Neue Kapelle „Maria – Königin des Friedens“ geweiht – Pittenhart: vergangenen Sonntag wurde bei einer feierlichen Andacht die Oacher-Hofkapelle in Altersham eingeweiht.
Andreas Vodermaier erzählte eingangs der Feierstunde die Entstehungsgeschichte der Hofkapelle der Oicher. Maßgebend für den Bau ist Christa Vodermaier zu nennen. Bei einer heimtückischen Krankheit Anfang der 1990-Jahre hat sie das Versprechen gemacht „Wenn ich wieder gesund und fit werde, dann baue ich eine Kapelle“. Die Kapelle hat einige Zeit auf ihren Bau warten müssen, Christa hat das Vorhaben innerhalb der Familie immer wieder angesprochen und es wurde immer wieder verschoben. Im August 2021 gab es um den Bau der Kapelle dann auch einen kleinen Diskurs zwischen Christa und Sohn Andreas, die Mama hatte kein Verständnis, dass alles Mögliche im und um den Hof gebaut wurde, aber ihr Wunsch, der Bau einer Kapelle nicht umgesetzt wurde.
Andreas Vodermaier bringt seinen Respekt vor dem Bau einer Kapelle zum Ausdruck, in seinen Gedanken ist der Bau einer Kapelle oft mit Schicksalsschlägen verbunden. Der Bauplan existierte bereits und Christa bestand beharrlich auf den Bau. Im September wurde dann mit der Bau Bodenplatte begonnen und die Ziegel bestellt und dann musste der Bau wieder warten, Arbeiten am Hof hatten Vorrang. Dann kam der Familie auch noch die Corona-Erkrankung dazwischen. Während sich der Rest der Familie von der Erkrankung bald wieder erholte, zeichnete sich für Christa ein schwerwiegender Verlauf der Krankheit ab. Sie kam ins Krankenhaus und während dieser Zeit wurde daheim die Kapelle aufgebaut.
Schon im Rohbau ein Ort der Hoffnung
Die Corona-Erkrankung von Christa Vodermaier wurde Zunehmens bedenklicher, die Familie versammelte sich einige Male in der Kapelle mit Diakon Sepp Stürzer um für die Gesundung von Christa zu beten. Am 22. November 2021 ist Christa Vodermaier gestorben und wie Andreas weiters erzählt, war nach dem Tod seiner Mama die Motivation zum Weiterbauen nicht mehr sehr groß. Mama Christa, die sich die Kapelle so gewünscht hat, lebt nicht mehr. Vater Sepp Vodermaier hat die Familie zum Weiterbau motiviert und letztlich war es dann der plötzliche Herzinfarkt von Sepp Vodermaier im Oktober 2025, was für die Familie wieder Sinn machte, die Kapelle fertig zu stellen. Schnelles Helfen und eine gute Behandlung haben dem Vater Sepp Vodermaier bald wieder gesund werden lassen.
Erinnerung an die Mama, ihren Wunsch und ihr Versprechen und Dank für die Gesundung des Vaters verbinden Andreas und seine Familie inzwischen mit der Hofkapelle. „nach Schicksalsschlägen merkt man, dass Gesundheit, Leben und Glück Dinge sind, die man viel zu oft als selbstverständlich ansieht und das ist vielleicht auch der der Grund, warum die Kapelle eine wichtige Bedeutung für uns hat“ so Andreas Vodermaier. Sepp Huber, ehemaliger Obmann der Pittenharter Bauern ergreift anschließend das Wort und wie er sagt, sei es ihm eine besondere Freude und Ehre das Geschenk des Ortsverbandes, eine Figur der heiligen Notburga an die Oacher Familie für die geleistete Arbeit von Christa, zu übergeben.
Vierzehn Jahre haben Huber und Christa Vodermaier die Geschicke des Ortsverbandes des BBV geleitet und zusammen den Verein Pittenharter Bauern e.V. gegründet, was inzwischen einer der besten Ortsverbände im ganzen Landkreis ist, so Huber. Huber verbindet mit der ehemaligen Oacher-Bäuerin auch eine lange Zeit im Pittenharter Gemeinderat, er beschreibt Christa als sehr weitsichtige, soziale Kämpferin. Sehr emotional seine Laudation auf die verstorbene Christa Vodermaier und wie er abschließend bekundet, würde er die Figur der heiligen Notburga am liebsten ihr selbst in die Hände drücken, aber wie so oft im Leben ist es für manche Dinge dann zu spät. Aus den Händen des amtierenden Ortsobmanns Martin Niedermaier und mit den besten Wünschen von Huber und Niedermaier übernimmt Sepp Vodermaier die ehrwürdige Figur der Schutzpatronin der Landwirtschaft. Die Dorfgemeinschaft Altersham, vertreten durch Englbert Vodermaier trägt zur Kapellenweihe mit einem Weihwasserbecken bei. Eigens wurde das Schmuckstück in Italien besorgt und wird als Zeichen der Dorfgemeinschaft in der neuen Kapelle seinen Platz finden.
„neues geistliches Zentrum“ in Altersham „Maria – Königin des Friedens“ geweiht
Diakon Sepp Stürzer zelebriert die Weiheandacht, die musikalisch von Centa Birner und ihren Musikern und Sängerinnen sehr feierlich untermalt wird. Der Diakon in seiner Begrüßung erwähnt: „Ein besonderer Anlass – der Oacha-Hof und das Dorf bekommen eine neue Kapelle, man könnte auch sagen das Dorf und der Hof bekommen damit ein neues geistliches Zentrum“. Zu Lebzeiten hat Christa Vodermaier schon Sepp Stürzer mit der Einweihung ihrer gewünschten Kapelle beauftragt und dieses Versprechen wird er jetzt einhalten. das anschließende Gebet widmet der Diakon der heiligen Gottesmutter Maria, Königin des Friedens. Möge Maria alle im Glauben festigen und auf einen Weg des Friedens führen. Blickt man von der Kapelle Richtung Süden, so erblickt man die Kampenwand, den Hausberg des Chiemgaus. Vor 75 Jahren wurde dort das neue Bergkreuz eingeweiht und vor genau 50 Jahren, wurde unterhalb des Kreuzes, bei der Steinling Alm eine neue Kapelle gebaut und mit dem Patronat „Maria – König des Friedens“ eingeweiht. „Verbunden war damals eine Bitte an unseren Herrgott und an die Mutter Gottes um Frieden für unsere Heimat, für unsere Familien und für die ganze Welt“ so Stürzer. Wir alle wissen, wie hochaktuell dieses Anliegen auch in unseren Tagen ist. „Drum ist es gerade in so verwirrenden und unsicheren Zeiten, wie wir sie jetzt gerade erleben, so wichtig, dass wir Jesus den Friedensfürsten und Maria als Friedensbringerin im Glauben in unsere Herzen aufnehmen“ bewegende Worte des Diakons. Nach den Segensworten umschreitet Diakon Stürzer mit Weihwasser und Weihrauch die neue Kapelle und segnet im Anschluss die Heiligenfiguren, den Weihwasserkessel und das Feldkreuz, das von Johannes Vodermaier gefertigt wurde. Die Christusfigur am Kreuz stellt „Christus den Auferstandenen“ dar.
In der Begrüßung zitierte Stürzer den Spruch: „Andacht entsteht dort, wo für einen Moment Stille einkehrt und Raum wird für Dinge, die jenseits aller Worte sind“ und wünschte er Euch allen, dass sie hier an diesem Ort viele solcher stillen Momente der Andacht erleben dürfen, in frohen, aber auch in schweren Zeiten. Dir Patronin dieser Kapelle ist Maria, die Mutter Gottes. Hier mit dem Ehrentitel „Maria Königin des Friedens“. Die Legende erzählt, dass die Jünger, als sie den Sarg Mariens geöffnet haben, keinen Leichnam gesehen, haben. Aus dem Sarg ist feiner Blumen- und Kräuterduft ausgeströmt. „Ein schönes Bild auch im Gedenken an unsere Verstorbenen, wenn wir uns vorstellen, dass sie jetzt mit Jesus und Maria im Garten des Paradieses in Frieden leben dürfen“ so Stürzer. An diese Tradition mit den Blumen und Kräutern möchten er heute auch anknüpfen gibt allen ein Samenpackerl mit mitgeben. Der Samen soll ein Symbol dafür sein, dass es an uns allen liegt, diese Welt ein wenig schöner, friedlicher und fröhlicher zu machen.
Mit dem Marienlied „Segne du Maria – segne alle Herzen, segne jedes Herz“ haben Sänger und Musiker um Centa Birner die feierliche Kapellenweihe würdig abgerundet. Marina und Andreas Vodermaier schließen sich mit Gruß- und Dankeswortes an, ein großes Danke gilt Diakon Stürzer, Centa Birner und ihren Musikerinnen, der Familie, den Nachbarn, den Pittenharter Bauern und Allen, die beim Bau schönen Kapelle mitwirkten. Ein herzliches Vergelt’s Gott spricht die jungen Bäuerin des Oacha-Hofes auch allen die am Hof und beim Hoffest mitarbeiten und mitwirken aus. „Gehet hin und feiert in Frieden“, Worte des Diakons, die in das anschließende Hoffest überleiten. Und gefeiert wurde unter dem strahlend blauen Himmel fröhlich und lange. Eine Hofführung gab es obendrein und das angebotene Essen, die Getränke und der Nachmittagskaffee mit dem reichhaltigen Kuchenbuffet lassen die Kapellenweihe und die Einladung der Oacher-Familie zum anschließenden Hoffest zu einem unvergesslichen Tag werden.
Bericht und Bilder: Emmy Künzner-Hingerl – Ein Bild von Christa Vodermeier im Inneren der neuen Kapelle erinnert an die im November 2021 mit 62 Jahren verstorbene Ortsbäuerin, Gemeinderätin (FW) und dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Pittenhart
im Rahmen einer feierlichen Andacht löst Diakon Stürzer sein Versprechen ein und segnet das Wegkreuz und die neue Kapelle der Oacha-Familie in Altersham





