Natur & Umwelt

Tacherting: Neues Leben in der Alz

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Tacherting – Nur eine Mulde erinnert heute noch an einen Seitenarm, in dem einmal das Wasser der Alz geflossen ist. Dieses längst trocken gefallene Gewässer in Wajon wieder sichtbar zu machen, hat sich das Wasserwirtschaftsamt Traunstein vorgenommen. Am Montag, 8. September, beginnen die Arbeiten für einen wertvollen Lebensraum, der insbesondere jungen Fischen zugutekommen wird.

Zunächst rollt der Bagger an. Wie häufig bei diesen ökologischen Maßnahmen des Amtes wird zunächst ein Bagger die bestehende Natur verändern: Bäume und Sträucher werden geschnitten. Dann wird der Oberboden abgetragen; er wird zum Abschluss der Arbeiten wieder eingesetzt. Anschließend gräbt der Bagger die Mulde auf einer Länge von rund 150 Metern etwa 1,50 Meter tief aus. Der ausgehobene Kies wird auf einen Lagerplatz am Tachertinger Wehr zwischengelagert; er soll der Alz zurückgegeben werden.

Der freigelegte Seitenarm öffnet sich zur Alz, auf Höhe der Mündung des Alz-Kanals. Sein Ufer in Richtung Fluss wird flach gestaltet, das gegenüberliegende bekommt steilere Zonen. Hier kann sich der Eisvogel wohlfühlen. Auf beiden Uferseiten spenden neu eingepflanzte Bäume Schatten; sie waren an anderer Stelle ausgegraben worden. Im Wasser selbst bieten tiefere Bereiche gute Überwinterungsmöglichkeiten für Jungfische: Aitel, Barbe, Barsche und Nase sollen hier Lebensraum finden. Eine Insel aus Kies und Treibholz sorgt zudem für Rückzugsraum. Ergänzend zur Reaktivierung des Seitenarms entstehen auf gleicher Höhe in der Innenkurve der Alz Unterstände im flachen Wasser.

Die Bauaufsicht über die rund zwei Wochen andauernden Arbeiten übernimmt die Flussmeisterstelle Salzach, die zum Traunsteiner Wasserwirtschaftsamt gehört. Die Baukosten betragen 50.000 Euro; sie werden von den Alzkraftwerken Heider GmbH getragen. Die Freilegung des Seitenarms der Alz gehört zu einer ganzen Reihe von ökologischen Maßnahmen, zu denen die Alzkraftwerke Heider verpflichtet sind, als Ausgleich für die Nutzung der Wasserkraft.

Text und Bildmaterial: Wasserwirtschaftsamt Traunstein


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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