Natur & Umwelt

Dürre schädigt Wälder – Bayerns Forderung

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Angesichts der massiven Auswirkungen des Klimawandels auf Europas Wälder fordert Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber vom Bund, die Ausarbeitung der „Nationalen Wiederherstellungspläne“ sofort zu stoppen. Nach Ansicht der Ministerin muss Brüssel die auslösende EU-Wiederherstellungsverordnung grundlegend überarbeiten, denn ihre Vorgaben hemmen die dringend notwendige Anpassung der Wälder an den Klimawandel: „Spätestens seit diesem Hitze-Sommer muss jedem klar sein: Wir brauchen neue, klimastabile Zukunftswälder. Wenn aber europäische Vorgaben dazu führen, dass Waldbesitzer an Waldtypen festhalten sollen, die bereits jetzt erkennbar unter Klimastress leiden und von denen wir wissen, dass sie im Klima von morgen keine Chance mehr haben, dann läuft etwas grundlegend falsch. Wir dürfen nicht Stillstand befehlen, wo Veränderung notwendig und dringend ist“ so Kaniber.

Für Kaniber ist deshalb jetzt der Zeitpunkt für eine grundsätzliche Kurskorrektur, um Naturschutz und Klimaanpassung zusammenzubringen: „Änderungen an der Wiederherstellungsverordnung kann nur die Europäische Kommission vornehmen, dafür braucht es jetzt den Druck aus den Mitgliedstaaten. Ganz Europa wartet darauf, dass aus Deutschland endlich eine klare Haltung kommt.“

Wie dringend die Anpassung der Wälder ist, zeige sich derzeit in weiten Teilen Europas. Trockenheit und Hitze setzten die Bäume zunehmend unter Stress. Auch bislang vitale Buchen zeigten deutliche Folgen des Wassermangels und würden teilweise bereits im Sommer Laub abwerfen. Kaniber: „Das sind Warnsignale, die wir ernst nehmen müssen. Mit dem Klima verändern sich auch die Bedingungen, unter denen unsere Wälder wachsen. Darauf müssen wir reagieren können – mit vielfältigen Mischwäldern, ergänzt um neue, klimastabile Baumarten.“ In Bayern werde deshalb seit Jahren mit Hochdruck am Waldumbau gearbeitet. Allein im vergangenen Jahr hätten die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer mit Unterstützung des Freistaats rund 12,5 Millionen Zukunftsbäume gepflanzt, die Wälder widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit, Stürmen und Schädlingen machen und zugleich Lebensräume für die heimische Tier- und Pflanzenwelt bieten.

Ein Foto ist angefügt. Es zeigt eine frisch gepflanzte Esskastanie, die im letzten Jahr im Rahmen des Waldumbaus symbolisch als 90-millionster Baum gepflanzt wurde. Die Esskastanie gilt als Zukunftsbaum, da sie gut mit Trockenheit und Hitze zurechtkommt. Das Foto kann für die Berichterstattung verwendet werden.

Bericht und Foto: StMELF /  Judith Schmidhuber/StMELF


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Toni Hötzelsperger

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