Kufstein / Inntal – Die Festung Kufstein wurde am Donnerstagnachmittag, 11. Juni 2026, zum Treffpunkt kommunaler Verantwortungsträger aus Bayern und Tirol: 64 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus den Inntal-Gemeinden und der Tiroler Region kamen beim Euregio-Gemeindetag zusammen, um sich über aktuelle kommunale Herausforderungen, Projekte und Lösungsansätze auszutauschen.


Das Besondere an diesem Format: Nicht lange Grundsatzreden standen im Mittelpunkt, sondern kompakte Kurzvorträge aus der kommunalen Praxis. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Fachreferenten berichteten aus ihren Gemeinden, griffen aktuelle Entwicklungen auf und gaben Einblicke in Themen, die viele Kommunen beiderseits der Grenze gleichermaßen beschäftigen.


Eröffnet wurde der Nachmittag durch Euregio-Inntal-Präsidentin Barbara Schwaighofer, den Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel und Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, der erstmals in seiner neuen Funktion beim Euregio-Gemeindetag mit dabei war. Schwaighofer unterstrich in ihrer Begrüßung die Bedeutung des regelmäßigen Austauschs über regionale Herausforderungen und erfolgreiche Initiativen. „Gerade in der heutigen Zeit ist das grenzüberschreitende Miteinander von besonders hoher Bedeutung. Es stärkt unsere Region und fördert das Vertrauen und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen“, sagte Schwaighofer in ihrer Eröffnungsansprache.


Die Themenpalette war breit gefächert. Matthias Schlechter, Erster Bürgermeister von Reit im Winkl, sprach über die besondere Lage im Dreiländereck – mitten in Europa und doch mit Herausforderungen, die durch Grenzen weiterhin spürbar bleiben. Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel stellte die Kommunalpolitik als Ebene vor, „wo unser Land noch funktioniert“. Weitere Beiträge befassten sich mit Parkraumbewirtschaftung, Leuchtturmprojekten der LAG Mangfalltal-Inntal, Vergabekultur und Baukultur sowie mit der Frage, welche Spielräume Gemeinden angesichts knapper Kassen überhaupt noch haben.

Euregio-Gemeindetag auf der Festung Kufstein: Gemeinden denken über Grenzen hinweg

Euregio-Gemeindetag auf der Festung Kufstein: Gemeinden denken über Grenzen hinweg

Auch Zukunftsthemen wie Investitionen in kommunale Infrastruktur, öffentlicher Verkehr und Mitarbeiterwohnen standen auf dem Programm. Damit wurden Themen angesprochen, die längst nicht mehr nur einzelne Gemeinden betreffen. Mobilität, Wohnraum, Ortsentwicklung, Finanzierungsfragen und Infrastruktur machen an Gemeinde-, Landkreis- oder Landesgrenzen nicht halt.


Gerade deshalb hat der Euregio-Gemeindetag eine besondere Bedeutung. Er bringt jene zusammen, die vor Ort Verantwortung tragen und täglich mit den konkreten Auswirkungen politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen umgehen müssen. Auf der Festung Kufstein wurde sichtbar, dass viele Gemeinden vor ähnlichen Aufgaben stehen – und dass regionale Zusammenarbeit dann besonders wertvoll ist, wenn sie praxisnah, persönlich und lösungsorientiert bleibt.

Nach den Vorträgen nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das abschließende Get-together für persönliche Gespräche, neue Kontakte und den vertieften Austausch. Der Nachmittag zeigte: Kommunalpolitik lebt nicht nur von Beschlüssen und Sitzungen, sondern auch von Begegnungen, Vertrauen und dem offenen Blick über die eigene Gemeindegrenze hinaus.

Beitrag & Fotos: Rainer Nitzsche

 

 

 

 

 

 

 

 


Redaktion

Rainer Nitzsche

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Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.
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