Land- & Forstwirtschaft

Hans-Hohenester-Preis für David Raidl

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bei der Schulschlussfeier an der Öko-Fachschule in Landshut-Schönbrunn hat die LVÖ Bayern ein herausragendes Meisterarbeitsprojekt mit dem Hans-Hohenester-Preis ausgezeichnet. Die Schule bietet die ideale Vorbereitung auf die Prüfung zum Landwirtschaftsmeister speziell für Bio-Betriebe.

Ein Teil der Prüfung ist das Meisterarbeitsprojekt. Dabei erstellen die Meisteranwärterinnen und Meisteranwärter zu einem selbst gewählten Sachverhalt eine eigenständige Untersuchung auf dem Betrieb. So wenden die Bio-Landwirtinnen und -Landwirte von morgen ihr an der Öko-Fachschule erlerntes Wissen direkt an und erarbeiten entsprechende betriebsindividuelle Lösungen. Für den Ökolandbau als wissensintensives System sind diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung: Einen Bio-Hof erfolgreich zu führen setzt den genauen und kompetenten Blick auf den Betrieb als Ganzes, die Tiere und den Boden voraus.

Thomas Lang, erster Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ): „Die bayerischen Öko-Fachschulen in Landshut-Schönbrunn und Weilheim vermitteln ihren Studierenden genau das Handwerkszeug zur Betriebsentwicklung, das sie brauchen, um ökologisch und wirtschaftlich erfolgreich zu wirtschaften. Wir sind stolz auf die neuen Meister und Meisterinnen für den ökologischen Landbau. Mit ihren Meisterarbeitsprojekten zeigen sie, was es heißt, Betriebe fit für die Zukunft zu machen.“

Tiergesundheit im Zentrum des Betriebs
In Landshut-Schönbrunn ging der Hans-Hohenester-Preis 2026 an David Raidl vom Milchviehbetrieb Raidlhof (Naturland) in der Nähe von Waldkirchen im Bayerischen Wald. In seiner Arbeit mit dem Titel „Maßnahmen zur Verbesserung der Zellzahlen am Betrieb Raidl“ beschäftigt er sich mit zahlreichen Faktoren für die Eutergesundheit und identifiziert das Trockenstellen als kritische Phase für die Tiergesundheit. Intensive eigene Untersuchungen, Laborergebnisse sowie der Vergleich mit anderen Betrieben führen zu konkreten Maßnahmen, mit denen genau der Betrieb Raidlhof das komplexe Thema Zellzahlreduzierung gut im Griff behalten kann. Das kommt sowohl dem Tierwohl als auch der Wirtschaftlichkeit zugute.

David Raidl: „Die aufwändige Arbeit hat sich gelohnt: für die Tiere, für den Betrieb, und für mich persönlich. Denn sie hat mir nicht nur gezeigt, welche Verantwortung ich am Betrieb habe, sondern auch, welche Handlungsmöglichkeiten.“ Die Schulzeit an der Öko-Fachschule Landshut empfindet er als große Bereicherung: „Durch die Schule habe ich die Möglichkeit bekommen zu sehen, wie es woanders läuft. Das ist extrem wertvoll für die eigene Betriebsentwicklung“. Die Klassengemeinschaft sei in den drei Semestern stark zusammengewachsen: „Ich hab jetzt quasi eine ganze Klasse als Telefonjoker, wenn ich alleine nicht weiterkomme. Und auch zu den Lehrkräften gibt’s ein gutes Verhältnis – ich würde nicht zögern, sie auch heute noch bei Fragestellungen anzurufen.“

Der Hans-Hohenester-Preis
Der Hans-Hohenester Preis ist benannt nach dem 2017 verstorbenen Öko-Pionier Hans Hohenester. Er war Bio-Landwirt und langjähriger Präsident des ökologischen Anbauverbands Naturland sowie Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ). Er setzte sich besonders für das Thema Bildung im Ökolandbau ein. Mit dem Preis will die LVÖ junge Menschen motivieren, zukunftsweisende Fragestellungen für den Ökolandbau zu bearbeiten und sie auf ihrem beruflichen Weg in den Ökolandbau unterstützen.

Seit 2024 wird der Hans-Hohenester Preis einmal jährlich an je ein herausragendes Meisterarbeitsprojekt an den beiden bayerischen Öko-Fachschulen in Landshut-Schönbrunn und Weilheim verliehen. Der Preis ist mit jeweils 1000 Euro dotiert.       

Bericht und Foto: AELF Abensberg-Landshut  – Bild 1 (v.l.n.r.): ); Thomas Lang 1. Vorsitzender LVÖ Bayern); Maria Hohenester sen., David Raidl (Preisträger), Dr. Klaus Wiesinger (LfL, Jury Hans-Hohenester-Preis), Michael Lobinger (Schulleiter Ökofachschule Landshut-Schönbrunn), Anna-Lena Dworschak (Bayerische Bio-Königin)  –  www.lvoe.de

 



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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