Ruhpolding / Landkreis Traunstein – Nach tagelangem Großeinsatz am Saurüsselkopf bei Ruhpolding gibt es eine wichtige und erleichternde Nachricht: Der offene Waldbrand ist gelöscht. Seit Donnerstag, 7. Mai, gilt das Feuer offiziell als niedergekämpft. Von einer vollständigen Entwarnung kann dennoch noch nicht gesprochen werden. In dem schwer zugänglichen Gelände befinden sich weiterhin zahlreiche Glutnester, die lokalisiert, erreicht und vollständig abgelöscht werden müssen.
Damit beginnt für die Einsatzkräfte eine weitere, besonders anstrengende Phase. Was aus der Ferne wie das Ende eines Brandes wirken mag, ist vor Ort noch immer harte, kleinteilige und körperlich fordernde Arbeit. Die Glutnester liegen teils im Waldboden, in Hanglagen und in Bereichen, die nur zu Fuß, mit Spezialgerät und teilweise mit Sicherung durch Bergwacht oder alpine Kräfte erreichbar sind. Nach Angaben der Behörden wird deshalb weiter systematisch Zone für Zone gearbeitet. Auch Hubschrauber, Löschwasserbehälter und koordinierte Bodenmannschaften bleiben Teil des Einsatzes.
Der Brand hatte seit Sonntagabend die Einsatzkräfte im Chiemgau in Atem gehalten. Am Montagvormittag wurde wegen des Waldbrandes der Katastrophenfall im Landkreis Traunstein festgestellt. Zeitweise waren mehrere hundert Einsatzkräfte beteiligt – darunter Feuerwehren, Bergwacht, Polizei, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk, Bundeswehr, Staatsforsten, Verwaltung und zahlreiche weitere Helferinnen und Helfer. Sie alle arbeiteten unter schwierigen Bedingungen: steiles Gelände, Rauch, Wind, Trockenheit, lange Einsatztage und die ständige Gefahr eines erneuten Aufflammens.
Gerade deshalb gilt ihnen ein besonderer Dank. Was in den vergangenen Tagen am Saurüsselkopf geleistet wurde, war nicht nur ein technischer Löscheinsatz, sondern ein beeindruckendes Beispiel für Zusammenhalt, Professionalität und Einsatzbereitschaft. Viele der Feuerwehrleute und Helfer standen über Tage hinweg im Dienst – häufig ehrenamtlich, oft bis an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit und doch mit jener Selbstverständlichkeit, die im Ernstfall so leicht übersehen wird.
Dieser Einsatz zeigt einmal mehr, wie wertvoll funktionierende Feuerwehren, Rettungsorganisationen und Katastrophenschutzstrukturen für unsere Region sind. Wenn es darauf ankommt, stehen Menschen bereit, verlassen Arbeitsplatz, Familie und Alltag, um andere zu schützen, Schäden zu begrenzen und Gefahren abzuwenden. Dafür verdienen sie nicht nur in der akuten Lage Anerkennung, sondern dauerhaft Respekt.
Auch wenn der offene Brand gelöscht ist, bleibt die Lage am Saurüsselkopf weiter unter Beobachtung. Die Nachlöscharbeiten können sich noch hinziehen. Besonders bei Wind besteht die Gefahr, dass Glutnester erneut aufflammen. Die Behörden mahnen deshalb weiterhin zur Vorsicht und bitten darum, Absperrungen sowie Betretungs- und Befahrungsverbote unbedingt zu beachten. Sie dienen nicht nur dem Schutz der Bevölkerung, sondern auch der Sicherheit jener, die im Einsatzgebiet weiterarbeiten.
Die Samerberger Nachrichten schließen sich dem Dank an alle Einsatzkräfte ausdrücklich an: den Feuerwehren aus der Region und darüber hinaus, der Bergwacht, den Rettungsdiensten, Polizei, THW, Bundeswehr, den Verantwortlichen in Einsatzleitung, Landratsamt und Gemeinden sowie allen Helferinnen und Helfern im Hintergrund. Ihr Einsatz am Saurüsselkopf war und ist eine gewaltige Leistung.
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