Wenn „Störungen“ und „Kalamitäten“ in die Höhe wandern – In den bayerischen Alpen galten großflächige Schäden durch Fichtenborkenkäfer lange als Ausnahme. Doch diese Borkenkäfer zählen zu den Profiteuren des Klimawandels. Mit dem neuen Forschungsprojekt BoWabB untersucht die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), welche Auswirkungen der Klimawandel auf Borkenkäferkalamitäten und Waldbrände im bayerischen Bergwald haben kann.
Borkenkäfer und Waldbrand im Klimawandel
Borkenkäfer wie Buchdrucker und Kupferstecher verursachen in Bayern seit Jahrzehnten große Schadholzmengen. In Bayerns Bergwäldern begrenzte bislang vor allem das kühlere Klima in den Alpen die Entwicklung der Käfer. Mit steigenden Temperaturen können sich jedoch die Käfer schneller entwickeln und auch in Höhenlagen aktiv werden, in denen sie bisher kaum eine Rolle gespielt haben. Die jüngsten Käferentwicklungen in Südtirol, Osttirol und Kärnten zeigen, dass die Borkenkäferschäden im Alpenraum tatsächlich rapide zunehmen können. Da sich der Klimawandel im Alpenraum voraussichtlich besonders deutlich auswirkt, ist künftig auch auf der Alpennordseite mit veränderten Risiken zu rechnen. Zugleich rücken Waldbrände, insbesondere im Gebirge, stärker in den Fokus.
Risiken erkennen und bewerten
Im Forschungsprojekt „Borkenkäferkalamitäten und Waldbrände im bayerischen Bergwald: Risikoanalyse und Management im Wald“ – kurz BoWabB – wird untersucht, wo, wie häufig und in welchem Ausmaß solche Schadereignisse künftig auftreten können. Gleichzeitig sollen Maßnahmen zusammengetragen und bewertet werden, mit denen sich Risiken vorbeugend reduzieren lassen.
„Nur wenn wir besser abschätzen können, wo es künftig kritisch werden kann, lassen sich vorbeugende Maßnahmen gezielt und wirksam umsetzen, sagt Dr. Tobias Frühbrodt, Leiter des Forschungsprojekts und Mitarbeiter der Abteilung Waldschutz der LWF. „Es ist aus unserer Sicht enorm wichtig, jetzt aus den jüngsten Erfahrungen im südlichen Alpenraum zu lernen, um in Bayern bestmöglich auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“
Bericht und Foto: LWF – Kurze Wege: Projektauftakttreffen mit allen Partnern am Grünen Campus; (v.l.n.r.) Projektleiter Dr. Tobias Frühbrodt (LWF), Rohith Haritatsa (TUM), Prof. Dr. Rupert Seidl (TUM), Dr. Andreas Hahn (LWF), Prof. Dr. Jörg Ewald (HSWT), Britta Hausknecht (LWF) und Dr. Ameka Myrie (LWF).


