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Bayernbund-Landesversammlung – II

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Landesversammlung des Bayernbunds: „Tragen wir staatspolitisches Verantwortungsbewusstsein, Heimatverbundenheit und Optimismus in die Gesellschaft. Sähen Sie Zukunft!“

Alljährlich entsenden die Kreisverbände des Bayernbunds ihre Delegierten zur Landesversammlung. In diesem Jahr fand sie in Neubeuern statt. Im Mittelpunkt standen die turnusgemäßen Neuwahlen des gesamten Landesvorstands.

Zur Landesversammlung am Nachmittag im Ellmeiers BEURER HOF in Altenbeuern konnte Landesvorsitzender Sebastian Friesinger, MdL, neben den Delegierten zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Unter ihnen waren die ehemalige Senatorin Gerdi Westermeyr, der Landtagsabgeordnete Sepp Lausch, Bürgermeister Christoph Schneider, Zweiter Bürgermeister Konrad Stuffer sowie die Bezirksräte Hubert Dorn, Matthias Eggerl und Sepp Hofer. Darüber hinaus nahmen zahlreiche kommunale Mandatsträger aus den verschiedenen Regierungsbezirken Bayerns teil. Ein besonderer Gruß galt dem 1. Landesvorsitzenden des Bayerischen Trachtenverbands, Günter Frey, dem Ehrenlandesvorsitzenden des Bayerischen Trachtenverbands (BTV), Max Bertl, sowie der Landesschriftführerin Hildegard Hoffmann.

In seinem Grußwort unterstrich Bürgermeister Christoph Schneider die große Bedeutung eines starken Föderalismus und einer funktionierenden kommunalen Selbstverwaltung als tragende Säulen einer lebendigen Demokratie. Nach den Berichten des Vorsitzenden über die vielfältigen Termine und Gespräche im vergangenen Jahr sowie des Schatzmeisters über stabile Finanzen wurde der Landesvorstand einstimmig entlastet. Die Neuwahlen unter der souveränen Leitung von Bürgermeister Christoph Schneider verliefen zügig, harmonisch und in großer Einmütigkeit.

Sebastian Friesinger wurde als Landesvorsitzender im Amt bestätigt. Ebenfalls wiedergewählt wurden seine Stellvertreter Christian Glas (Kreisverband Rosenheim), Monika Kaltner (Kreisverband Holledau) sowie Landrat Bernd Sibler (Landkreis Deggendorf). Gabi Then bleibt Landesschriftführerin und führt weiterhin in Personalunion die Landesgeschäftsstelle. Als Landesschatzmeister erhielt Stephan Schlier aus Bad Aibling erneut das uneingeschränkte Vertrauen der Delegierten.

Die Vorstandschaft wird künftig durch sechs Beisitzer ergänzt. Zuvor hatte die Landesversammlung auf Antrag von Sebastian Friesinger einstimmig beschlossen, die Zahl der Beisitzer von vier auf sechs zu erhöhen. Gewählt wurden Bezirksrat Hubert Dorn (München), Thomas Blösel aus Fürth als Vertreter Frankens, Fritz Lutzenberger als Redakteur der Weiß-Blauen Rundschau, der Historiker Professor Dr. Dieter Weiß, Sebastian Langwieser aus Niederbayern sowie der Bayernbund-Fähnrich Manfred Karl aus Neubeuern. Als Kassenprüfer bestätigte die Landesversammlung Christian Bürger und Florian Pritz in ihren bisherigen Ämtern.

Den Festvortrag hielt Dr. Andrea Taubenböck, geschäftsführende Vorständin der Stiftung Wertebündnis Bayern. Landesvorsitzendem Sebastian Friesinger, MdL, war es ein besonderes Anliegen, ihre aktuellen Überlegungen unter dem Titel „Die Gesellschaft schaut genau hin – und stellt Fragen“ zum Leitthema der Landesversammlung zu machen. Das Wertebündnis Bayern, das 2015 auf Initiative des damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer gegründet wurde, ist von ursprünglich 35 auf inzwischen 243 Verbände und Interessengemeinschaften in ganz Bayern angewachsen. Der Bayernbund gehört seit der Gründung als überparteilicher und überkonfessioneller Partner dieser großen Demokratiefamilie an.

Gemeinsam engagieren sie sich dafür, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu verantwortungsbewussten, demokratisch denkenden Bürgerinnen und Bürgern zu begleiten. Besonders würdigte Dr. Taubenböck das Engagement des Bayernbunds im Projekt „MundART WERTvoll“, das bayerische Dialekte, Brauchtum und regionale Kultur als Ausdruck von Identität und Heimatverbundenheit stärkt. Heimat sei dabei keineswegs rückwärtsgewandt, sondern bilde eine tragfähige Grundlage für Offenheit, Zusammenhalt und Zukunftsgestaltung.

In Anlehnung an Wilhelm von Humboldt betonte sie die Bedeutung einer ganzheitlichen Bildung. Neben fachlichem Wissen brauche eine freiheitliche Demokratie vor allem Persönlichkeiten mit Urteilsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Empathie und Dialogfähigkeit. Verwurzelung in Geschichte und Tradition schließe Offenheit für Neues nicht aus – vielmehr ergänzten sich beide. Mit Sorge blickte Frau Dr. Taubenböck auf die zunehmende Polarisierung öffentlicher Debatten. Demokratie brauche eine neue Streitkultur, in der kontrovers, aber respektvoll diskutiert werde. Unterschiedliche Meinungen müssten ausgehalten werden, solange sie sich im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewegten. Zugleich zog sie eine klare Grenze gegenüber Rassismus, Antisemitismus und menschenfeindlichen Ideologien. „Im Zuge ganzheitlicher Bildung brauchen wir Menschen, die zuhören können.“

Ein weiterer Schwerpunkt war die Bedeutung gesellschaftlichen Vertrauens. Unter Bezug auf den Soziologen Aladin El-Mafaalani warnte sie vor sogenannten „Misstrauensgemeinschaften“, die entstehen, wenn Menschen das Vertrauen in Institutionen verlieren und sich populistischen oder extremistischen Erklärungen zuwenden. Dem könne nur durch Transparenz, ehrlichen Dialog und echte gesellschaftliche Teilhabe begegnet werden.

Bericht und Bilder: Fritz Lutzenberger

Delegierte und Gäste erhielten vor der Landesversammlung einen tiefen Einblick in die Historie und die aktuelle Arbeit des Internatsgymnasiums Schloss Neubeuern.

Landesschatzmeister Stephan Schlier konnte von stabilen Finanzen berichten.

Der neugewählte Landesvorstand: (v.l.:) Manfred Karl (Beisitzer), Fritz Lutzenberger (Beisitzer, Redakteur WBR), Stephan Schlier (Schatzmeister), Monika Kaltner (Stellv. Landesvorsitzende), Sebastian Friesinger, MdL (Landesvorsitzender), Christian Glas (Stellv. Landesvorsitzender), Gabriele Then (Landesgeschäftsführerin), Hubert Dorn (Beisitzer), Sebastian Langwieser (Beisitzer)

„Nur die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden bringt uns weiter. Wir müssen dafür sorgen, dass Vertrauen nicht enttäuscht wird“ betonte Dr. Andrea Taubenböck. Sebastian Friesinger bedankte sich mit einem Bayernbund-Wappen aus der Fraueninseler Keramik-Werksatt Klampfleuthner bei der Referentin.

– Die Delegierten folgten aufmerksam den Ausführungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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