Kirche

Ostern mit Obings neuer Mesnerin

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Der Beruf ist so schön, weil man dabei das Leben feiern darf“ sagt Melanie Thurner, die neue Mesnerin der Pfarrei St. Laurentius Obing. Gerade in der Osterzeit merkt man, wie das Leben aufblüht. Aufblühen heißt es auch in der Obinger Pfarrkirche. Gerade nach der Fastenzeit beginnt in Kirche ein neuer Abschnitt.

Alles wird neugestaltet, rundum alles frisch geputzt und entstaubt. Die Kirche erstrahlt im neuen Glanz und so kann die Osternacht festlich gefeiert werden. Ein wunderschönes Erlebnis nicht nur für die Mesnerin, wenn in der Osternacht mit dem dreimaligen „Lumen Christi“ das Licht der neu entzündeten Osterkerze in die völlig dunkle Kirche einzieht und nicht nur die Augen, die Ohren, sondern auch die Herzen wahrnehmen, Christus ist das Licht.

Bis aber alles so weit ist, ist für Mesnerin Melanie Thurner viel zu tun. Mit viel Arbeit und Organisation ist das Osterfest, das Hochfest der katholischen Kirche verbunden.

Es fängt schon weit vor Palmsonntag an, wenn die Palmzweige für den Palmsonntag geschnitten werden. In den Tagen der Karwoche folgen viele Gottesdienste, angefangen mit der Messe zum letzten Abendmahl am Gründonnerstag, wo nach dem Schlussgebet in das Allerheiligste in einer Prozession zu einem verschlossenen Aufbewahrungsort gebracht wird, die Kreuze aus der Kirche entfernt, bzw. neu farblich verhüllt werden und der Altar abgeräumt wird.

Das hl. Grab, das von der Mesnerin schon vorbereitet ist, steht Karfreitag im Mittelpunkt. Bis zur Grablegung Jesus ist es enthüllt und wird dann während der Karfreitagsliturgie feierlich mit Blumen gestaltet.Im Pfarrverband finden am Karfreitag vormittags der Kinderkreuzweg, am Nachmittag die Karfreitagsliturgie und am Abend die Kreuzwegandacht statt, was eine zeitliche Herausforderung für die Mesnerin ist. Schon Tage vorher hat sie alle Kelche und Hostienschalen poliert und die Gewänder für die Pfarrer, wie für die Diakone und Ministranten für das Hochfest der Auferstehung zurechtgelegt.

Natürlich hat sie rechtzeitig Kerzen, Weihrauch und Hostien, wie auch den Blumenschmuck besorgt. Gerne nimmt Melanie Thurner das ganze Jahr Blumenspenden aus der Pfarrei entgegen und dabei erinnert sie sich an einen Satz ihrer Mutter: „der Herrgott hat die Blumen wachsen lassen, dann dürfen sich auch mal zu seinen Ehren am Altar erblühen“. Der Blumenschmuck in der Kirche ist für die ehemalige Gärtnerin eine Herzensangelegenheit.

Besonders an Karsamstag geht es hoch her. Der Blumenschmuck den Altar muss arrangiert und die Figur des „Auferstandenen“ am Hochaltar platziert werden. Für die Wasserweihe ist bereits der Wasserkessel mit Wasser gefüllt, herzurichten ist auch die Schale für das Osterfeuer. Alle Altäre sind neu einzudecken und für alle Gottesdienstbesucher werden Kerzen bereitgelegt, die von den Ministranten an der Osterkerze entzündet werden.

Nach der Kinderosternacht am Karsamstag heißt es erstmal durchatmen, die Nacht wird kurz, denn bereits um fünf Uhr morgens beginnt in Obing die Osternacht. „Mesnerin in Obing sein, ist was Besonderes“ sagt Thurner, sie schätzt das gute Miteinander mit den Seelsorgern und auch die Unterstützung die sie von ihrem Vorgänger, Alois Hofstetter immer erfahren darf. Gerade an den Festtagen steht ihr Hofstetter immer mit Rat und Tat zur Seite.

Bericht und Bilder: Emmy Künzner-Hingerl

für das Osterfest werden die liturgischen Gefäße frisch aufpoliert und die Messgewänder für die Priester und Diakone zurechtgelegt

neben dem Taufbecken steht der gefüllte Wasserkessel für die Wasserweihe schon bereit

das heilige Grab ist für die Enthüllung während der Karfreitagsliturgie bereit

Alle Altäre werden für das Osterfest neu eingedeckt und mit frischen Kerzen ausgestattet



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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