Mit einer voll besetzten Festhalle bei Familie Hanslmayer in Moosen feierte die Ein- und Verkaufs GmbH (EVG) „Freie Bauern“ ihr 30-jähriges Bestehen. Mitglieder, Kunden, Geschäftspartner sowie zahlreiche Ehrengäste waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam auf drei Jahrzehnte Unternehmensgeschichte zurückzublicken. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung des Lagerhauses, der Dank an die zahlreichen Wegbegleiter sowie der Blick auf die künftigen Herausforderungen.
Vorstand Jakob Niedermaier begrüßte die Gäste und hieß stellvertretend den Pfaffinger Bürgermeister Josef Niedermeier, Mitarbeiter der EVG und der Milchvermarktung Süd (MVS), Vertreter des Beirats, langjährige Geschäftspartner, Lieferanten sowie zahlreiche Wegbegleiter willkommen. Sein besonderer Dank galt außerdem der Familie Hanslmayer als Gastgeber der Jubiläumsfeier sowie dem Trachtenverein Emmering, der die Bewirtung übernommen hatte. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Emmeringer Musi und Gstanzlsänger „Erdäpfekraut“, die dem Abend einen unterhaltsamen Rahmen verliehen.
In seinem Rückblick erinnerte Niedermaier an die Anfänge des Unternehmens. Im Oktober 1995 trafen sich Landwirte in Rettenbach, um über neue Wege der Vermarktung und Versorgung zu beraten. Bereits damals zeichneten 336 Landwirte Anteile und legten damit den Grundstein für die Ein- und Verkaufs GmbH „Freie Bauern“. Noch im Dezember desselben Jahres wurde die Gesellschaft gegründet und das ehemalige Raiffeisenlagerhaus erworben. Anfang Januar 1996 konnte schließlich der erste Öffnungstag gefeiert werden. Der Geschäftsführer zeichnete anschließend die wichtigsten Entwicklungsschritte nach. Bereits 1999 machte das stetige Wachstum den Kauf weiterer Lagerflächen erforderlich. Vier Jahre später wurde die zweite Lagerhalle mit den dazugehörigen Grundstücken erworben, wodurch die Gesamtfläche auf rund 3.000 Quadratmeter anwuchs. Als schließlich auch die Büroräume zu klein wurden, entschied sich der Beirat im Jahr 2012 für den Bau eines neuen Bürogebäudes mit Landmarkt. Besonders hob Niedermaier hervor, dass dieses Gebäude in großer Eigenleistung entstanden sei. „Unser langjähriger Lagerleiter Simon Huber und unsere Lageristen packten an“, erinnerte er. Dadurch habe das Gebäude „in kurzer Zeit und wesentlich kostengünstiger als veranschlagt“ fertiggestellt werden können. Weitere Investitionen folgten 2019 mit dem Bau einer überdachten Futtermittelannahme und zwei Getreidesilos.
Mit der Übergabe der Geschäftsführung an Martin Schimpf im Jahr 2019 sei zugleich ein neuer Abschnitt in der Unternehmensgeschichte eingeleitet worden. Zum Abschluss seines Rückblicks richtete Niedermaier seinen Dank an alle, die den Weg der EVG begleitet haben. „Ohne den Rückhalt der Bauern und Kunden, ohne den kompetenten Beirat und die hervorragenden Mitarbeiter wäre eine solche Entwicklung nicht möglich gewesen“, betonte er. Besonders erfreulich sei, dass „unser Lagerhaus, die EVG und der gesamte Verbund mit der Besitzgesellschaft, der MVS Milchvermarktung und dem Verein ‚Freie Bauern‘ sich komplett aus eigener Kraft finanzieren können“. Sein Dank galt deshalb allen Beteiligten und Unterstützern der vergangenen drei Jahrzehnte.
Anschließend informierte Geschäftsführer Martin Schimpf über die heutige Situation der EVG. Rund 2.000 landwirtschaftliche Betriebe, Firmen und Privatkunden zählen inzwischen zum Kundenkreis. Davon gehören etwa 200 Mitglieder sowie weitere rund 200 größere landwirtschaftliche Betriebe zum festen Stamm der landwirtschaftlichen Kundschaft. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. Schimpf stellte die breite Angebotspalette der EVG vor. Sie reicht von Futtermitteln, Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz über Baustoffe und Agrartechnik bis hin zu Energieprodukten und dem Landmarkt. Hinzu kommen Beratungsleistungen für Stall- und Hallenbau, die Vermarktung von Getreide und Lebensmitteln sowie Fachveranstaltungen zu aktuellen Entwicklungen in der Landwirtschaft. Der Leitsatz „Von Bauern für Bauern“ sei dabei bis heute Grundlage des Handelns geblieben. Ziel sei es, die Vorteile einer Einkaufsgemeinschaft mit der Leistungsfähigkeit eines modernen Unternehmens zu verbinden und den Mitgliedern sowie Kunden qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen zu wirtschaftlichen Konditionen anzubieten.
Auch die Infrastruktur wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Heute verfügt die EVG über 15 Düngerboxen mit einer Kapazität von rund 1.800 Tonnen, acht Futtermittelboxen, zwei Getreidesilos sowie rund 2.600 Palettenstellplätze. Mit zwei eigenen Silohängerzügen und einem langjährigen Speditionspartner werden jährlich etwa 25.000 Tonnen Mischfutter in das Versorgungsgebiet transportiert. Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Martin Schimpf zuversichtlich. Die EVG stehe finanziell auf gesunden Beinen und verfüge über motivierte sowie gut ausgebildete Mitarbeiter. Gleichzeitig würden die Anforderungen an Landwirtschaft und Handel stetig wachsen. Deshalb werde das Lagerhaus auch künftig kontinuierlich investieren und modernisieren, um seinen Mitgliedern und Kunden ein verlässlicher Partner zu bleiben.
Im Anschluss an die Ansprachen richtete Bürgermeister Josef Niedermeier ein Grußwort an die Festgäste. Danach klang das Jubiläum bei guter Bewirtung, musikalischer Unterhaltung und zahlreichen Gesprächen über die vergangenen 30 Jahre sowie die Zukunft der EVG in geselliger Atmosphäre aus.
Fotos vom Festabend 30 Jahre EVG – 1. Festversammlung mit Vortrag Jakob Niedermaier – 2. Einlagen mit Gstanzlsänger Erdäpfekraut – 3. Dienstleistungen EVG





