mich, dass der Samen der Junior-Ranger-Idee bei ihnen so schön aufgegangen ist und sich nun bereits beginnt prächtig zu entwickeln“, sagte Nationalparkleiterin Ursula Schuster bei der Begrüßung der Gruppe im Wildniscamp am Falkenstein. Denn in einigen Regionen Brasiliens würden bereits erste Programme nach Bayerwald-Vorbild umgesetzt. „Es ist schön zu sehen, dass unsere Tradition des Austauschs fortgesetzt wird“, sagte auch Regens Landrat Dr. Ronny Raith. „Das ist das beste Beispiel für gelebte Freundschaft.“
Knapp eine Woche lang war die 13-köpfige Delegation damit beschäftigt, sich Input für ihre Arbeit zu holen. Dafür führten Mitarbeitenden des Nationalparks und des Naturparks die Gruppe nicht nur in Besuchereinrichtungen wie das Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal, das Wildniscamp am Falkenstein, die Naturparkwelten in Bayerisch Eisenstein oder das Waldspielgelände bei Spiegelau. Daneben standen vor allem Workshops zu den Methoden der Umweltbildung auf dem Programm, ebenso wie der Austausch bezüglich der Kooperationen mit Schulen und Kindergärten sowie der Besuch der diesjährigen Junior-Ranger-Abschlussfeier.

Die südamerikanische Gruppe wurde unter anderem von Landrat Dr. Ronny Raith von links), Nationalparkleiterin Ursula Schuster, Alexander Muthmann (hinten, 3. von links), Vorsitzender des Junior-Ranger-Vereins, und Nationalparkmitarbeiter Mario Schmid (hinten rechts) begrüßt. Zum Gruppenfoto ging’s vor die brasilianische Hütte im Wildniscamp am Falkenstein. (Foto: Gregor Wolf / Nationalpark Bayerischer Wald)
„Als ältester Junior-Ranger-Verein in Deutschland unterstützen wir den Nationalpark und die Kommunen dabei, die Idee der Nachhaltigkeit an junge Menschen weiterzugeben“, beschreibt Vereinsvorsitzender Alexander Muthmann den Kern der ehrenamtlichen Arbeit. Über 3000 Mädchen und Jungen aus den beiden Nationalpark-Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau habe man dabei bereits erreicht.
Vor allem Impulse für die Jugendarbeit zum Thema Naturschutz hat sich Michel Omena aus dem Sao Joaquim Nationalpark vor der Reise gewünscht – und wurde nicht enttäuscht. „Wir haben viele tolle Sachen kennengerlernt, die man auch mit wenig Mitteln umsetzen kann“, sagt der Brasilianer. Doch genauso wichtig wie die fachlichen Impulse findet er den persönlichen Austausch. „Davon nehmen wir als Gruppe nicht nur ganz viele Inspirationen mit, sondern vor allem eine gehörige Portion Motivation für unsere eigene Arbeit.“ Auf dass es auch in Brasilien in den kommenden Jahren ganz viel neue Junior Ranger geben werde.
Unterstützt und gefördert wird der brasilianisch-bayerische Austausch vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.




