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Chiemgauer Gautrachtenfest – Bericht II

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Trachten im Regen und Segen auf allen Wegen“ – das waren einige der bestimmenden Faktoren beim heurigen 88. Gautrachtenfest des Chiemgau-Alpenverbandes für Tracht und Sitte in seinem 100. Jahr des Bestehens. Alle 23 Mitgliedsvereine sowie viele weitere Trachtenfreunde aus den Patengauen Bayerischer Inngau und Altbayerisch-Schwäbischer Trachtenverband sowie der Verein GTEV Chiemgau Windsor vom Gauverband Nordamerika kamen zum Gau-Gründungsort Marquartstein, um zusammen mit dem Festverein Marquartstein-Piesenhausen zu feiern.

Leichter Regen hielt am Morgen die Festvereins- und Gauverantwortlichen nicht davon ab, den Kirchenzug zu starten. Im und am Pavillon nahe der Pfarrkirche „Zum kostbaren Blut“ wurde nach den Grußworten von Bürgermeister Andreas Scheck ein von der Musikkapelle Marquartstein und von den Hacher-Dirndln musikalisch gestalteter Gottesdienst gefeiert. Eminenz Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg als Hauptzelebrant (Mitzelebranten waren Pfarrer Andreas Horn und Diakon Heiko Jung) stellte in seiner Predigt die hohe Kostbarkeit von Glauben und Heimatpflege heraus und sagte am Gedenktag der Heiligen Anna, der Mutter von der Gottesmutter: „Das gemeinsame Erbe, die gemeinsame Geschichte und die gemeinsame Verantwortung sind Teil der Verbundenheit untereinander. Trachten sind Perlen von Leuten, die Werte und Sitten zeitgemäß leben“.

Landtagspräsidentin und Schirmherrin Ilse Aigner im Schalk

In ihrer heimatlichen und Oberlandler Frauentracht kam Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Die Schirmherrin des Chiemgauer Jubiläumsfestes war bereits vor 30 Jahren beim letzten Chiemgauer Gaufest in Marquartstein zu Gast und bezeichnete in ihrer Grußbotschaft den Chiemgau als einen Ort von gut gepflegter Gemeinschaft. „Ihr habt bis heute das Versprechen Eurer Gründungsväter gehalten, das Tragen der Tracht ist nicht nur was Äußeres, sondern ein inneres Erlebnisgefühl“. Ihr besonderer Dank galt den Jugendleitern und Jugendlichen, zu ihnen sagte die Schirmherrin: „Ihr schaut aufeinander in Zeiten, an denen viele junge Leute zu den sozialen Medien abdriften. Und beherzigen wir bei all dem, was wir tun, den altbewährten Grundsatz: `Was Du nicht willst, dass man Dir tut, das füge auch keinem Anderen zu`“.

Diese Botschaft war ganz im Sinne von Gauvorstand Thomas Hiendl, der in seinen Willkommensworten unter anderem sagte: „Nur Miteinander können wir auch in Zukunft den Einflüssen so entgegenwirken, dass die Trachtensache weiterlebt, ohne dass es uns das Herz dabei kostet. Nehmen wir in Demut und Dankbarkeit die Aufgabe an, die Erhaltung unserer Werte verantwortungsvoll an die nächsten Generationen weiterzugeben“. Auch Traunsteins Landrat Andreas Danzer stimmte in Anwesenheit von Oberbayerns Regierungspräsident Dr. Konrad Schober sowie vielen Mandatsträgern aus Landtag, Bezirkstag und bayerischen Kommunen dem zu und würdigte die verlässliche und gute Brauchtumspflege im Achental. „Tracht, Musik und Gottesdienst in Gemeinschaft, wenn diese wie heute in Marquartstein im Mittelpunkt eines großen Festes gilt, dann ist das Garant dafür, dass im Chiemgau die Traditionen und Heimat auch in Zukunft wertgeschätzt werden“ – so der Landrat.

Das unsichere Wetter hatte auch nach dem Rückzug ins Festzelt noch Bestand, aber ganz sicher richtig war dann die Entscheidung, sich nochmals zum Festzug durch den geschmückten Ort auf den Weg zu machen. Der Festzug war für Teilnehmer und Besucher gleichermaßen eine Freude und Augenweide.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Jubiläumsgautrachtenfest  mit Gottesdienst und Festzug in Marquartstein anl. 100 Jahre Chiemgau-Alpenverband für Tracht und Sitte. 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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