Brauchtum

100 Jahre Schloßbergler Dachau

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Festwochenende der Schloßbergler Dachau begann am Samstag mit einem Familiennachmittag. Bei bestem Wetter konnten die Kinder auf einer historischen Kegelbahn kegeln, Dosen werfen, Fußball-Dart spielen und am abwechslungsreichen Kinderprogramm teilnehmen. Am Stand des Kunstwerkraums Dachau wurden rund 200 Buttons gestaltet. Für das Entenrennen der Chaos City Riders bemalten die Kinder zudem mehr als 100 Rennenten. Auch die Gummibärli-Schleuder der Schloßbergler war ein Publikumsmagnet. „Die Schlange wollte gar kein Ende nehmen“, berichtete eine Helferin. In der Festhalle sorgte die Effner Band für musikalische Unterhaltung, die Schloßbergler zeigten Volkstänze und Plattler.

Auch am Abend herrschte beste Stimmung: Im Biergarten waren die meisten Tische noch besetzt, als die Band Voigams die Bühne übernahm. Rund 200 Gäste feierten anschließend bei ausgelassener Bierzeltatmosphäre bis in den Abend.

Am Sonntag zeigte sich das Wetter erneut von seiner guten Seite, sodass die feierliche Feldmesse auf der großen Wiese am Amperwäldchen stattfinden konnte. Nach einem Salut der Böllerschützen Etzenhausen zogen die Fahnenabordnungen und Vereine zu den Klängen der Alphörner feierlich auf die Wiese in Mitterndorf ein. Diakon Gerhardinger gestaltete den Wortgottesdienst für rund 250 Teilnehmer würdevoll. Musikalisch begleitet wurde die Messe vom Udldinger Dreigsang sowie dem Bläserquintett Pichlstoana Karlsfeld.

Ein besonderer Höhepunkt war die Weihe der Jubiläumskerze zum 100-jährigen Bestehen der Schloßbergler. Sie wurde von den Schwestern des Klosters Karmel gestaltet und von den Vereinsmitgliedern Hilde und Manfred Klein sowie Vereinsmusiker Thomas Hupfauer gestiftet. Ebenfalls feierlich überreicht wurde das vom Bruderverein gestiftete Fahnenband. Der 1. Vorstand Alexander Durst und Deandlvertreterin Uli Prediger übergaben es zusammen mit einem eigens für diesen Anlass verfassten Fahnenvers.

Nach dem gemeinsamen „Großer Gott, wir loben dich“ und der Bayernhymne zogen alle Teilnehmer in die Festhalle, wo der offizielle Festakt mit Grußworten und Darbietungen begann. Der 1. Vorstand Stefan Zausinger begrüßte die Ehrengäste sowie die angereisten Vereine und dankte allen Unterstützern, die in den vergangenen 18 Monaten zum Gelingen des Jubiläums beigetragen hatten. Ob Gastgeber in Mitterndorf, Dachauer Unternehmen, Stadt, Raiffeisenbank, Sparkasse oder die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer und ihre Familien – sie alle hätten maßgeblich zum Erfolg des Festwochenendes beigetragen.
Es folgten Grußworte des Trachtenverbandes Isargau, des Sparvereins, der Freiwilligen Feuerwehr Dachau, von Oberbürgermeister und Schirmherr Florian Hartmann, Landrat Stefan Löwl, Landtagsabgeordnetem Bernhard Seidenath sowie den Freunden aus Schwaz.

Der Vorstand des Isargaus (Bayerische Heimat- und Volkstrachtenvereine, Sitz München e. V.), Christoph J. Hauptvogel, gratulierte den Schloßberglern zu ihrer 100-jährigen Vereinsgeschichte. Er würdigte insbesondere die Leistung, einen Verein über drei Generationen erfolgreich zu führen. Zudem hob er hervor, dass die Schloßbergler trotz ihrer mittleren Vereinsgröße weiterhin zu den Trachtenvereinen mit positiver Mitgliederentwicklung zählen, und gratulierte zu den zahlreichen neuen Mitgliedern im Jubiläumsjahr.

Oberbürgermeister Florian Hartmann, zugleich Schirmherr des Jubiläums, lobte die Schloßbergler als „ein ausgesprochen sympathisches Aushängeschild der Stadt Dachau“, das „nicht nur in Tracht, sondern auch mit seiner Fröhlichkeit Bella Figura macht“. Dieses Lob nahmen die Vereinsmitglieder mit großer Freude entgegen.
Landrat Stefan Löwl gratulierte ebenfalls zum Jubiläum, blickte auf die Gründungszeit des Vereins zurück und erinnerte an die Beweggründe für die Gründung eines Gebirgstrachtenerhaltungsvereins in Dachau. Besonders hob er die engagierte Jugendarbeit hervor und schloss seine Ansprache mit den Worten „Ad multos annos“.
Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath bezeichnete die Schloßbergler als „ein starkes Stück Heimat“, das zu Dachau gehöre „wie der weiß-blaue Himmel zu Bayern“.

Nach den zahlreichen Glückwünschen und Ehrungen folgte der musikalische Ausklang des Festtages. Die Fliesendisch Musi begeisterte mit bayerischer Unterhaltungsmusik, die Schloßbergler präsentierten Volkstänze und Plattler. So endete ein rundum gelungenes Festwochenende anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Schloßbergler Dachau.

Bericht und Foto: Petra Deil, 1. Schriftführerin


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!