Leitartikel

Prien: „Brandner-Kasparin“ im Theaterwagen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bayern-Premiere im Priener Kurgarten mit der „Brandner-Kasparin“   –   Verein Bühnenkunst Förderer hatte Theaterwagen zu Gast

Es herrschte eine laue Sommernacht im ungewöhnlich stark besiedelten Kleinen Kurgarten in Prien als lautes Hirsch-Röhren auf einen außergewöhnlichen Theaterabend aufmerksam machte. Das Ensemble Porcia als Kärtner Straßentheater war zu Gast, stimmte mit Gitarrenmusik und Gesang auf das dann zu Sehende und Hörende ein und begeisterte vollumfänglich. Selbst das aus der Nähe zu hörende Storchengeklapper und das Glockengeläut der Priener Pfarrkirche passten sich dem Geschehen an.

Der Theaterwagen Porcia tourt 2026 mit der Komödie „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“ (nach Kurt Wilhelm und Franz von Kobell, in einer Wagenfassung von Angelica Ladurner) durch die österreichischen Lande. In einer Inszenierung von Matthias Bauer und Angelica Ladurner steht eine lebenslustige Kasparin im Mittelpunkt, die den „Boandlkramer“ zum Kartenspiel herausfordert.  Bereits über 150 Vorstellungen gab es heuer von diesem mobilen Theater-Ensemble, erstmals zu Gast in Bayern war es auf Einladung des Priener  Vereins Bühnenkunst Förderer.

Über diesen bayerischen Premierenbesuch freuten sich bei ihren Willkommensgrüßen gegenüber den Gästen im ausverkauften Kleinen Kurgarten die Vorsitzenden Wolfgang Sedlmeir und Julia Urban vom Verein Bühnenkunst Förderer. Was dann folgte, war bei den meisten Besuchern der bekannte Theaterinhalt zum Stück „Der Brandner Kaspar und das ewig` Leben“. Was aber ganz und gar neu war, dass der Brandner Kaspar eine Frau war. Die „Kasparin“ war nicht nur eine resolute Lebeperson, sondern auch mit allen Wassern gewaschen als sie beim ersten Besuch des „Boandlkramer“ diesem mit Kerschgeist, List und Kartenspielertrick weitere 25 Jahre Leben abluchste. Doch als ihre Tochter, das Marei bei einem Wilderer-Einsatz früher als es in den himmlischen Büchern vorgemerkt gewesen war, ihr in die ewigen Jagdgründe vorausging, war es vorbei mit dem schier unsterblichen Leben auf Erden. Einer erneuten Einladung des wiederaufgetauchten „Tod“ folgend machte sie einen Schnupper-Besuch im Himmel. Was sie dort erwartete, waren nicht nur der Heilige Petrus und der Heilige Michael sowie das Wiedersehen mit ihrer Tochter Maria: besonders faszinierend waren die übermittelten Botschaften der Heiligen Dreifaltigkeit. Und so entschied sich die „Brandner Kasparin“ ihr irdisches Dasein hintenzulassen und schon früher als erforderlich am Leben der Seligen teilzuhaben. Eingebaut in die Texte im Theaterwagen, der mal weltlich-einfach und dann wieder himmlisch-schön gestaltet war, waren auch einige Spitzen gegenüber der weltlichen Kirche (unter anderem fehlt bislang im himmlischen Aufsichtsrat eine weibliche Person).

Das Theaterwagen-Gastspiel in Prien, das aufgrund langjähriger und freundschaftlicher Kontakte mit Julia Urban, der zweiten Vorsitzenden vom Verein Bühnenkunst Förderer zustande kam, war mehr als nur ein Theater. Die wohltuende Sommerabendstimmung und auch die Bewirtung unter anderem mit vor Ort ausgebackenen Schmalznudeln und mit selbstgebackenem Brot durch ein kleines Bauernverbands-Team um die stellvertretende Kreisvorsitzende Maria Fischbacher und Maria Riepertinger vom Wastlhof sorgten dafür, dass auch nach dem Theaterende ein Verweilen und Beieinanderbleiben angenommen wurde. Für Wolfgang Sedlmeir vom Verein der Bühnenkunst Förderer war das Zustandekommen des Theaterabends rund um das ewige Leben willkommener Anlass bei vielen Unterstützern Dank zu sagen, unter anderem galt dieser dem PrienPartner-Vorsitzenden Dr. Herbert Reuther, der VR Bank Prien  sowie den Priener Gastronomenfamilien Estermann und Löhmann und er ergänzte: „Ohne unsere Unterstützer und Mitglieder könnten wir so eine Veranstaltung nicht stemmen!“. Die nächste Veranstaltung des Vereins Bühnenkunst Förderer wird am Samstag, 26. September beim „Zahn am Bach“ in Prien sein. (über eine Spende an diesem Abend vom Lions-Club berichten wir noch gesondert).

Der Theaterwagen Porcia aus Kärnten: Erstmals in Bayern zu Gast beeindruckte dieser mit Musik, Kostümen, Technik und mobiler Bühne sowie jeweils in verschiedenen Rollen durch Christoph-Lukas Hagenauer, Gregor Kronthaler, Angelica Ladurner („Kasparin“), Stefan Moser und Karoline Troger.  Weitere Informationen:  https://www.theaterwagen-porcia.at

Fotos: Hötzelsperger –   1. Eindrücke vom Gastspiel „Der Brandner Kaspar und das ewig´ Leben“ mit dem Kärntner Strassentheater Porcia in Prien a. Chiemsee. 2. Maria Riepertinger und Maria Fischbacher boten frische Schmalznudeln und Bauernbrote an.

 

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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