Der Kreisverband Rosenheim des Bundes der Vertriebenen (BdV) hat sich nach dreijähriger Pause neu aufgestellt: im „Gasthof Höhensteiger“, dem seit 77 Jahren angestammten Vereinslokal der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Westerndorf-St.Peter, wählten 14 Anwesende eine neue Vorstandschaft.
Der Kreisverband war in eine Phase der Inaktivität geraten, nachdem sein Vorsitzender Alexander Bock vor drei Jahren verstorben war. Unter dem kommisarischen Vorsitzenden Volkmar Kraus wurde nun ein Neustart eingeleitet. Da für alle Posten Kandidaten zur Verfügung standen, verlief die Wahl zügig: Die Anwesenden – vertreten waren die Landsmannschaften der Siebenbürger Sachsen, der Sudetendeutschen Landsmannschaft sowie der Ostpreußen – stimmten geschlossen für Kraus als Vorsitzenden und für Michael-Horst Schuster als seinen Stellvertreter. Als Schriftführerin wurde Gabriele Schleich gewählt, zum Kassier Alfred Linke. Als Beisitzer fungieren Ingrid Kröff, Reinhard August und Sebastian Fröhlich. Die Kassenprüfung übernehmen Dagmar Reisenbüchler und Anna Schuster.
Im BdV sind zehn Bevölkerungsgruppen aus dem östlichen Mitteleuropa vertreten: Schlesier, Deutsch-Balten, Banater Schwaben, Sudetendeutsche, Siebenbürger Sachsen, Deutsche aus Rußland, Ost-/Westpreußen, Ungarn, Pommern, Bessarabien. Laut dem Bezirksvorsitzenden Paul Hansel sei das Ziel des BdV die Sichtbarmachung der Geschichte, der Kultur und des Lebens der 14 Millionen Geflüchteten und Vertriebenen. Unter dem Motto „Unser Kulturgut verbindet Europa“ wird jedes Jahr am Nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung, Zwangsumsiedlung und Deportation – an Heimat-denkmälern der Geschichte der Betroffenen gedacht.
Anläßlich dieses Gedenktages fand am 19.Juni 2026 im städtischen Friedhof Rosenheim beim Heimatkreuz der Vertriebenen eine Gedenkfeier statt. Rosenheims dritte Bürgermeisterin Gabriele Leicht, Seelsorgerin Hannelore Maurer (beide mit Wurzeln im Sudetenland) sowie stellvertretende BdV-Bezirksvorsitzende Herta Daniel gedachten in ihren Ansprachen den Millionen Menschen, die ihrer Heimat beraubt wurden. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier von Mitgliedern des Posaunenchores der Evang. Kirchengemeinde.
Des Weiteren finden im Herbst jährlich die „Tage der Heimat“ statt. Dieses Jahr soll in Prien im November das Theaterstück „WEG“ von Werner und Julia Hofmann aufgeführt werden, das anhand von wahren Begebenheiten und Erzählungen Betroffener über Flucht, Vertreibung und Heimat berichtet. Zu dem strebt die neugewählte Vorstandstand des BdV jan, im Landkreis Ausstellungen über die Herkunftsgebiete und Kultur der Vertriebenen und Spätaussiedler zu organisieren, um so gegen das Vergessen anzukämpfen und Erinnerungen bei den Nachkommen zu wecken.
Bericht und Bilder: Gabi Schleich / Alfred Schubert / Bund der Vertriebenen




