Vortrag am Donnerstag, 23. April im Jugendwaldheim des Nationalparks und auf dem YouTube-Kanal des Nationalparks.
Die wissenschaftliche Vortragsreihe des Nationalparks Bayerischer Wald geht in die Verlängerung. Kurzfristig kann das Schutzgebiet in Kooperation mit der Universität Bayreuth noch einen weiteren Vortrag zu Waldameisen und ihrer Rolle im Wald anbieten. Die Referenten sind Prof. Heike Feldhaar und Melvin Opolka. Bei der Veranstaltung am Donnerstag, 23. April, im Jugendwaldheim bei Glashütte geht’s dann unter anderem um die Themen Biodiversität, Pathogene und Citizen Science.
Waldameisen zählen aufgrund ihrer auffälligen Nesthügel zu den bekanntesten Insekten Mitteleuropas. Als Schädlingsbekämpferinnen und wichtige Akteurinnen im Nährstoffkreislauf tragen sie wesentlich zur Struktur und Funktion von Waldökosystemen bei. Gleichzeitig sind Waldameisennester weit mehr als nur Haufen aus Nadeln und Zweigen: Sie sind ein eigenes kleines Ökosystem und Hotspots biologischer Vielfalt. Zahlreiche wirbellose Ameisengäste, Myrmekophile, leben in den Nesthügeln. In den Bauten der Waldameisen wurden bereits über 125 verschiedene Arten nachgewiesen – vor allem Käfer, aber auch Fliegen, Spinnen und andere Ameisen wie die braunglänzende Gastameise. Zudem gibt es Beobachtungen, dass verschiedene Wirbeltiere die Nester als Nahrungsquelle oder zur Gefieder- oder Fellpflege nutzen.
Im Rahmen des EU Biodiversa Projekts MonitAnt gehen die Wissenschaftler der Uni Bayreuth gemeinsam mit Forschenden aus zehn europäischen Ländern diesen Fragen sowohl regional als auch auf europäischer Ebene in unterschiedlichen Waldökosystemen nach, um besser vorhersagen zu können, wie sich die Populationen auch im Zuge des Klimawandels und den damit einhergehenden Veränderungen in Waldökosystemen entwickeln werden. Neben einer systematischen Erfassung von Ameisengästen entlang von Höhen- und Temperaturgradienten in den Wäldern Deutschlands wurde in verschiedenen Regionen mit Hilfe von Kamerafallen untersucht, wie häufig Nesthügel von Vögeln und Säugetieren besucht werden und wie die Hügel durch diese Wirbeltiere genutzt werden. Zudem erfassen die Forscher Krankheitserreger der Waldameisen, um besser zu verstehen, warum manche Populationen dieser sozialen Insekten in kürzester Zeit verschwinden. Mit Hilfe einer App wird im Rahmen eines europaweiten Citizen Science Projekts zudem versucht eine möglichst einheitliche flächendeckende Erfassung der Nesthügel zu erreichen, damit man besser versteht, wo Populationen wachsen und wo sie zurückgehen.
Der Vortrag startet um 18 Uhr im Seminarraum vom Jugendwaldheim.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Besucher werden darum gebeten, den Wanderparkplatz Felswandergebiet zu nutzen, der direkt gegenüber des Jugendwaldheims liegt. Der Vortrag wird zudem auf dem YouTube-Kanal des Nationalparks live gestreamt.



