Land- & Forstwirtschaft

Bayerns Hirschkäfer-Funde

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Suche nach Bayerns „Käfer mit Geweih“ war erfolgreich: Im ersten Jahr der neuen Citizen-Science-Aktion der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) gingen bisher 1.905 Meldungen ein. 1.805 Meldungen konnten sicher dem Hirschkäfer zugeordnet werden. Insgesamt wurden dabei 2.338 Hirschkäfer gesichtet.

„Wir sind begeistert von der hohen Beteiligung und der Qualität der Meldungen“, freut sich LWF-Präsident Dr. Peter Pröbstle. „Ohne das Engagement der vielen Helferinnen und Helfer wäre diese Datengrundlage nicht möglich gewesen. Die Ergebnisse zeigen, welchen wichtigen Beitrag Bürgerinnen und Bürger zur Erforschung und zum Schutz unserer heimischen Arten leisten können.“

Juni ist Hirschkäfermonat

Besonders häufig wurden Hirschkäfer im Juni beobachtet: Mehr als die Hälfte aller gemeldeten Tiere entfiel auf diesen Monat. Bereits im Mai waren zahlreiche Käfer unterwegs, im Juli gingen die Beobachtungen deutlich zurück. Auch bei der Tageszeit zeigt sich ein deutliches Muster: Zwar wurden Hirschkäfer über den ganzen Tag hinweg beobachtet, am häufigsten aber in den Abendstunden zwischen 18 und 21 Uhr. Das passt zur bekannten Dämmerungsaktivität der Art. „Die vielen Meldungen zeigen uns, wann und wo Menschen Hirschkäfern begegnen“, erklärt Anna Kanold von der LWF, die das Hirschkäfermonitoring betreut. „Besonders häufig sind Beobachtungen aus Gärten und Siedlungsbereichen. Dort erhielten wir teilweise sogar Hinweise auf mehrjährige Reproduktionsstätten. Bei der Auswertung müssen wir allerdings berücksichtigen, dass Citizen-Science-Daten auch davon beeinflusst werden, wo Menschen besonders häufig unterwegs sind.“

 Hirschkäfer vor der Haustür

Viele Hirschkäfer wurden im unmittelbaren Umfeld des Menschen entdeckt. Rund 43 Prozent der Fundpunkte lagen auf Wohnbauflächen, knapp zehn Prozent im Wald. Insgesamt bestätigen die Meldungen das bisher bekannte Verbreitungsgebiet des Hirschkäfers in Bayern weitgehend. Einzelne Funde außerhalb der bekannten Gebiete sollen in den kommenden Jahren weiterverfolgt werden.

 Regentonnen können zur Falle werden

Erfreulich ist: 82 Prozent der gemeldeten Hirschkäfer waren unverletzt. Totfunde gehören dennoch zum natürlichen Lebenszyklus, denn die erwachsenen Käfer leben nur wenige Wochen. Auffällig häufig wurden Hirschkäfer aber auch in Regentonnen und anderen Wasserstellen gefunden. Die LWF bittet deshalb darum, Regentonnen abzudecken oder einfache Ausstiegshilfen für die Käfer anzubringen. Bretter, Äste oder Steine können Käfern und anderen Insekten helfen, sich selbstständig zu retten.

 Citizen Science geht weiter

Die LWF bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Beobachtungen und Fotos beigesteuert haben. Jede Meldung verbessert das Wissen über Verbreitung und Lebensräume des Hirschkäfers und unterstützt damit den Schutz dieser besonderen Art. Die nächste Meldesaison startet im Mai 2027. Dann hofft die LWF erneut auf zahlreiche Beobachtungen aus der Bevölkerung.

 Weitere Informationen, die Meldeseite sowie das Merkblatt „Hirschkäfer erkennen und schützen“ finden Sie unter: https://www.lwf.bayern.de/hirschkaefer.

Bericht und Foto: LWF –  Kämpfende Hirschkäfermännchen in einem Garten. Foto: Ch. Franz/LWF


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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