Die Parkplatzsituation am Bahnhof Bernau ist angespannt. Dies bestätigen die Anwohner der betroffenen Straßen immer wieder und dies wurde nun auch durch entsprechende Auswertungen eines renommierten Büros bestätigt. Bereits im letzten Jahr waren Möglichkeiten im Gremium diskutiert worden, die Anzahl der Parkplätze zu erhöhen. Hier sei nun, so die Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber in der jüngsten Sitzung, das Büro Dragomir aus München hinzugezogen worden.
Nach der vorgestellten Rahmenplanung sind die vorhandenen Stellplätze stark ausgelastet, teils kommt es bereits zu Überbelegung und ungeordnetem Parken in den angrenzenden Straßen. Eine aktuelle Erhebung zeigt: Der Bahnhofsplatz war mit 26 von 30 Plätzen belegt, die Pankoferstraße mit 19 von 38 und die Baumannstraße mit 18 von 20 Stellplätzen. Bereits in den frühen Morgenstunden waren damit knapp 30 Prozent der Kapazität durch Nachtparker belegt. Die Gemeinde sieht deshalb Handlungsbedarf und will den P+R-Bereich deutlich erweitern. Geplant ist eine Umstrukturierung des Parkplatzes mit einer Erweiterung auf Gemeindegrund, sodass statt bisher 17 künftig rund 70 geordnete Stellplätze entstehen können. Auch die Pendlerumfrage bestätigt den Bedarf. Sie zeigt, dass der Bahnhof vor allem als Arbeitsstandort genutzt wird, viele Fahrgäste aus Bernau und dem Priental kommen und der Bahnhof als attraktiver Zusteigepunkt gilt. Bei der Erweiterung soll dann auch ein weiterer Zugang zum Bahnsteig eingeplant werden. Intensiv diskutiert wurde im Gremium auch die Anzahl der Fahrradabstellplätze. Diese sollten grundlegend vermehrt werden und auf jeden Fall überdacht sein. In diesem Punkt war sich das Gremium einig, da sich nämlich bei einer Umfrage gezeigt hatte, dass doch zahlreiche Pendler aus der Heimatgemeinde selbst mit dem Auto an den Bahnhof fahren. Zudem brauche es einige Absperrboxen für teure Räder oder E-Bikes.
Weiter diskutierte das Gremium intensiv die Nutzung der Anwohnerstraßen als Parkplätze. Hier bestünden, so Herr Glöckl, Dozent für Verkehrsplanung an der TU München, mehrere Möglichkeiten: man könne Parken auf gekennzeichneten Flächen zulassen, man könne Parken mit Anwohnerausweis generell zulassen oder man könnte auch – was im Gremium keinen Anklang fand – die Anwohnerstraßen generell gar nicht mehr zum Parken freigeben. Auf jeden Fall so der Ratschlag der Fachleute, sollten Bereiche in Kurven, in denen generell nicht geparkt werden dürfe, klar durch entsprechende Bordsteine gekennzeichnet werden. Hier befänden sich derzeit größtenteils Blumentröge, um die Parkenden vor Strafzetteln zu schützen und die Sichtdreiecke entsprechend freizuhalten.
Die Erweiterung soll im Anschluss zur Generalsanierung der Bahn stattfinden, da die Bahn bereits das Grundstück schon als Lager für die Baustelle nutzt und dann einen entsprechenden Unterbau herstellen muss. Dieser kann dann wenigstens in Teilen bereits als Unterbau für die geplante Parkplatzerweiterung dienen.
Die weitere Planung soll nun schrittweise umgesetzt werden. Sie soll nun zuerst nach den Vorstellungen des Gemeinderates angepasst werden. Vorrang hat dann zunächst der Ausbau der Parkflächen; anschließend sollen das Bahnhofsumfeld und weitere Verbesserungen folgen. Weiter muss mit den Förderstellen noch abgeklärt werden, inwieweit P&R-Parkplätze gefördert werden können.
Bericht: Gemeinde Bernau a. Chiemsee



