Gebensbach. Der Landschaftsgärtnermeister Matthias Tafelmeier pflanzt ein großes Lavendelfeld und sorgt für einzigartige Farbenpracht. Ein etwa fünf Hektar großes leuchtendes Lavendelfeld nicht wie üblich in der Provence sondern mitten im schönen Bayern sozusagen bei uns dahoam vor der Haustüre in Adlstraß im Drei-Landkreiseck von Erding, Landshut und Mühldorf am Inn. Der Landschaftsgärtnermeister Matthias Tafelmeier ist voller Begeisterung und lebt die Verantwortung für eine vielfältige und gesunde Natur.
Er ist in Adlstraß aufgewachsen und fühlte sich schon als Kind in der Natur zuhause. Matthias hat während seiner Ausbildung von 2000 bis 2003 zum Gärtner in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau vielfältige Erfahrungen in verschiedenen Bereichen wie erholsam gestaltete Gartenanlagen, artenreiche Pflanzungen oder Teichgestaltungen und vieles andere mehr gesammelt. Nach der Gesellenzeit, der Meisterausbildung und sechs Jahren Selbständigkeit als Landschaftsgärtner übernahm Matthias im Jahre 2015 den damals konventionell bewirtschafteten elterlichen landwirtschaftlichen Hof in Adlstraß. Dieser umfasst etwa 45 Hektar arrondierte Flächen, davon sind 14 Hektar Wald, drei Hektar Wiesen und 28 Hektar Felder. Angelegt hat Matthias unter anderem diese duftende Blütenpracht mit erwiesener Heilwirkung. In Adlstraß, in der sanften Hügellandschaft bei Dorfen, blüht auf 3,3 Hektar das größte Lavendelfeld Süddeutschlands. Es ist nicht nur ein Magnet für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel, Eidechsen und Blindschleichen, sondern hat sich auch zu einem Foto-Hotspot entwickelt.
Tausende Bienen und unzählige weiße Schmetterlinge flattern und summen an diesem sonnigen und heißen Vormittag mitten im hügeligen Lavendelfeld. Und durch den leichten Wind steigt ein feiner Duft in die Nase. “Am besten ist, man schaut das Feld einfach von der Weite an. Genießt die Landschaft, den Duft, atmet das ein.” Matthias Tafelmeier wollte damit “eine Landschaft für die Seele schaffen”. Das liege ihm als gelernten Landschaftsgärtner am Herzen. “Das ist eigentlich das, warum man das macht, warum ich das angelegt habe, dass einfach für die Seele was da ist. Es ist so viel Arbeit und so viel Stress in der Landschaft und auch bei den Menschen. Das kann man ein bisschen beruhigen.” Aus den Blüten werden Produkte für den kleinen Hofladen hergestellt. Vor ein paar Wochen wurde das Feld abgeerntet und aus den Blüten wird nun für den kleinen Hofladen Lavendelöl, Lavendeleis oder Marmelade hergestellt. Mit Lavendelfeld “die Landschaft beruhigen” “Am besten ist, man schaut das Feld einfach von der Weite an. Genießt die Landschaft, den Duft, atmet das ein.”
Vor diesem Hintergrund entschied Matthias das Landschafts-Paten-Projekt Adlstraß ins Leben zu rufen. Im Rahmen dessen hat sich eine Gruppe innovativer Menschen zum Ziel gesetzt, den Hof in Adlstraß Stück für Stück umzugestalten und so als ein Stück lebens- und liebenswerte Heimat zu bewahren und weiterzuentwickeln. Dabei ist der wichtigste Gedanke, einen Ausgleich dafür zu schaffen, was die Natur dem Menschen bedingungslos zur Verfügung stellt: Luft zum Atmen, Wasser zum Leben, Boden, der Grundlage für unsere Lebensmittel ist. So entstand nach und nach das Projekt “Adlstraß Natur”. Neben Kavendel baut Matthias Tafelmeier auch noch Hanf, Wildkräuter, Aroniabeeren und Urgetreide an, das er an eine Mühle nach Rechtmehring liefert. In seiner verbleibenden Freizeit ist Matthias ein leidenschaftlicher Musiker und spielt bei verschiedenen Blaskapellen in der Region.
Text und Bildmaterial: Hans Kronseder






