Mit drei kräftigen Schlägen eröffnete Bürgermeisterin und Schirmherrin Susanne Grandauer am Donnerstagabend das Gaufest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes und das 130-jährige Gründungsjubiläum des GTEV Alpenrose Nußdorf. Der Auftakt zeigte eindrucksvoll, welche Kraft in Tracht, Musik, Ehrenamt, Jugend und Dorfgemeinschaft liegt.
Nußdorf steht seit Donnerstagabend ganz im Zeichen der Tracht. Mit dem feierlichen Bieranstich begann das Gaufest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes, verbunden mit dem 130-jährigen Gründungsjubiläum des Gebirgstrachtenerhaltungsvereins Alpenrose Nußdorf. Bürgermeisterin und Schirmherrin Susanne Grandauer eröffnete das Fest im voll besetzten Festzelt mit drei festen Schlägen auf das Bierfass – und durfte anschließend unter großem Beifall verkünden: „O’zapft is!“

Bürgermeisterin und Schirmherrin Susanne Grandauer eröffnete das Fest im voll besetzten Festzelt mit drei festen Schlägen auf das Bierfass – und durfte anschließend unter großem Beifall verkünden: „O’zapft is!
Dass Grandauer als Wirtin des Schneiderwirts im Umgang mit Bierfässern nicht ungeübt ist, war dem Moment durchaus anzumerken. Trotzdem verlangte ihr das Fass drei kräftige Schläge ab, bevor das erste Festbier floss. Assistiert wurde ihr dabei von Stefan Steegmüller. Auch Marissa Steegmüller, Inhaberin und Geschäftsführerin der Flötzinger Brauerei, war beim Bieranstich mit dabei. Das Festbier kommt aus der Rosenheimer Traditionsbrauerei, vertreten war zudem Braumeister Franz Amberger.

Die Kindergruppe des GTEV Alpenrose Nußdorf zeigte beim Festauftakt, wie lebendig die Weitergabe des Brauchtums an die junge Generation gepflegt wird.
Schon der erste Abend machte deutlich, dass dieses Gaufest weit mehr ist als ein Jubiläumstermin im Kalender. Das große Festzelt war vollständig gefüllt, auch im Außenbereich saßen zahlreiche Besucherinnen und Besucher bei Speis und Trank zusammen. Zwischen weiß-blauer Festzeltdekoration, Trachtenhüten, Maßkrügen, Musik, Tanz und dem Blick hinaus auf die Nußdorfer Kirche entstand jene besondere Atmosphäre, die ein großes Trachtenfest ausmacht: feierlich, bodenständig, herzlich und getragen von vielen Menschen, die sichtbar mit Herzblut dabei sind.

Mit großem Einsatz sorgten die Bedienungen dafür, dass die zahlreichen Festgäste bestens mit Speis und Trank versorgt wurden.
In ihrer Eröffnungsrede erinnerte Susanne Grandauer an die fast zweijährige Vorbereitungszeit. Als Nußdorfer Bürgermeisterin und Schirmherrin dürfe sie mit diesem Abend einen „Glanzpunkt unserer Dorfgemeinschaft und weit darüber hinaus“ eröffnen, sagte sie. Ihr Dank galt vor allem der Vorstandschaft des GTEV Alpenrose mit Erstem Vorstand Andreas Mayer, dem Festausschuss unter der Leitung von Festleiter Peter Oberauer, allen Mitgliedern des Trachtenvereins, den unterstützenden Ortsvereinen sowie den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern. Ohne diese Arbeit, so Grandauer, wäre ein Fest in dieser Größenordnung nicht möglich.

Die Musikkapelle Nußdorf gestaltete den Eröffnungsabend musikalisch und gab dem Festauftakt den passenden klangvollen Rahmen.
„Euer Engagement ist unschätzbar und unverzichtbar“, betonte die Schirmherrin. Auch den Sponsoren sprach sie ihren Dank aus. Zugleich wies sie darauf hin, dass in Zeiten knapper Kassen solche Feste nur durch Zusammenhalt und Unterstützung gelingen können. Sie selbst brachte ein Geschenk mit, das dem Verein und insbesondere der Jugendarbeit zugutekommen soll.

Auch die Jugend war beim Auftakt des Gaufestes stark vertreten und sorgte für ein lebendiges Bild im voll besetzten Festzelt.
Gerade diese Jugendarbeit wurde im weiteren Verlauf des Abends eindrucksvoll sichtbar. Die Kindergruppe, die Jugend und die Aktiven des GTEV Alpenrose Nußdorf zeigten ihre Tänze auf der Bühne und im Festzelt. Wenn die Kinder Hand in Hand ihre Runden drehten, die Buben unter den erhobenen Armen der Mädchen hindurchliefen und die Röcke der Dirndl bei den Tänzen schwungvoll aufgingen, wurde deutlich: Brauchtum lebt dort, wo es nicht nur bewahrt, sondern selbstverständlich weitergegeben wird.

Mit sichtbarer Freude und viel Schwung präsentierten sich die Aktiven des GTEV Alpenrose Nußdorf auf der Bühne des voll besetzten Festzeltes.
Auch abseits der Bühne zeigte sich, was dieses Fest trägt: junge Trachtlerinnen und Trachtler an den Tischen, Familien mit Kindern, Helferinnen und Helfer im Einsatz, Bedienungen mit voll beladenen Tabletts, Musikanten auf der Bühne und Besucher, die den Abend mit dem Handy festhielten. Es waren gerade diese kleinen Szenen zwischen Bierbank, Tanzfläche und Festzeltbühne, die dem Auftakt seine besondere Wärme gaben.

Die Auftritte der Kindergruppe gehörten zu den besonders herzlichen Momenten des Eröffnungsabends – viele Eltern hielten den Bühnenauftritt stolz mit dem Handy fest.
Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Musikkapelle Nußdorf, die mit viel Engagement und einem kraftvollen Klangkörper den festlichen Rahmen setzte. Ihre Musik trug den Abend vom offiziellen Beginn über die Tanzauftritte bis hinein in den geselligen Teil. Zusammen mit den Auftritten der Trachtengruppen entstand ein Festabend, der Tradition nicht museal wirken ließ, sondern lebendig, jung und gegenwärtig.
Unter den Ehrengästen waren neben Bürgermeisterin und Schirmherrin Susanne Grandauer unter anderem der Erste Vorstand des GTEV Alpenrose Nußdorf, Andreas Mayer, Zweiter Vorstand Fabian Stuffer, Festleiter Peter Oberauer, Schriftführerin Angelika Bachler, der Erste Gauvorstand des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes Pankraz Perfler sowie der Zweite Gauvorstand Markus Kronberger. Dazu kamen zahlreiche Vertreter aus Trachtenwesen, Ortsvereinen, Musik und öffentlichem Leben.

Bürgermeisterin und Schirmherrin Susanne Grandauer mit Erstem Gauvorstand des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes Pankraz Perfler (re) und dem Zweiten Gauvorstand Markus Kronberger (li).
Mit dem Bieranstich ist der Startschuss für mehrere Festtage gefallen, in denen Nußdorf Gastgeber für die große Trachtenfamilie im Inngau ist. „Lasst uns miteinander feiern, lasst uns gute Gastgeber sein“, hatte Susanne Grandauer den Besucherinnen und Besuchern zugerufen. Ihr Wunsch, Nußdorf möge „hinein ins Inntal und weit darüber hinaus“ strahlen, erfüllte sich bereits am ersten Abend auf überzeugende Weise.

Auch außerhalb des Festzeltes genossen viele Besucher den ersten Festabend bei sommerlicher Stimmung und Blick auf die Nußdorfer Kirche.
Denn dieser Auftakt hatte alles, was ein großes Trachtenfest braucht: ein volles Zelt, festliche Musik, engagierte Vereine, eine sichtbare Jugend, starke Bilder, viele helfende Hände und eine Dorfgemeinschaft, die geschlossen hinter ihrem Fest steht. So begann das Gaufest in Nußdorf nicht nur mit einem gelungenen Bieranstich, sondern mit einem deutlichen Zeichen dafür, wie lebendig Tracht, Heimat und Ehrenamt bis heute sind.
Beitrag & Fotos: Rainer Nitzsche



