Was machen eigentlich die Menschen an einer Landesanstalt für Landwirtschaft? Wie funktioniert ein milchwirtschaftliches Labor, womit beschäftigt sich ein Institut für Fischerei und wie wird unser Essen heute hergestellt und untersucht? Und wie sieht der IT-Alltag in einer modernen Forschungseinrichtung aus? Antworten auf all solche Fragen bekamen Jugendliche beim „Girls’ und Boys’Day“ Ende April an vier verschiedenen Standorten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).
Das Interesse der Jugendlichen an den vielfältigen Aufgabenbereichen bei der LfL war groß. Mit dem Aktionstag sollten sie einen Einblick in Berufe bekommen, die traditionell eher vom anderen Geschlecht besetzt werden. Dabei galt: nicht nur zuschauen, sondern selbst mitmachen.
So erhielten die Mädchen am Institut für Fischerei in Starnberg einen Einblick in den Beruf der Fischwirtin. Sie knüpften Netze, fütterten Forellen, sortierten Fische und lernten auch, wie ein Fisch fachgerecht verarbeitet wird. Der Girls’Day an der Molkereischule am LVFZ Kempten verwandelte sich kurzerhand in ein kleines Eislabor: Die Teilnehmerinnen stellten eigene Eissorten her und erfuhren ganz nebenbei, wie Rohstoffe und Verarbeitung die Qualität von Lebensmitteln beeinflussen. Gleichzeitig gingen Jungen im Lehr- und Versuchslabor in Triesdorf der Milch auf den Grund und untersuchten sie mit Methoden aus Chemie, Physik und Mikrobiologie.
Auch die digitale Seite der LfL blieb an diesem Tag nicht verborgen: In der IT konnten Teilnehmerinnen selbst Hardware auseinandernehmen und bekamen einen Eindruck davon, wie komplex die technische Infrastruktur im Hintergrund ist. IT-Expertinnen und -Experten zeigten, woran sie arbeiten und was der Beruf eines Fachinformatikers für Systemintegration oder ein Netzwerk ist. Dass Ernährung weit mehr ist als Geschmack ist, zeigte sich beim Angebot des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn) zusammen mit der Technischen Universität München (TUM) und dem Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TUM (LSB). Hier erforschten die Jungen mit allen Sinnen, wie Lebensmittel wirken und welche wissenschaftlichen Berufe dahinterstehen.
Der Aktionstag machte deutlich, wie vielfältig die Berufsmöglichkeiten an der LfL sind. Besonders das eigene Ausprobieren und die praxisnahen Einblicke kamen bei den Schülerinnen und Schülern gut an. Auch Lehrkräfte und Dozierende freuten sich über das große Interesse und die Neugier der Jugendlichen. Einige von ihnen können es sich nach diesem Tag durchaus vorstellen, später einen beruflichen Weg an der Landesanstalt einzuschlagen.
Bericht und Foto: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft / Daniela Harrer, LfL -Die Teilnehmerinnen fütterten an der Teichanlage des Instituts für Fischerei die Forellen



