Für Wildenwart mit Gebieten und Bewohnern der Gemeinden Frasdorf und Prien a. Chiemsee hat eine neue Zukunft begonnen. Die im Jahre 2020 getroffene Zweckvereinbarung zur Errichtung eines Kinderhauses hat mit der offiziellen Eröffnung des Johanniter-Kinderhauses Wildenwart ihre Erfüllung gefunden. Überaus zahlreich erfreuten sich Jung und Alt bei sonnigem Wetter an der Eröffnung mit kirchlichem Segen, vertreten waren auch die Nachbargemenden Aschau i. Chiemgau und Rimsting.
Die Einrichtung entstand als gemeinschaftlicher Bau der Gemeinden Frasdorf und Prien auf einem Grundstück im Frasdorfer Ortsteil Wildenwart, keine hundert Meter von der Grenze zur Nachbargemeinde entfernt. Möglich wurde die Bebauung durch ein Entgegenkommen der Grundstücksbesitzerfamilie Bohrer („Schmidhhof“) von Wildenwart und nach Verhandlungen mit der Erzbischöflichen Finanzkammer. Diese stimmte zu, nachdem alte Vereinbarungen besagten, das Grundstücks-Ensemble rund um die 1934 eingeweihte Pfarrkirche „Christkönig“ von einer weiteren Bebauung möglichst freizuhalten. Mit dem neuen Kinderhaus befinden sich jetzt noch mit der Grundschule, mit dem Musikantenheim, mit dem Pfarrheim und mit dem Pfarrhof weitere schulische, kulturelle und kirchliche Einrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft.
Bei den Einweihungsfeierlichkeiten erinnerten stellvertretende Landrätin Marianne Loferer vom Landkreis Rosenheim sowie die beiden Bürgermeister der Gemeinden Frasdorf und Prien an Unterstützer und Hindernisse gleichermaßen. „Das Beste für ein Kind zum Spielen ist ein anderes Kind“ – mit diesem Zitat des Thüringer Pädagogen Friederich Fröbel (1782 – 1852) begann die stellvertretende Landrätin ihr Grußwort und beglückwünschte zum interkommunalen Werk. Frasdorfs Bürgermeister Daniel Mair erinnerte daran, dass es ein langer Weg von den ersten Planungen bis zum Baubeginn im März 2024 war. Aufgrund der Anordnungen der Regierung von Oberbayern musste die Gemeinde Frasdorf die Bauprojekt-Abwicklung übernehmen, da das zu bebauende Grundstück auf Frasdorfer Gemeindegebiet liegt. Ursprünglich hatte die doch größere Gemeinde Prien die Federführung zugesagt. Nach europaweiter Ausschreibung und neuer Zweckvereinbarung ging es wieder voran. „Allen Beteiligten, den Architekten, den Firmen und den vielen Arbeitern der Baustelle gilt unser besonderes Dankeschön“, so Bürgermeister Mair, der noch an den schweren Bauschaden nach einem Starkregenereignis im Juli des vergangenen Jahres und an den vorübergehenden und wegen der Kellerschäden nur eingeschränkten Betriebsbeginn im Januar 2026 erinnerte. Für Priens Bürgermeister Andreas Friedrich war es wichtig, dass das Projekt von Anfang an im Priener Rathaus und im Priener Gemeinderat priorisiert wurde. „Sowohl mein Vorgänger Jürgen Seifert, vor allem unser Ehrenbürger Hans-Jürgen Schuster, die Gemeinderätin Rosi Hell und alle weiteren Mitglieder des vorherigen und nunmehr zu Ende gehenden Gemeinderates haben das Vorhaben begrüßt und unterstützt“.
Dankesworte seitens der Johanniter, die sich erfolgreich um die Trägerschaft beworben hatten, kamen von Susanne Lickert-Heinrich als Mitglied des Johanniter-Regional-Vorstands mit Zuständigkeit für den Kinderunterricht und von Johannes Kern, der in Wildenwart für die Leitung des Kinderhauses gefunden wurde.
90 von 124 Betreuungsplätze sind bereits belegt
Mittlerweile haben alle Gruppen ihr endgültigen Räume bezogen und erfreuen sich an der modernen, altersgerechten Ausstattung mit viel Holz und an einem wunderbaren Blick aus den großen Fenstern zur Kampenwand. Eine Kinderkrippengruppe, drei Kindergartengruppen und der Grundschulhort sind bereits in Betrieb, eine weitere Kinderkrippengruppe kann bei Bedarf geöffnet werden – die Räumlichkeiten hierfür sind bereits vorhanden. Insgesamt 90 Kinder ab einem Jahr bis zum Übertritt in die weiterführende Schule werden aktuell von Einrichtungsleiter Johannes Kern und seinem Team betreut – maximal 124 Plätze stehen zur Verfügung. Die Segnung der Einrichtung nahm im Beisein von Pfarrer Hermann Overmeyer vom Pfarrverband Oberes Priental Gottfried von Sebnitz, Regionalpfarrer der Johanniter vor, er sagte: „Möge das Haus eine gute Warte in jetzt doch wilden Zeiten sein“. Von den hellen und bedarfsorientierten Räumen und Zimmern im Haus und auch von den Anlagen im Außenbereich überzeugten sich die Besucher im Rahmen von Führungen. Der offizielle Teil der Einweihungsfeier fand seinen Abschluss mit einem Bobby-Car-Rennen der beiden Bürgermeister. Das Rennen entschied der Priener Bürgermeister Andreas Friedrich für sich, der „unterlegene“ Frasdorfer Bürgermeister Daniel Mair durfte den Kindern ein Eis spenden. Es gab aber nicht nur Eis an diesem Eröffnungsfesttag. Die Musikschule Prien unterhielt mit jungen Schülerinnen und Schülern, ein Kinderchor sang frohe Lieder, 20 Dirndl und Buam des Trachtenvereins „Die lustigen Wildenwarter“ zeigten Plattler und Tänze, der Elternbeirat wartete mit Kaffee und Kuchen auf und eine Hüpfburg erfreute sich ebenfalls eines großen Zuspruchs.
Zu den Kosten
Bürgermeister Daniel Mair von der Gemeinde Frasdorf erläuterte bei seinen Ausführungen die Kosten zum Wildenwarter Kinderhaus. Die Gesamtkosten liegen wie von der ursprünglichen Kostenberechnung geplant bei ca. 7,3oo Millionen Euro. Nach Abzug der Förderung in Höhe von 2,515 Millionen Euro verbleiben noch 4,785 Millionen Euro. Diese teilen sich anteilig die Gemeinden Prien und Frasdorf. Nicht inbegriffen sind – so der Bürgermeister weiter – die Wasserschäden mit ca. 500.000 Euro, hier bleibt es abzuwarten, ob und in welcher Höhe eine Erstattung erfolgen wird.
Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von den Eröffnungsfeierlichkeiten zum Wildenwarter Kinderhaus – u.a.:
- Beim Durchschneiden des Bandes von links: Leiter Johannes Kern, Bürgermeister Daniel Mair aus Frasdorf, Susanne Lickert-Heinrich vom Johanniter Regional-Vorstand und Priens Bürgermeister Andreas Friedrich.
- Segnung mit Ehrengästen
- Bobbycar-Zieleinlauf
- Wildenwarter Trachtenjugend
- Luftaufnahme (Martin Jungbauer)



















































