Der GTEV „Alpenrose“ und der Bayerische Inngau-Trachtenverband begeisterten beim 106. Inngau-Trachtenfest mit einem farbenprächtigen Programm, das von allen Generationen getragen wurde.

Ein Festzelt voller Tracht, Musik und Lebensfreude: Mit einem kraftvollen Auftakt begann der Gauheimatabend des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes in Nußdorf.

Nußdorf am Inn – Ein dicht besetztes Festzelt, prächtige Trachten, kraftvolle Plattler, kreisende Röcke und eine große Zahl junger Mitwirkender: Der Gauheimatabend des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes wurde am Freitag zu einem eindrucksvollen Zeugnis gelebter Heimatverbundenheit. Gemeinsam mit dem GTEV „Alpenrose“ Nußdorf gestalteten Gaujugend, Gaugruppe, Festverein und Patenverein einen Abend, der weit mehr bot als eine Folge traditioneller Tänze und Plattler.

Der GTEV „Alpenrose“ und der Bayerische Inngau-Trachtenverband begeisterten beim 106. Inngau-Trachtenfest mit einem farbenprächtigen Programm, das von allen Generationen getragen wurde.

Gemeinsam für das große Fest: Vorstand Andi Mayer (re), Schirmherrin Susanne Grandauer und Festleiter Peter Oberauer (li).

Beim 106. Inngau-Trachtenfest, das in diesem Jahr mit dem 130-jährigen Gründungsjubiläum des Nußdorfer Trachtenvereins verbunden ist, zeigte sich der Gastgeberort von seiner besten Seite. Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung war die Freude darüber, dieses große Fest in Nußdorf feiern zu können, im gesamten Festzelt zu spüren.

Der GTEV „Alpenrose“ und der Bayerische Inngau-Trachtenverband begeisterten beim 106. Inngau-Trachtenfest mit einem farbenprächtigen Programm, das von allen Generationen getragen wurde.

Der GTEV „Alpenrose“ und der Bayerische Inngau-Trachtenverband begeisterten beim 106. Inngau-Trachtenfest mit einem farbenprächtigen Programm, das von allen Generationen getragen wurde.

Schon das äußere Bild vermittelte die Dimension des Abends: Unter dem blau-weißen Zelthimmel saßen Trachtlerinnen und Trachtler dicht an dicht. Die aufwendig geschmückten Reihen, die prächtigen Hüte und Gewänder sowie die eindrucksvolle Kulisse mit Nußdorf und dem Heuberg verliehen dem Festzelt einen ebenso feierlichen wie unverwechselbar örtlichen Charakter.

Kraftvoller Auftakt im voll besetzten Festzelt

Mit dem Rainermarsch der Goaßlschnalzer begann das Programm schwungvoll und weithin hörbar. Es folgten die Begrüßungen durch den Ersten Vorstand des GTEV „Alpenrose“, Andi Mayer, Festleiter Peter Oberauer und Schirmherrin Susanne Grandauer. Anschließend zog der Festverein, begleitet von der Festmusikkapelle Nußdorf, geschlossen in das Festzelt ein.

Der GTEV „Alpenrose“ und der Bayerische Inngau-Trachtenverband begeisterten beim 106. Inngau-Trachtenfest mit einem farbenprächtigen Programm, das von allen Generationen getragen wurde.

Der GTEV „Alpenrose“ und der Bayerische Inngau-Trachtenverband begeisterten beim 106. Inngau-Trachtenfest mit einem farbenprächtigen Programm, das von allen Generationen getragen wurde.

Bereits dieser Einzug machte sichtbar, was den gesamten Abend prägen sollte: Der Gauheimatabend wurde nicht von wenigen Einzelnen bestritten. Kinder, Jugendliche, Aktive und langjährige Vereinsmitglieder wirkten gemeinsam mit. Auf der Tanzfläche standen mehrere Generationen, verbunden durch die Freude an Musik, Tanz, Tracht und Heimat.

Durch das umfangreiche Programm führte Fabian Stuffer. Die Festmusikkapelle Nußdorf begleitete die Tänze und Plattler mit sicherem Gespür und bildete das musikalische Rückgrat des Abends.

Der GTEV „Alpenrose“ und der Bayerische Inngau-Trachtenverband begeisterten beim 106. Inngau-Trachtenfest mit einem farbenprächtigen Programm, das von allen Generationen getragen wurde.

Der GTEV „Alpenrose“ und der Bayerische Inngau-Trachtenverband begeisterten beim 106. Inngau-Trachtenfest mit einem farbenprächtigen Programm, das von allen Generationen getragen wurde.

„Viel mehr als das Trachtengwand“

Schirmherrin und Bürgermeisterin Susanne Grandauer stellte in ihrem Grußwort die Bedeutung der Trachtenvereine weit über das äußere Erscheinungsbild der Tracht hinaus heraus. Zwar sorgten sie dafür, dass die bodenständigen Trachten fortlebten. Doch ihre eigentliche Aufgabe und Leistung reiche wesentlich weiter.

Trachtenvereine seien Träger eines bayerischen Kulturgutes, auf das man zu Recht stolz sein dürfe. Sie bewahrten Sitten und Bräuche, pflegten die Mundart, förderten die ursprüngliche Volksmusik und hielten die überlieferten Volkstänze lebendig. Ein Gaufest sei deshalb nicht lediglich eine große Brauchtumsveranstaltung „mit dem Trachtengwand“, betonte Grandauer: „Nein, viel mehr als das!“

Mit sichtbarer Freude und einem langen Zug durch das Festzelt begann für die Mitwirkenden der gemeinsame festliche Auftakt.

Ihre Ansprache stellte sie unter drei Begriffe, die den weiteren Abend wie ein Leitmotiv begleiteten:

„Unsere Wurzeln, unsere Heimat, unsere Gemeinschaft.“

Die eigenen Wurzeln gäben Halt und machten bewusst, woher man komme. Gerade die Trachtenvereine leisteten Großes, um dieses Wissen auch an die junge Generation weiterzugeben. Heimat müsse dabei nicht zwangsläufig der Geburtsort sein. Sie sei vielmehr jener Ort, an dem man sich zugehörig und angenommen fühle.

Kinder, Jugend und Aktive vereint: Beim Lied des Festvereins wurde die ganze Stärke des GTEV „Alpenrose“ sichtbar.

„Heimat ist mehr als ein Ort, es ist die Gemeinschaft der Gefühle“, sagte Grandauer. Das größte Verdienst der Trachtenvereine liege deshalb darin, Identität und Gemeinschaft zu stiften. Dafür verdienten sie Anerkennung und Applaus.

Kinder und Jugend im Mittelpunkt

Wie lebendig diese Weitergabe an die nächste Generation in Nußdorf funktioniert, zeigte sich unmittelbar nach den Grußworten. Die Kinder eröffneten den tänzerischen Teil mit einem Auftanz. Mit Ernsthaftigkeit, Konzentration und zugleich sichtbarer Freude bewegten sie sich über die Tanzfläche. Kleine Unsicherheiten gehörten dabei ebenso selbstverständlich dazu wie strahlende Gesichter nach gelungenen Figuren.

Wenn Röcke zu leuchtenden Farbkreisen werden: Tänzerinnen und Plattler verwandelten die Bühne in ein bewegtes Gesamtbild.

Die Jugend setzte das Programm mit dem Mühlradl fort. Besonders eindrucksvoll war dabei nicht allein die tänzerische Leistung, sondern die große Zahl junger Trachtlerinnen und Trachtler. Dicht standen sie beim gemeinsamen Lied, bildeten lange Reihen und Tanzkreise und machten deutlich, dass die Brauchtumspflege in Nußdorf keineswegs nur von der Erinnerung an frühere Zeiten lebt.

Rot, Blau und Schwarz bestimmten für Augenblicke die Tanzfläche, während die Burschen im Zentrum den Rhythmus vorgaben.

Die jungen Mitwirkenden waren keine schmückende Ergänzung des Programms. Sie waren ein tragender Teil des Gauheimatabends.

Auch Gauvorstand Pankraz Perfler würdigte in seiner Begrüßung die Arbeit der Vereine und die Bedeutung der Gemeinschaft innerhalb des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes. Mit dem Gaujugendtanz, dem Sulzbergler und weiteren Auftritten zeigte die Gaujugend anschließend, auf welch hohem Niveau der Nachwuchs im gesamten Verband arbeitet.

Der GTEV „Alpenrose“ und der Bayerische Inngau-Trachtenverband begeisterten beim 106. Inngau-Trachtenfest mit einem farbenprächtigen Programm, das von allen Generationen getragen wurde.

Der GTEV „Alpenrose“ und der Bayerische Inngau-Trachtenverband begeisterten beim 106. Inngau-Trachtenfest mit einem farbenprächtigen Programm, das von allen Generationen getragen wurde.

Plattler, Tänze und farbenprächtige Formationen

Mit der Gaugruppe und den Aktiven nahm das Programm weiter an Tempo und Kraft zu. Auf der Tanzfläche wechselten sich präzise Plattler mit schwungvollen Figurentänzen ab. Beim Buchbergtanz, beim Langschottisch und beim Gföller Marschplattler waren Sicherheit, Kondition und das eingespielte Zusammenwirken der Gruppen gefragt.

Mit meterlangen geschmückten Bögen formten die Aktiven ein eindrucksvolles Bild aus Bewegung, Gemeinschaft und handwerklicher Gestaltung.

Die Burschen ließen ihre Hände im Takt auf Schuhe, Schenkel und Lederhosen treffen, während sich die Tänzerinnen mit weit ausschwingenden Röcken um die eigene Achse drehten. Rote, blaue, grüne und schwarze Stoffbahnen verwandelten die Tanzfläche für Augenblicke in ein bewegtes Farbenbild.

Im Mittelpunkt der Bewegung: Der leuchtend blaue Rock der Tänzerin zog die Blicke auf sich, während ringsum die Plattler den Takt bestimmten.

Daneben entstanden immer neue Kreise, Bögen und Figuren. Einige Formationen wirkten beinahe grafisch, andere lebten von ihrer Spontaneität und dem sichtbaren Vergnügen der Beteiligten. Dabei blieb der Gauheimatabend trotz aller Präzision kein distanziertes Schautanzen. Die Freude der Mitwirkenden übertrug sich unmittelbar auf das Publikum.

Auch die Goaßlschnalzer meldeten sich nach der Pause noch einmal kraftvoll mit dem Doppeladler zurück.

Verbundenheit mit dem Patenverein

Einen eigenen Akzent setzte der Patenverein „Edelweiß“ Raubling. Seine Aktiven bereicherten das Programm mit dem Inntaler. Der Auftritt und die anschließenden Grußworte des Vereinsvorstands machten die enge Verbindung zwischen Paten- und Festverein sichtbar.

Auch die Alt-Aktiven zeigten mit Schwung und Erfahrung, dass gelebtes Brauchtum in Nußdorf alle Generationen verbindet.

Gerade bei einem Jubiläumsfest zeigt sich, dass Patenschaften zwischen Trachtenvereinen weit über formelle Verpflichtungen hinausreichen. Sie werden durch gegenseitige Besuche, gemeinsames Feiern, Unterstützung und langjährige persönliche Freundschaften mit Leben erfüllt.

Mit der Olympia-Sternpolka der Alt-Aktiven wurde anschließend erneut deutlich, dass das Trachtenleben nicht an eine Altersgruppe gebunden ist. Auch die erfahrenen Tänzerinnen und Tänzer sorgten mit Schwung, Routine und sichtbarer Freude für einen Höhepunkt des Abends.

Die Festmusikkapelle Nußdorf bildete mit sicherem Gespür und kraftvollem Klang das musikalische Rückgrat des Abends.

Ein Fest aller Generationen

Das Programm führte weiter über „Auf da Roas“, den Nußdorfer Plattler und zahlreiche eindrucksvolle Gemeinschaftsformationen. Immer wieder wurde die Größe des Festzeltes zur besonderen Herausforderung – und zugleich zur Bühne für groß angelegte Bilder.

Wo zuvor die Kinder ihre ersten Figuren gezeigt hatten, drehten später die Aktiven mit hoher Geschwindigkeit ihre Kreise. Wo junge Burschen konzentriert zum Plattler antraten, bewiesen wenig später die Alt-Aktiven ihre Erfahrung. Gerade dieses Nebeneinander der Generationen gab dem Gauheimatabend seine besondere Aussagekraft.

Aufmerksam und voller Erwartung – die junge Generation stand beim Nußdorfer Gauheimatabend nicht am Rand, sondern mittendrin.

Den gemeinschaftlichen Abschluss bildete die Amboss-Polka, bei der noch einmal zahlreiche Mitwirkende zusammenkamen. Ein kurzes Theaterspiel setzte den abschließenden heiteren Akzent. Das offizielle Programm reichte damit vom Rainermarsch über Kinder- und Jugendtänze, Gaugruppe, Patenverein und Alt-Aktive bis zum gemeinsamen Schlussbild.

Nußdorf als starker Gastgeber

Der Gauheimatabend zeigte nicht nur die Leistungsfähigkeit des GTEV „Alpenrose“ und des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes. Er war auch ein eindrucksvolles Bild der Gemeinde Nußdorf.

Der Ort präsentierte sich als Gastgeber, der seine Traditionen nicht lediglich verwaltet, sondern gemeinschaftlich lebt. Hinter einem Abend dieser Größenordnung stehen monatelange Planungen, Proben und organisatorische Vorbereitungen. Hinzu kommen zahllose freiwillige Arbeitsstunden im Festzelt, in der Bewirtung, bei Technik und Dekoration sowie in den vielen Bereichen, die für Besucher kaum sichtbar sind.

Dass das Festzelt bis weit in die Reihen hinein mit Menschen in Tracht gefüllt war, war deshalb mehr als eine schöne Kulisse. Es war Ausdruck der großen Verbundenheit innerhalb des Inngaus und zugleich Anerkennung für die Arbeit des Nußdorfer Festvereins.

Die Worte der Schirmherrin wurden an diesem Abend auf der Tanzfläche sichtbar: Wurzeln, Heimat und Gemeinschaft waren keine abstrakten Begriffe. Sie zeigten sich in den konzentrierten Gesichtern der Kinder, in der Begeisterung der Jugendlichen, im kraftvollen Auftreten der Aktiven, in der Erfahrung der älteren Generation und im gemeinsamen Applaus eines ganzen Festzeltes.

So wurde der Gauheimatabend zu einem der eindrucksvollsten Programmpunkte der Nußdorfer Festwoche – farbenprächtig und kraftvoll, zugleich heimatverbunden und persönlich. Er machte deutlich, dass Brauchtum dort Zukunft hat, wo Menschen bereit sind, es gemeinsam zu tragen und an die nächste Generation weiterzugeben.

Beitrag & Fotos: Rainer Nitzsche


Redaktion

Rainer Nitzsche

Als Webseiten-Entwickler bin ich für die Gestaltung und den technischen Betrieb dieser Plattform verantwortlich und versuche, die Seite ständig aktuell und zeitgemäß zu halten.

Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.
Mehr Fotos finden Sie auch auf meiner Webseite unter www.rainernitzsche.de

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